Eine ausgewogene Ernährung ist der Grundstein für Gesundheit und Wohlbefinden. Viele Menschen fragen sich, wie sie ihren Körper optimal mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgen können. Die Antwort liegt oft näher, als man denkt: in einer vielfältigen und naturbelassenen Lebensmittelauswahl. Nahrungsergänzungsmittel sind in den meisten Fällen nicht notwendig, wenn der Speiseplan bewusst gestaltet wird.
Wichtige Erkenntnisse
- Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich sind eine gute Basis.
- Natürliche Lebensmittel sind die beste Quelle für Nährstoffe.
- Nahrungsergänzungsmittel sind meist nur für Risikogruppen sinnvoll.
- Eine Arztkonsultation vor der Einnahme hochdosierter Präparate ist ratsam.
Die Basis: Bunt essen und vielfältig kombinieren
Experten betonen immer wieder die Bedeutung einer farbenfrohen und abwechslungsreichen Ernährung. Wer täglich eine breite Palette an Obst und Gemüse zu sich nimmt, legt einen wichtigen Grundstein für eine gute Nährstoffversorgung. Es geht darum, verschiedene Lebensmittel geschickt zu kombinieren, um das gesamte Spektrum an Vitaminen und Mineralien abzudecken.
Fünf Handvoll Gemüse und Obst pro Tag sind ein guter Richtwert. Dazu gehören Vollkornprodukte, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und genügend Tageslicht spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit. Besonders wichtig ist hierbei die körpereigene Produktion von Vitamin D durch Sonnenlicht.
Wussten Sie schon?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst zu essen. Dies entspricht etwa fünf Portionen.
Nahrungsergänzungsmittel: Wann sind sie wirklich nötig?
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist riesig. Viele Produkte versprechen schnelle Lösungen für vermeintliche Defizite. Doch für die meisten gesunden Menschen, die sich ausgewogen ernähren, sind diese Präparate überflüssig. Der Körper kann die benötigten Nährstoffe in der Regel optimal aus natürlichen Lebensmitteln aufnehmen.
Es gibt jedoch Ausnahmen. Risikogruppen wie Schwangere, vegan lebende Personen oder Hochbetagte können unter Umständen von einer gezielten Nahrungsergänzung profitieren. Auch bei bestimmten Krankheiten oder Medikamenteneinnahme kann ein erhöhter Bedarf bestehen. In solchen Fällen ist eine Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft unerlässlich, um eine individuelle Empfehlung zu erhalten.
„Die erste Wahl sind immer natürliche Lebensmittel. In Tablettenform sind Vitamine & Co. nur für Risikogruppen erforderlich.“
Risiken hoher Dosierungen
Besondere Vorsicht ist bei hochdosierten Präparaten geboten. Eine übermäßige Zufuhr bestimmter Vitamine oder Mineralstoffe kann unerwünschte Nebenwirkungen haben oder sogar gesundheitsschädlich sein. Beispielsweise kann ein Zuviel an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A oder D im Körper gespeichert werden und toxische Wirkungen entfalten. Eine ärztliche Beratung hilft, solche Risiken zu vermeiden und die richtige Dosierung zu finden, falls eine Ergänzung notwendig ist.
Wo stecken welche Nährstoffe drin? Beispiele aus dem Alltag
Um die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zu sichern, muss man keine exotischen Lebensmittel kaufen. Viele Alltagslebensmittel sind wahre Nährstoffbomben. Hier eine Übersicht, welche Lebensmittel zu einer guten Versorgung beitragen:
Vitamine im Überblick:
- Vitamin A (aus Betacarotin): Eine Scheibe Käse, ein Ei, Möhren, Kürbis, dunkelgrünes Gemüse.
- Vitamin D: Ausreichend Sonnenlicht, 100 g Champignons, ein Eigelb, 125 g Hering oder Lachs.
- Vitamin E: Ein Esslöffel Pflanzenöl, eine Avocado, 5-10 Nüsse oder Mandeln, Seefisch.
- Vitamin B1: Haferflocken, Naturreis, Erbsensuppe, Sonnenblumenkerne, Schweinefleisch.
- Vitamin B2: Ein Glas Milch oder Joghurt, Brokkoli, Camembert, Leberwurst.
- Vitamin B6: Eine Banane, Kartoffeln, Kidneybohnen, Kichererbsen, Brokkoli, Grünkohl.
- Folsäure: Dunkelgrünes Gemüse, Orangensaft, Sojadrink, Kirschen, Beerenfrüchte, Erdnüsse.
- Biotin: Pilze, Haferflocken, ein Ei, Haselnüsse.
- Vitamin B12: Tempeh, Quark, Frischkäse, Milch, Joghurt, Seefisch.
- Vitamin C: Beerenfrüchte, Kohlgemüse, Paprikaschote, Orange.
Wichtiger Hinweis zu Vitamin B12
Vegan lebende Menschen müssen besonders auf ihre Vitamin-B12-Zufuhr achten, da dieses Vitamin fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Hier ist eine Nahrungsergänzung oft unverzichtbar.
Mineralstoffe und Spurenelemente:
- Calcium: Fenchel, dunkelgrünes Gemüse, Käse, Milch, Joghurt, Tempeh, Mohn.
- Eisen: Pfifferlinge, Spinat, rote Linsen, Hirse, Pinienkerne. Die Aufnahme wird durch Vitamin C verbessert.
- Jod: Jodsalz, Lauch, Champignons, Milch, Joghurt, Seefisch.
- Magnesium: Kohlrabi, Mangold, Banane, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne.
- Selen: Paranüsse (1-2 Stück), Kokosnuss, ein Ei, Seefisch, Muscheln.
- Zink: Vollkornprodukte, Käse, Fleisch, Garnelen, Muscheln.
Omega-3-Fettsäuren: Essentiell für den Körper
Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind auch ungesättigte Fettsäuren wichtig für die Gesundheit. Omega-3-Fettsäuren spielen eine Rolle für Herz, Gehirn und Sehvermögen.
- Quellen: Ein Esslöffel Raps-, Nuss- oder Leinöl, Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen, Forelle, Makrele, Lachs.
Schon kleine Mengen dieser Lebensmittel können einen wichtigen Beitrag zur täglichen Versorgung leisten. Wer diese Lebensmittel ohnehin schon regelmäßig isst, braucht sich keine Sorgen um einen Mangel zu machen.
Fazit: Auf den Teller kommt es an
Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung ist der beste Weg, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Statt auf Pillen und Pulver zu setzen, sollte der Fokus auf frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln liegen. Ein bunter Speiseplan, reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, bildet die Grundlage für ein vitales Leben. Bei Unsicherheiten oder spezifischen Bedürfnissen ist der Gang zum Arzt oder einer Ernährungsberatung immer die beste Lösung.





