Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der eine zentrale Rolle im menschlichen Körper spielt. Er ist entscheidend für die Funktion von Nerven und Muskeln, einschließlich des Herzens, und trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei. Obwohl Kalium für die Gesundheit unerlässlich ist, kann eine übermäßige Zufuhr, insbesondere durch Nahrungsergänzungsmittel, ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen. Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme und betonen, dass der Bedarf in der Regel über die Ernährung gedeckt werden kann.
Wichtige Erkenntnisse
- Kalium ist entscheidend für Nerven, Muskeln und Blutdruckregulierung.
- Der tägliche Kaliumbedarf lässt sich meist über eine ausgewogene Ernährung decken.
- Nahrungsergänzungsmittel mit Kalium bergen Risiken, besonders bei Überdosierung.
- Eine Tagesdosis von 500 Milligramm in Nahrungsergänzungsmitteln sollte nicht überschritten werden.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich und erfordern ärztliche Rücksprache.
Die Rolle von Kalium im Körper
Kalium zählt zu den Mengenelementen und ist in jeder Zelle des menschlichen Körpers vorhanden. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in Muskelzellen, Leber- und Knochenzellen sowie in den roten Blutkörperchen. Die Aufnahme des Mineralstoffs erfolgt hauptsächlich im Dünndarm.
Seine Funktionen sind vielfältig. Kalium ist maßgeblich an der Weiterleitung von Nerven- und Muskelreizen beteiligt. Dies ist für die normale Funktion des Herzens und der gesamten Muskulatur von großer Bedeutung. Zusammen mit Natrium und Chlorid ist Kalium ein unverzichtbarer Bestandteil des Elektrolyt-Haushalts, der die Flüssigkeitsverteilung im Körper regelt. Zudem spielt es eine Rolle bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts.
Als Co-Faktor für Enzyme ist Kalium auch an der Bildung von Proteinen und der Speicherung von Kohlenhydraten in Form von Glykogen beteiligt. Damit unterstützt es das Zellwachstum.
Faktencheck Kalium
- Essentieller Mineralstoff: Unentbehrlich für zahlreiche Körperfunktionen.
- Zelluläre Verteilung: Vor allem in Muskel-, Leber- und Knochenzellen.
- Nerven- und Muskelreize: Entscheidend für deren Weiterleitung.
- Blutdruck: Trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
- Enzym-Co-Faktor: Beteiligt an Protein- und Glykogenbildung.
Kaliumbedarf: Ernährung vs. Nahrungsergänzungsmittel
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Kaliumzufuhr von etwa 4.000 Milligramm. Diese Menge lässt sich in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung erreichen. Kalium ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten, sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Produkten.
Besonders reich an Kalium sind unverarbeitete Lebensmittel. Dazu gehören:
- Obst: Bananen, Kiwis, getrocknete Datteln und Aprikosen.
- Gemüse: Kohl, Spinat, Hülsenfrüchte, Tomatenmark.
- Nüsse: Pistazien, Erdnüsse, Mandeln, Cashew-Kerne.
- Vollkornprodukte: Roggen- und Dinkelmehl.
- Weitere Quellen: Kartoffeln, Milchprodukte und Bitterschokolade (Kakao).
Beim Kochen kann Kalium, das wasserlöslich ist, ins Kochwasser übergehen. Daher ist es ratsam, Gemüse zu dünsten oder das Kochwasser für Saucen und Suppen weiterzuverwenden, um den Nährstoffverlust zu minimieren. Die Aufnahmerate von Kalium aus der Nahrung ist mit etwa 85 Prozent sehr hoch.
Hintergrund: Kalium und Blutdruck
Es gibt Hinweise darauf, dass eine höhere Kaliumzufuhr dazu beitragen kann, den Bluthochdruck bei Hypertonie-Patienten zu senken und somit das Schlaganfallrisiko zu reduzieren. Die europäische Blutdruck-Leitlinie empfiehlt daher eine salzarme, kaliumreiche Kost mit vier bis fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Der Ersatz von Kochsalz (Natriumchlorid) durch Kalium-Salz kann ebenfalls sinnvoll sein.
Risiken einer Kalium-Überdosierung
Während ein Kaliummangel selten ist und meist durch hohe Wasserverluste (z.B. bei starkem Erbrechen oder Durchfall) oder bestimmte Medikamente verursacht wird, kann eine übermäßige Zufuhr gravierende Folgen haben. Zu den Symptomen einer Überdosierung gehören Herzrhythmusstörungen, Muskellähmungen und in schweren Fällen sogar ein Darmverschluss.
Besondere Risikogruppen sind ältere Menschen, Personen mit unerkannten Nierenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus und Herzerkrankungen. Bei ihnen ist die Fähigkeit des Körpers, überschüssiges Kalium auszuscheiden, oft eingeschränkt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 500 Milligramm Kalium pro Tagesdosis enthalten sollten.
Höher dosierte Präparate oder Kalium-(Mono)-Produkte sollten ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Dies gilt insbesondere für Personen, die Medikamente einnehmen, da gravierende Wechselwirkungen auftreten können.
Zugelassene Kaliumverbindungen in der EU
Gemäß EU-Richtlinie 2002/46/EG sind verschiedene Kaliumverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen. Dazu zählen:
- Kaliumbicarbonat
- Kaliumcarbonat
- Kaliumchlorid
- Kaliumcitrat
- Kaliumgluconat
- Kaliumglycerophosphat
- Kaliumlactat
- Kaliumhydroxid
- Kalium-L-pidolat
- Kaliummalat
- Kaliumsalze der Orthophosphorsäure
Diese Verbindungen finden auch in Kochsalzersatzprodukten und als Jod-Verbindungen Anwendung. Eine bewusste Wahl und die Beachtung der Dosierung sind entscheidend, um die Vorteile von Kalium ohne gesundheitliche Risiken zu nutzen.
Wann ist ein Kaliummangel bedenklich?
Ein Kaliummangel, medizinisch Hypokaliämie genannt, ist selten und tritt meist bei erheblichen Wasserverlusten auf. Dies geschieht zum Beispiel bei:
- Starkem, langanhaltendem Erbrechen
- Chronischem Durchfall
- Langfristigem Gebrauch von Abführmitteln
- Einnahme bestimmter harntreibender Medikamente (Diuretika)
Auch Seniorinnen und Senioren, die nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen und gleichzeitig Medikamente einnehmen, die zu Kaliumverlusten führen, gehören zur Risikogruppe. Eine Überfunktion der Nebennieren kann ebenfalls einen Kaliummangel verursachen. Symptome eines Mangels können Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche sein.
Die Niere scheidet 80 bis 90 Prozent des aufgenommenen Kaliums aus, die restlichen 10 bis 20 Prozent gehen über den Schweiß verloren. Eine gesunde Nierenfunktion ist daher essenziell für die Kaliumbalance im Körper.





