Stellantis und der Mobilitätsanbieter Bolt arbeiten zusammen, um autonome Fahrzeuge in Europa einzuführen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, SAE-Level-4-Fahrzeuge zu entwickeln und in Bolts umfangreichem Mobilitätsnetzwerk zu integrieren. Erste Tests sind ab dem Jahr 2026 geplant, mit dem Ziel, bis 2035 100.000 autonome Fahrzeuge auf Bolts Plattform zu haben.
Wichtige Erkenntnisse
- Stellantis und Bolt kooperieren für autonome Fahrzeuge in Europa.
- Erste Tests mit SAE-Level-4-Fahrzeugen starten 2026.
- Ziel ist die Einführung von 100.000 autonomen Fahrzeugen bis 2035.
- Fokus liegt auf "AV-Ready-Plattformen" von Stellantis.
- Die Einführung erfolgt stufenweise, beginnend mit Prototypen.
Partnerschaft für autonome Mobilität in Europa
Die Zusammenarbeit zwischen Stellantis, einem der größten Automobilkonzerne weltweit, und Bolt, einem führenden Fahrdienstanbieter, markiert einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung autonomer Mobilitätsdienste. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge des SAE-Levels 4 für den europäischen Markt entwickeln und einsetzen.
Markus Villig, CEO von Bolt, betonte die Bedeutung dieser Partnerschaft:
"Diese Partnerschaft markiert den nächsten Schritt in Bolts Plan, bis 2035 100.000 autonome Fahrzeuge auf seiner Shared-Mobility-Plattform verfügbar zu haben."Dies unterstreicht die ambitionierten Ziele beider Akteure, die Zukunft der Mobilität aktiv mitzugestalten.
Faktencheck: SAE-Level 4
SAE-Level 4 bedeutet, dass das Fahrzeug in bestimmten Umgebungen und unter bestimmten Bedingungen vollständig autonom fahren kann. Der Fahrer muss in diesen Situationen nicht eingreifen. Dies stellt einen hohen Grad an Autonomie dar, der über die meisten derzeit verfügbaren Assistenzsysteme hinausgeht.
Technologische Grundlagen und Zeitplan
Stellantis wird seine sogenannten "AV-Ready-Plattformen" in die Partnerschaft einbringen. Dazu gehören der mittelgroße eK0-Van und die STLA Small Plattform. Diese Plattformen sind speziell dafür konzipiert, kommerzielle fahrerlose Dienste in großem Maßstab zu unterstützen.
Die Systeme von Stellantis sind auf Flexibilität und Skalierbarkeit ausgelegt. Sie integrieren fortschrittliche Sensorsuiten, Hochleistungsrechner und Systemredundanzen. Dies soll höchste Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards gewährleisten, die für den autonomen Fahrbetrieb unerlässlich sind.
Stufenweise Einführung ab 2026
Der Zeitplan sieht vor, ab dem Jahr 2026 mit dem Einsatz von Testfahrzeugen zu beginnen. Diese Versuche werden in ausgewählten europäischen Ländern stattfinden. Das Hauptziel der Testphase ist es, einen Dienst zu entwickeln, der den höchsten Sicherheits- und Leistungsstandards Europas entspricht.
Die Einführung erfolgt in mehreren Phasen: Zuerst werden Prototypen und Pilotflotten eingesetzt. Anschließend folgt eine schrittweise industrielle Skalierung. Das erste Produktionsziel ist für das Jahr 2029 angesetzt. Bolt ist bereits in mehr als 50 Ländern aktiv, darunter 23 EU-Mitgliedstaaten, was eine breite Basis für die spätere Expansion bietet.
Hintergrund: Bolt und Pony.ai
Bereits Anfang Dezember kündigte Bolt eine Kooperation mit dem chinesischen Entwickler für autonome Fahrsysteme Pony.ai an. Diese Partnerschaft mit Stellantis ist nun ein weiterer wichtiger Schritt in Bolts Strategie, autonome Fahrlösungen in sein Portfolio zu integrieren. Im Oktober unterzeichneten Stellantis und Bolt bereits eine Absichtserklärung.
Wettbewerb im Robotaxi-Markt
Die Bestrebungen von Stellantis und Bolt sind Teil eines größeren Trends. Viele Unternehmen planen die Einführung von Robotaxis in Europa. Der US-Marktführer Waymo plant beispielsweise, ab 2026 Robotaxis in London anzubieten.
Auch andere Player sind aktiv: Lyft möchte zusammen mit Baidu Robotaxis unter anderem nach Deutschland bringen. Uber testet in Deutschland vollständig fahrerlose Autos und setzt dabei auf die Technik des chinesischen Softwareunternehmens Momenta. Mercedes-Benz nutzt ebenfalls das Know-how von Momenta für seine autonom fahrende S-Klasse, die zunächst in Abu Dhabi zum Einsatz kommt.
Volkswagen plant eigenen Dienst
Volkswagen testet seit mehreren Jahren autonome Fahrzeuge in Deutschland. Das Unternehmen kündigte kürzlich an, im Jahr 2026 einen eigenen Robotaxi-Dienst in Hamburg anzubieten. Die Konkurrenz im Bereich des autonomen Fahrens ist intensiv und zeigt das enorme Potenzial dieses Zukunftsmarktes.
Die Entwicklung von Level-4-Fahrzeugen erfordert nicht nur fortschrittliche Technologie, sondern auch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und klare rechtliche Rahmenbedingungen. Die stufenweise Einführung und umfangreiche Tests sind entscheidend, um Vertrauen in diese neue Form der Mobilität aufzubauen.
- Waymo plant Robotaxis in London ab 2026.
- Lyft und Baidu wollen Robotaxis nach Deutschland bringen.
- Uber testet fahrerlose Autos mit Momenta-Technik in Deutschland.
- Mercedes-Benz setzt Momenta-Technik für S-Klasse Robotaxis ein.
- Volkswagen startet 2026 Robotaxi-Dienst in Hamburg.
Die Zukunft der urbanen Mobilität wird zunehmend durch autonome Fahrsysteme geprägt sein. Die Partnerschaft zwischen Stellantis und Bolt ist ein klares Zeichen für diese Entwicklung und verspricht spannende Innovationen für europäische Städte.





