Mercedes-Benz startet einen neuen Robotaxi-Dienst in Abu Dhabi. Luxuslimousinen der S-Klasse werden als autonom fahrende Shuttles eingesetzt. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein für den Stuttgarter Automobilkonzern im Bereich der hochautomatisierten Mobilität auf Level 4.
Wichtige Punkte
- Mercedes-Benz startet Robotaxi-Dienst mit S-Klasse in Abu Dhabi.
- Die Fahrzeuge operieren hochautomatisiert auf Level 4.
- Lokales Unternehmen Lumo betreibt die Fahrzeugflotte.
- Kooperationen mit Momenta (Software) und Nvidia (Chips) sind entscheidend.
- Mercedes plant, den Drive Pilot in den nächsten fünf Jahren auf 130 km/h zu erweitern.
S-Klasse als autonomes Shuttle
Mercedes-Benz hat angekündigt, künftig autonome Fahrzeuge als Taxis anzubieten. Der erste Dienst mit diesen Robotaxis startet in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Geplant ist, diesen Dienst später auf weitere Standorte auszudehnen.
Die eingesetzten Fahrzeuge sind Modelle der S-Klasse. Diese Luxuslimousinen fahren als Shuttles hochautomatisiert, was dem Level 4 des autonomen Fahrens entspricht. Das bedeutet, das Fahrzeug kann in bestimmten Umgebungen und unter bestimmten Bedingungen komplett selbstständig fahren.
„Mit einem S-Klasse-Robotaxi legen wir die Messlatte für automatisierte Mobilität höher“, erklärte Jörg Burzer, Technikchef bei Mercedes-Benz.
Mercedes-Benz verkauft die Fahrzeuge an das lokale Unternehmen Lumo, das die Flotte in Abu Dhabi betreibt. Nach einer erfolgreichen Testphase in den Emiraten sollen die S-Klasse-Robotaxis auch in anderen Märkten eingeführt werden.
Wussten Sie schon?
- Level 4 des autonomen Fahrens bedeutet, dass das Fahrzeug in definierten Bereichen und unter bestimmten Bedingungen ohne menschliches Eingreifen fahren kann. Der Fahrer muss nicht bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen.
- Die S-Klasse ist bekannt für ihren Luxus und ihre fortschrittliche Technologie, was sie zu einem idealen Kandidaten für einen Premium-Robotaxi-Dienst macht.
Technologische Partnerschaften und Entwicklung
Die Robotaxis sind mit modernster Technologie zur Hindernis- und Umwelterkennung ausgestattet. Dazu gehören Radarsensoren und Kameras. Diese Komponenten sind entscheidend für die sichere Navigation im Straßenverkehr.
Die Steuersoftware für diese autonomen Fahrzeuge stammt von dem chinesischen Unternehmen Momenta. Mercedes-Benz kooperiert bereits in China mit Momenta. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die globale Natur der Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens.
Darüber hinaus arbeitet der Stuttgarter Konzern seit Jahren mit dem US-Chiphersteller Nvidia zusammen. Nvidia ist ein führender Anbieter von Hardware für künstliche Intelligenz und autonomes Fahren, was für die Rechenleistung der Systeme unerlässlich ist.
Tests und Fortschritte im autonomen Fahren
Bereits im Jahr 2018 erhielt Mercedes-Benz die Genehmigung für Level-4-Testfahrten auf öffentlichen Straßen in Peking, China. Dies zeigte das frühe Engagement des Unternehmens in dieser zukunftsweisenden Technologie.
Mercedes-Benz war auch einer der ersten Hersteller, der ein System für automatisiertes Fahren auf Level 3 in Serienfahrzeugen anbot: den Drive Pilot. Bei diesem System muss der Fahrer nicht dauerhaft die Kontrolle behalten und kann sich anderen Tätigkeiten widmen.
Allerdings muss der Fahrer bei Bedarf wieder die Steuerung übernehmen. Anfangs war dies nur bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h zugelassen. Im Jahr 2022 hat das Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften (UNECE) solche Systeme auch bis Tempo 130 km/h genehmigt.
Hintergrund: Autonomes Fahren Level 3 vs. Level 4
Level 3 (Conditional Automation): Das Fahrzeug kann unter bestimmten Bedingungen selbst fahren, aber der Fahrer muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Mercedes' Drive Pilot ist ein Beispiel dafür.
Level 4 (High Automation): Das Fahrzeug kann in definierten Bereichen (Geofencing) und unter bestimmten Bedingungen vollständig autonom fahren. Ein menschliches Eingreifen ist im Normalfall nicht erforderlich, auch wenn ein Fahrer an Bord ist.
Mercedes-Benz strebt an, in den nächsten fünf Jahren einen Drive Pilot anzubieten, der Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h erreicht. Dies würde die Anwendbarkeit des Systems erheblich erweitern und den Komfort für die Fahrer weiter steigern.
Wachsender Markt für Robotaxis
Das Geschäft mit Robotaxis wächst weltweit stetig. Derzeitiger Marktführer ist Waymo, eine Tochtergesellschaft des Google-Konzerns Alphabet. Waymo betreibt bereits seit einiger Zeit fahrerlose Taxis in mehreren US-Städten und plant, 2026 auch in London zu starten.
Auch andere Fahrdienste wie Lyft und Uber wollen autonome Fahrzeuge nach Deutschland bringen. Uber kooperiert hierbei ebenfalls mit Momenta, während Lyft mit dem chinesischen Digitalkonzern Baidu zusammenarbeitet. Die Konkurrenz in diesem aufstrebenden Markt ist groß.
Die Einführung der S-Klasse als Robotaxi in Abu Dhabi zeigt, dass der Wettbewerb nicht nur im Massenmarkt, sondern auch im Luxussegment des autonomen Fahrens intensiviert wird. Premium-Anbieter wie Mercedes-Benz sehen hier neue Geschäftsmöglichkeiten.
Die Entwicklung und der Einsatz von Robotaxis versprechen eine Revolution in der städtischen Mobilität. Sie könnten Staus reduzieren, die Sicherheit erhöhen und neue Formen des Transports ermöglichen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie schnell sich diese Technologien weltweit durchsetzen werden.





