Das in Shanghai ansässige Robotikunternehmen AgiBot hat auf dem MWC 2026 in Barcelona eine globale Online-Plattform für die Vermietung humanoider Roboter gestartet. Kunden können ab sofort Roboter für nur 899 Euro pro Tag mieten. Dieser Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung von AgiBot, weg vom reinen Hardware-Verkauf hin zu einem Dienstleistungsmodell, bei dem Roboter als "Robot-as-a-Service" (RaaS) angeboten werden. Die Plattform ist in 17 Ländern verfügbar, darunter Deutschland, Spanien, Frankreich und die USA.
Wichtige Erkenntnisse
- AgiBot bietet humanoide Roboter zur Miete ab 899 Euro pro Tag an.
- Das "Robot-as-a-Service" (RaaS)-Modell ist in 17 Ländern verfügbar.
- Der Fokus liegt zunächst auf Unterhaltung, Marketing und Events.
- AgiBot arbeitet mit lokalen Partnern für umfassenden Support zusammen.
- Die Strategie soll die Akzeptanz von Robotern im Alltag fördern.
Das RaaS-Modell: Zugang zu fortschrittlicher Robotik
Das neue Leasingmodell von AgiBot senkt die Einstiegshürde für Unternehmen und Privatpersonen, die Roboter temporär nutzen möchten. Statt hohe Investitionskosten für den Kauf zu tragen, können Kunden die Roboter nun flexibel für kurze Zeiträume mieten. Dies ist besonders attraktiv für Event-Organisatoren, Einzelhändler oder Marketingagenturen, die Roboter für spezifische Kampagnen oder Veranstaltungen einsetzen möchten.
Die Online-Plattform store.agibot.com ermöglicht es Interessenten, das Produktportfolio von AgiBot zu durchsuchen und Mietverträge abzuschließen. Die Mietdauer kann bereits einen einzigen Tag betragen. AgiBot koordiniert die technische Bereitstellung und den Support vor Ort mit lokalen Partnern. Dies stellt sicher, dass Kunden nicht nur die Hardware erhalten, sondern auch die notwendige technische Unterstützung für den Betrieb.
"Wir sehen Europa als einen vitalen Knotenpunkt für Innovation", erklärte William Shi, Präsident Europa bei AgiBot. "Durch offene Zusammenarbeit wollen wir ein robustes Ökosystem für verkörperte KI mitentwickeln."
Interessanter Fakt
Das Konzept einer "Roboter-Gig-Economy" hat sich in China bereits bewährt, wo ähnliche Kurzzeitmietplattformen hunderte tägliche Bestellungen verzeichnen.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Von Events bis zur Sicherheit
Obwohl AgiBots Roboter theoretisch industrielle Aufgaben übernehmen könnten, konzentriert sich die RaaS-Plattform vorerst auf Anwendungen in den Bereichen Unterhaltung, Marketing und Service. Die Roboter sollen vor allem einen "futuristischen Eindruck" vermitteln und so einen Erlebniswert schaffen.
Anwendungsbereiche der AgiBot-Roboter:
- Firmen- und Einzelhandelsveranstaltungen: Als "cyber-intelligente Gastgeber" bei Galas oder Neueröffnungen, die Gruppen-Tänze oder Dialoge aufführen, um Besucher anzuziehen und die Markenbekanntheit zu steigern.
- Kultur- und Tourismusdienste: In Einkaufszentren oder an Touristenattraktionen für "Cyberpunk"-Themenfeste, interaktive Führungen und Foto-Erlebnisse.
- Private Feiern: Bei Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern als Hightech-Empfangspersonal oder Künstler, um eine "einzigartige" festliche Atmosphäre zu schaffen.
- Inhaltserstellung: Als kostengünstige "Co-Moderatoren" für Influencer im Live-Stream-Handel und bei Kurzvideos, um die Zuschauerzahlen zu erhöhen.
- Bildung und Gemeinschaftsengagement: Als Botschafter bei Schulaktivitäten oder zur Förderung des öffentlichen Wohls, um das Interesse an Technologie zu wecken.
Eine Ausnahme bildet der vierbeinige Roboter D1, der für "intelligente und proaktive" Sicherheitsüberwachung in engen oder unwegsamen Umgebungen vermarktet wird. Dieser starke Fokus auf den "Showbiz"-Bereich ist ein pragmatischer Ansatz, um die aktuelle "Nutzenlücke" in der humanoiden Robotik zu überbrücken. Indem AgiBot Rollen wie Empfang und Performance priorisiert, kann das Unternehmen sofort Einnahmen generieren, während die Branche daran arbeitet, komplexe "Langsequenz-Aufgaben" für den vollwertigen Fabrikeinsatz zu meistern.
Hintergrund: Die "Nutzenlücke" in der Robotik
Die Robotikbranche steht vor der Herausforderung, von technischen Demonstrationen zu regulären industriellen Anwendungen überzugehen. Obwohl humanoide Roboter beeindruckende Fähigkeiten zeigen, ist ihre Integration in komplexe Arbeitsabläufe noch eine große Aufgabe. AgiBots Mietmodell ermöglicht es, wertvolle Daten aus realen kommerziellen Einsätzen zu sammeln und so die Entwicklung voranzutreiben.
Kooperationen und Zukunftsstrategien
Auf dem MWC in Barcelona betonte AgiBot auch die Vertiefung seiner Beziehungen zu globalen Technologiepartnern. Am Stand von China Telecom demonstrierte ein D1-Quadrupodenroboter 6G-Sensorfähigkeiten. Zudem wurde eine Absichtserklärung (MOU) mit Singtel Enterprise unterzeichnet, um die Robotik-Innovation in Singapur voranzutreiben.
Diese Partnerschaften sind entscheidend für den Aufbau eines robusten Ökosystems für verkörperte Künstliche Intelligenz. AgiBot setzt auf offene Zusammenarbeit, um die Entwicklung in diesem schnelllebigen Feld zu beschleunigen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass der Weg zum "ChatGPT-Moment" der Robotik nicht nur in Forschungslaboren, sondern auch durch Tausende von kurzfristigen kommerziellen Einsätzen in der realen Welt geebnet wird.
Die Verfügbarkeit fortschrittlicher Hardware für weniger als 1.000 Euro pro Tag könnte die Akzeptanz von Robotern in der breiten Öffentlichkeit erheblich steigern und neue Anwendungsfelder erschließen. AgiBot positioniert sich damit als wichtiger Akteur auf dem Weg zu einer stärker robotisierten Gesellschaft.





