Uber plant, seine Flotte in den kommenden Jahren um Tausende autonom fahrender Fahrzeuge zu erweitern. Dafür geht der Fahrdienstvermittler eine Partnerschaft mit dem Automobilhersteller Stellantis sowie den Technologieunternehmen Foxconn und Nvidia ein. Ziel ist es, den Betrieb von Robotaxis zu starten und die Abhängigkeit von menschlichen Fahrern zu reduzieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Uber plant den Einsatz von 5.000 autonomen Stellantis-Fahrzeugen ab 2028.
- Stellantis produziert die Fahrzeuge, Foxconn liefert die Elektronik und Nvidia die Software für autonomes Fahren.
- Die Fahrzeuge sollen Level 4 Autonomie erreichen, eine Stufe unter voller Selbstständigkeit.
- Die Partnerschaft ist nicht exklusiv, alle beteiligten Unternehmen können weitere Kooperationen eingehen.
Ein neues Zeitalter für autonome Mobilität
Die Zukunft des Transports könnte schon bald von selbstfahrenden Autos geprägt sein. Uber, bekannt für seine Ride-Hailing-Dienste, arbeitet aktiv daran, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Die kürzlich angekündigte Partnerschaft mit Stellantis, Foxconn und Nvidia markiert einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Ab dem Jahr 2028 sollen die ersten 5.000 autonomen Stellantis-Fahrzeuge in Ubers Flotte integriert werden.
Diese Fahrzeuge, darunter ein Van und ein Kleinwagen, sollen speziell für den Einsatz als Robotaxis konzipiert sein. Die Automobilindustrie erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel, und die Entwicklung autonomer Fahrzeuge ist ein zentraler Bestandteil dieser Transformation. Unternehmen wie Stellantis, der fünftgrößte Autohersteller der Welt, suchen aktiv nach neuen Geschäftsfeldern, um ihre Position auf dem Markt zu stärken.
Fakten zum Projekt
- Startzeitpunkt: Erste Fahrzeuge ab 2028 geplant.
- Anzahl: Zunächst 5.000 autonome Fahrzeuge.
- Fahrzeugtypen: Ein Van und ein Kleinwagen.
- Technologie-Level: Autonomes Fahren Level 4.
Die Rollen der Partnerunternehmen
Jeder der vier Konzerne spielt eine spezifische Rolle in dieser umfassenden Kooperation. Stellantis, entstanden aus der Fusion der PSA-Gruppe und Fiat-Chrysler, wird die eigentlichen Fahrzeuge produzieren. Das Unternehmen bringt seine Expertise im Fahrzeugbau ein, die von 14 Marken von Abarth bis Vauxhall reicht. Die Herausforderung besteht darin, Fahrzeuge zu entwickeln, die von Grund auf für den autonomen Betrieb optimiert sind.
Foxconn, ein globaler Elektronikfertiger, übernimmt die Integration der notwendigen Hardware für das autonome Fahren. Dies umfasst Sensoren, Kameras und leistungsstarke Computer. Die präzise Installation und Kalibrierung dieser Komponenten ist entscheidend für die Sicherheit und Funktionalität der selbstfahrenden Autos. Foxconns Erfahrung in der Massenproduktion von Elektronik ist hierbei von großem Vorteil.
"Level 4 ist nicht bloß ein Meilenstein für die Kfz-Branche; es ist ein großer Sprung der KI-Leistung", sagte Nvidia-Gründer und -Chef Jensen Huang. "Das Fahrzeug wird zum Roboter, der mit übermenschlicher Präzision sieht, wahrnimmt, plant und fährt."
Nvidias Rolle: Das Gehirn des autonomen Fahrens
Nvidia, führend im Bereich der künstlichen Intelligenz und Grafikprozessoren, liefert die entscheidende Software- und Hardware-Architektur. Ihre Drive AGX Hyperion 10 Plattform wird das Herzstück der autonomen Fahrzeuge bilden. Diese Plattform basiert auf Nvidias eigenem Betriebssystem DriveOS und wird durch die Software Drive AV ergänzt. Diese Kombination ermöglicht es den Fahrzeugen, selbstständig zu navigieren und auf komplexe Verkehrssituationen zu reagieren.
Das angestrebte Ziel ist das Level 4 des autonomen Fahrens. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug in den meisten Situationen ohne menschliches Eingreifen fahren kann, aber ein Fahrer in bestimmten, seltenen Fällen noch eingreifen muss. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur vollständigen Autonomie, die als Level 5 definiert ist.
Was bedeutet autonomes Fahren Level 4?
Bei Level 4 des autonomen Fahrens kann das Fahrzeug in definierten Bereichen und unter bestimmten Bedingungen (z.B. auf Autobahnen oder in bestimmten Städten) komplett selbstständig fahren. Der Fahrer muss das System nicht überwachen und kann sich anderen Dingen widmen. Das System fordert den Fahrer jedoch zur Übernahme auf, wenn es seine Grenzen erreicht. Im Gegensatz dazu erfordert Level 5 keine menschliche Intervention unter beliebigen Bedingungen.
Unverbindliche Absichtserklärung und zukünftige Schritte
Aktuell liegt eine unverbindliche Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) vor. Diese bildet den Rahmen für die zukünftigen Verträge, die die genauen Bedingungen der Zusammenarbeit festlegen werden. Es müssen noch viele Details geklärt werden, darunter die Entwicklung der spezifischen Technologien, Lizenzvereinbarungen, die Produktion der Fahrzeuge und deren Beschaffung durch Uber.
Ein wichtiger Aspekt dieser Partnerschaft ist ihre nicht-exklusive Natur. Das bedeutet, dass jeder der beteiligten Konzerne weiterhin mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten kann. Stellantis kooperiert beispielsweise bereits mit dem chinesischen Unternehmen Pony.ai, das ebenfalls Robotaxis auf den europäischen Markt bringen möchte. Diese Offenheit ermöglicht es den Unternehmen, ihre Technologien und Strategien breit aufzustellen und von verschiedenen Partnerschaften zu profitieren.
Herausforderungen und Chancen für Stellantis
Für Stellantis kommt diese Partnerschaft zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Der Konzern, der 2021 aus der Fusion entstand, sieht sich in Nordamerika mit einem schwächelnden Geschäft konfrontiert. Die Investition in autonome Fahrzeugflotten bietet eine Chance, neue Einnahmequellen zu erschließen und sich als führender Akteur in der Mobilitätsrevolution zu positionieren. Der Markt für autonome Fahrzeuge wird in den kommenden Jahren voraussichtlich stark wachsen.
Die Entwicklung und der Einsatz von Robotaxis sind jedoch mit erheblichen technischen, regulatorischen und ethischen Herausforderungen verbunden. Die Sicherheit der Passagiere und anderer Verkehrsteilnehmer steht dabei an erster Stelle. Fortschritte in der KI und Sensorik sind entscheidend, um die nötige Zuverlässigkeit zu gewährleisten und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.
- Technologische Entwicklung: Ständige Verbesserungen bei Sensoren, KI-Algorithmen und Rechenleistung.
- Regulatorische Rahmenbedingungen: Schaffung klarer Gesetze und Vorschriften für autonome Fahrzeuge.
- Öffentliche Akzeptanz: Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit und den Nutzen von Robotaxis gewinnen.
Die Zusammenarbeit zwischen Uber, Stellantis, Foxconn und Nvidia zeigt, wie unterschiedliche Branchen zusammenkommen, um die Zukunft der Mobilität zu gestalten. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Partnerschaft entwickeln und welche Auswirkungen sie auf den globalen Transportmarkt haben wird.





