Der europäische Automarkt verzeichnete im Oktober 2024 erneut ein Wachstum. Die Neuzulassungen stiegen um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg markiert den fünfzehnten Monat in Folge mit positiven Zahlen. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Markt jedoch deutlich unter dem Niveau vor der COVID-19-Pandemie.
Wichtige Erkenntnisse
- Der EU-Automarkt wuchs im Oktober um 5,8 Prozent.
- Elektroautos steigern ihren Marktanteil auf 16,4 Prozent.
- Volkswagen bleibt Marktführer und legt um 7,9 Prozent zu.
- Tesla verzeichnete einen Rückgang von 48 Prozent im Oktober.
- Das Vorkrisenniveau wird weiterhin nicht erreicht.
Anhaltender Aufwärtstrend in der EU
Im Oktober 2024 wurden in der Europäischen Union insgesamt 916.609 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Seit Januar 2024 stiegen die Neuzulassungen um 1,4 Prozent auf rund 8,97 Millionen Fahrzeuge. Der europäische Herstellerverband ACEA betont jedoch, dass die Zahlen immer noch weit von den Werten vor der Pandemie entfernt sind.
Der Markt erholt sich stetig, aber langsam. Die Lieferketten stabilisieren sich, und die Konsumentennachfrage bleibt robust. Besonders in Ländern wie Deutschland und Frankreich zeigen sich positive Entwicklungen, die den Gesamtanstieg stützen.
Faktencheck
- Oktober 2024: 916.609 Neuzulassungen
- Wachstum gegenüber Vorjahr: +5,8%
- Januar bis Oktober 2024: 8,97 Millionen Neuzulassungen
- Marktanteil Elektroautos (Jan-Okt): 16,4%
Elektroautos auf dem Vormarsch, Tesla im Rückwärtsgang
Ein bemerkenswerter Trend ist das starke Wachstum von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs). Ihr Anteil an den gesamten Neuzulassungen stieg im bisherigen Jahresverlauf von 13,2 Prozent auf 16,4 Prozent. Dies unterstreicht die zunehmende Akzeptanz und Attraktivität von Elektroautos bei den Verbrauchern.
Interessanterweise konnte Tesla diesem allgemeinen Trend nicht folgen. Die Marke verzeichnete im Oktober einen deutlichen Einbruch: Nur 5.647 neue Teslas wurden zugelassen, ein Rückgang von 48 Prozent im Vergleich zum Oktober des Vorjahres. Auch im Jahresverlauf schrumpfte der Absatz von Tesla in der EU um 39 Prozent. Dies markiert eine Verfestigung des Abwärtstrends für den US-Hersteller in Europa.
„Der europäische Markt zeigt eine klare Präferenz für Elektromobilität, aber nicht alle Hersteller profitieren gleichermaßen davon. Die starke Konkurrenz und neue Modelle aus Asien und Europa fordern etablierte Marken heraus.“
Hintergrund: EU-Automarkt vor COVID-19
Vor der COVID-19-Pandemie im Jahr 2019 wurden in der EU jährlich über 15 Millionen Neuwagen zugelassen. Die Pandemie und die darauffolgenden Lieferkettenprobleme führten zu einem drastischen Einbruch der Verkaufszahlen. Obwohl der Markt sich erholt, ist das Erreichen des Vorkrisenniveaus eine langfristige Herausforderung.
Volkswagen dominiert, andere Marken legen zu
Der Volkswagen-Konzern bleibt unangefochtener Marktführer in der EU. Die Marken des Konzerns, zu denen VW, Skoda, Seat und Audi gehören, verzeichneten im Oktober einen Zuwachs von 7,9 Prozent. Dies festigt ihre Position an der Spitze des europäischen Automobilmarktes.
Auch andere große Hersteller konnten ihre Verkaufszahlen steigern:
- Der BMW-Konzern erzielte ein Plus von 8,7 Prozent.
- Mercedes-Benz wuchs um 2,0 Prozent.
- Der Stellantis-Konzern (mit Marken wie Peugeot, Citroën, Fiat und Opel) verzeichnete einen Anstieg von 6,6 Prozent.
Einige Marken innerhalb der Konzerne mussten jedoch Rückgänge hinnehmen. Volkswagens Sportwagenmarke Porsche verzeichnete beispielsweise ein Minus von 28 Prozent im Oktober.
Herausforderungen für einzelne Marken
Während der Gesamtmarkt wächst, stehen einzelne Hersteller vor spezifischen Herausforderungen. Der Rückgang bei Tesla könnte auf eine verstärkte Konkurrenz im Elektroauto-Segment oder auf spezifische Modellzyklen zurückzuführen sein. Auch Luxusmarken wie Porsche spüren möglicherweise die Auswirkungen wirtschaftlicher Unsicherheiten stärker.
Die europäische Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die Umstellung auf Elektromobilität und die Notwendigkeit, strengere Emissionsvorschriften einzuhalten, prägen die Strategien der Hersteller. Innovation und Anpassungsfähigkeit sind entscheidend für den zukünftigen Erfolg auf diesem dynamischen Markt.





