Ein autonomes Taxi des US-Unternehmens Waymo war letzte Woche in einen Unfall verwickelt, bei dem ein Schulkind in Santa Monica, Kalifornien, leicht verletzt wurde. Das Kind trat plötzlich hinter einem SUV auf die Fahrbahn und wurde von dem Robotaxi erfasst, das umgehend eine Notbremsung einleitete. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht nun das Verhalten des autonomen Systems, insbesondere in der Nähe von Schulen.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Waymo Robotaxi stieß in Santa Monica mit einem Schulkind zusammen.
- Das Kind erlitt nach Waymo-Angaben leichte Verletzungen.
- Der Unfall ereignete sich nahe einer Grundschule während der Abholzeiten.
- Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft das Verhalten des autonomen Systems in Schulzonen.
- Waymo behauptet, das Robotaxi habe schneller reagiert als ein menschlicher Fahrer.
Unfallhergang und Waymos Reaktion
Der Vorfall ereignete sich am Freitag letzter Woche. Ein autonom fahrendes Waymo-Fahrzeug kollidierte mit einem Schulkind in der Nähe einer Grundschule in Santa Monica. Waymo meldete den Unfall umgehend der US-Verkehrsbehörde NHTSA und reichte wenige Tage später den erforderlichen Bericht ein.
Nach Angaben von Waymo trat der junge Fußgänger "plötzlich hinter einem hohen SUV die Fahrbahn betrat und direkt in den Fahrweg unseres Fahrzeugs lief". Das System des Robotaxis reagierte sofort. Es leitete eine starke Bremsung ein. Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs reduzierte sich von etwa 27 km/h auf unter 10 km/h, bevor es zum Zusammenstoß kam.
"Nach dem Kontakt stand der Fußgänger sofort auf, ging zum Bürgersteig, und wir riefen die Polizei", erklärte Waymo. "Das Fahrzeug blieb stehen, fuhr an den Straßenrand und blieb dort, bis die Polizei es zum Verlassen des Einsatzortes freigab."
Vergleich mit menschlicher Reaktion
Waymo argumentiert, dass das autonome System in dieser Situation schneller reagiert habe als ein menschlicher Fahrer. Simulationen des Unternehmens hätten gezeigt, dass ein "voll aufmerksamer menschlicher Fahrer" das Fahrzeug vor der Kollision nur auf etwa 22,5 km/h hätte abbremsen können. Die genauen Verletzungen des Kindes sowie dessen Alter und Identität sind bisher nicht öffentlich bekannt.
Faktencheck
- Unfallzeitpunkt: Freitag, letzte Woche
- Ort: Santa Monica, Kalifornien, nahe einer Grundschule
- Geschwindigkeit des Robotaxis vor Bremsung: ca. 27 km/h
- Geschwindigkeit bei Kollision: unter 10 km/h
- Waymo-Behauptung: Robotaxi bremste schneller als ein Mensch (22,5 km/h bei menschlicher Reaktion vs. unter 10 km/h autonom).
Ermittlungen der US-Verkehrsbehörde NHTSA
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) wurde noch am Unfalltag von Waymo informiert. Die Behörde hat eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um das Verhalten des Waymo-Systems zu bewerten. Dies ist nicht der erste Vorfall, der Waymo in die Schlagzeilen bringt; zuletzt sorgte eine in San Francisco überfahrene Katze für Kritik.
Hintergrund: NHTSA und autonome Fahrzeuge
Die NHTSA ist die oberste US-Behörde für Verkehrssicherheit. Sie überwacht die Entwicklung und den Einsatz autonomer Fahrsysteme. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass diese Technologien keine unnötigen Risiken für die Öffentlichkeit darstellen. Regelmäßige Überprüfungen und Unfallanalysen sind Teil ihrer Arbeit.
Fokus auf Schulzonen und gefährdete Verkehrsteilnehmer
Die NHTSA betont, dass sich der Unfall "in unmittelbarer Nähe einer Grundschule in Santa Monica, Kalifornien, während der üblichen Bring- und Abholzeiten" ereignete. Zum Zeitpunkt des Geschehens befanden sich weitere Kinder, ein Schulweghelfer und mehrere falsch geparkte Fahrzeuge in der Umgebung. Einige Eltern hatten ihre Fahrzeuge in zweiter Reihe abgestellt, um ihre Kinder abzuholen oder abzusetzen. Diese Umstände sind für die Untersuchung von Bedeutung.
Das verwickelte Robotaxi nutzte die fünfte Generation von Waymos Automated Driving System (ADS). Die NHTSA prüft nun, ob das System "angesichts der Nähe zur Grundschule während der Bring- und Abholzeiten sowie der Anwesenheit junger Fußgänger und anderer potenziell gefährdeter Verkehrsteilnehmer die gebotene Vorsicht walten ließ". Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verhalten des Autopiloten in Schulzonen und angrenzenden Bereichen.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde arbeitet bei der Sicherheitsuntersuchung dieses Waymo-Unfalls eng mit der örtlichen Polizeidienststelle zusammen. Dies gab die NHTSA auf der Plattform X bekannt.
Bedeutung für die Zukunft des autonomen Fahrens
Dieser Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen und die Notwendigkeit gründlicher Tests bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme. Besonders in komplexen Umgebungen wie Schulzonen, wo Kinder unvorhersehbar agieren können, müssen autonome Fahrzeuge höchste Sicherheitsstandards erfüllen.
Die Transparenz von Waymo bei der Meldung des Unfalls wird positiv bewertet. Dennoch sind die Ergebnisse der NHTSA-Untersuchung entscheidend für das Vertrauen in die Technologie. Sie könnten auch zukünftige Regulierungen für den Einsatz von Robotaxis in sensiblen Bereichen beeinflussen.
Öffentliche Wahrnehmung und Sicherheit
Die öffentliche Akzeptanz autonomer Fahrzeuge hängt stark von ihrer nachgewiesenen Sicherheit ab. Vorfälle wie dieser, auch wenn sie glimpflich ausgehen, können die Skepsis gegenüber der Technologie verstärken. Daher ist es für Unternehmen wie Waymo essenziell, nicht nur technologisch fortgeschritten zu sein, sondern auch proaktiv und transparent mit Sicherheitsfragen umzugehen.
Die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit ist unerlässlich, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Potenzial des autonomen Fahrens voll auszuschöpfen. Die Untersuchung in Santa Monica wird wichtige Erkenntnisse für diese Entwicklung liefern.





