Ein autonomes Fahrzeug der Alphabet-Tochter Waymo hat in San Francisco eine Katze überfahren. Der Vorfall ereignete sich bereits am 27. Oktober im Mission District und hat dort zu erheblicher Kritik an den Robotaxis geführt. Die Anwohner trauern um die Katze namens 'Kitkat', die als 'Bürgermeisterin der 16. Straße' bekannt war.
Wichtige Punkte
- Ein Waymo-Robotaxi überfuhr am 27. Oktober eine Katze in San Francisco.
- Der Vorfall löste Proteste und eine Debatte über autonome Fahrzeuge aus.
- Waymo ist der einzige Anbieter in den USA, der Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer betreibt.
- Es gibt unterschiedliche Darstellungen zum Unfallhergang.
- Die Robotaxis von Waymo sind bereits in mehreren US-Städten im Einsatz und sollen 2026 nach London kommen.
Details zum Unfallgeschehen
Der tödliche Unfall ereignete sich im Mission District von San Francisco. Die Katze, von den Anwohnern liebevoll 'Kitkat' genannt, war in der Nachbarschaft sehr beliebt. Nach ihrem Tod wurde eine Gedenkstätte eingerichtet und Protestschilder gegen Waymo tauchten in den Straßen auf.
Zum genauen Unfallhergang gibt es unterschiedliche Versionen. Tekedra Mawakana, Co-Chefin von Waymo, erklärte auf einer Konferenz, die Katze sei unter das Fahrzeug gesprungen, als es losfuhr. Dies wurde von Waymo als interne Erkenntnis kommuniziert.
Jackie Fielder, die den Mission District im Stadtrat von San Francisco vertritt, widersprach dieser Darstellung. In einem Instagram-Post gab sie an, Kitkat habe mehrere Sekunden vor dem stehenden Auto gesessen, bevor dieses in Bewegung gesetzt wurde. Diese Diskrepanz heizt die Debatte weiter an.
Faktencheck: Waymo-Robotaxis
- Einsatzorte: San Francisco, Los Angeles, Phoenix, Austin, Atlanta (USA).
- Fahrzeugtyp: Umgebaute elektrische Jaguar I-Pace.
- Fahrtenvolumen: Rund 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche.
- Besonderheit: Erster und derzeit einziger Anbieter in den USA ohne Sicherheitsfahrer an Bord.
- Zukunftspläne: Expansion nach London ab 2026 geplant.
Wachsende Skepsis gegenüber autonomen Fahrzeugen
Der Vorfall mit Kitkat ist nicht der erste, der die Öffentlichkeit gegen Waymos Robotaxis aufbringt. Obwohl Waymo als Pionier im autonomen Fahren gilt und bereits über 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche durchführt, gab es in der Vergangenheit immer wieder Zwischenfälle.
Anfang 2024 war ein Waymo-Fahrzeug in einen Unfall mit einem Radfahrer verwickelt, bei dem dieser leicht verletzt wurde. In Phoenix stoppte die Polizei ein Robotaxi, das auf der falschen Fahrbahnseite fuhr und eine rote Ampel überfuhr. Solche Ereignisse nähren die Bedenken der Bevölkerung.
„Die Sicherheit und Akzeptanz autonomer Fahrzeuge hängt maßgeblich davon ab, wie transparent und zuverlässig sie im Alltag agieren. Jeder Zwischenfall, insbesondere wenn Leben betroffen sind, untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit.“
Proteste und Widerstand in San Francisco
Die Bürger von San Francisco zeigen ihren Unmut auf verschiedene Weisen. Jackie Fielder plant, eine Resolution einzubringen, die den Bürgern ein Mitspracherecht bei der Zulassung selbstfahrender Autos in ihren Vierteln geben soll. Dies zeigt den Wunsch nach lokaler Kontrolle über neue Technologien.
Einige Gegner der autonomen Taxis greifen zu direkteren Maßnahmen. Sie stoppen die Fahrzeuge manchmal durch sogenanntes 'Coning', indem sie einen Verkehrskegel auf die Motorhaube stellen. Das Fahrzeug bleibt dann stehen und erfordert menschliches Eingreifen, um den Kegel zu entfernen. Dies ist eine Form des zivilen Ungehorsams.
Hintergrund: Die Rolle von Waymo
Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet (dem Mutterkonzern von Google), ist seit Jahren führend in der Entwicklung autonomer Fahrsysteme. Das Unternehmen hat Milliarden in die Forschung und Entwicklung investiert und betreibt eine der größten Flotten von Robotaxis weltweit. Ihr Ziel ist es, den Transport sicherer und effizienter zu gestalten, aber die Implementierung stößt auf gesellschaftliche und technische Herausforderungen.
Die Zukunft der Robotaxis in Städten
Trotz der Rückschläge und Proteste expandiert Waymo weiter. Die Einführung in London ab 2026 ist ein großer Schritt, der zeigt, dass das Unternehmen an seiner Vision festhält. Die Debatte um Sicherheit, Ethik und die Rolle von Robotaxis im urbanen Raum wird jedoch weitergehen.
Die Akzeptanz der Bevölkerung ist entscheidend für den Erfolg autonomer Fahrsysteme. Zwischenfälle wie der Tod der Katze 'Kitkat' verdeutlichen, dass die Technologie nicht nur technisch einwandfrei funktionieren muss, sondern auch das Vertrauen der Menschen gewinnen muss. Dies erfordert Transparenz und eine offene Kommunikation über Fehler und Verbesserungen.
Die Forderung nach Bürgerbeteiligung, wie sie von Stadträtin Fielder geäußert wird, könnte ein wichtiger Schritt sein, um die Akzeptanz zu erhöhen und die Integration autonomer Fahrzeuge in das Stadtbild reibungsloser zu gestalten. Es bleibt abzuwarten, wie Waymo und andere Anbieter auf diese Herausforderungen reagieren werden.





