Ford hat das vergangene Quartal mit einem erheblichen Verlust von 11,1 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Dieser Rückgang ist maßgeblich auf hohe Kosten für den Umbau des Elektroauto-Geschäfts, einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer und die geltenden US-Importzölle zurückzuführen. Das Ergebnis spiegelt die Herausforderungen im US-Markt für batteriebetriebene Fahrzeuge wider.
Wichtige Erkenntnisse
- Ford verzeichnete einen Quartalsverlust von 11,1 Milliarden US-Dollar.
- Der Umbau des Elektroauto-Geschäfts verursachte hohe Abschreibungen.
- Verbrennungsmotoren und Nutzfahrzeuge blieben profitabel.
- Ford plant, sich stärker auf Hybridfahrzeuge zu konzentrieren.
- Die batterieelektrische Version des F-150 Pickups wird eingestellt.
Hohe Kosten für den Umbau des Elektroauto-Geschäfts
Der Milliardenverlust von Ford kommt nicht völlig unerwartet. Das Unternehmen hatte bereits eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar im Bereich der batteriebetriebenen Fahrzeuge angekündigt. Diese Entscheidung unterstreicht die Schwierigkeiten, Elektroautos auf dem US-Markt profitabel zu machen und in großem Umfang zu etablieren.
Im Vorjahresquartal konnte Ford noch einen Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar ausweisen. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der finanziellen Leistung des Automobilherstellers.
Faktencheck: Ford und Elektroautos
- Quartalsverlust: 11,1 Milliarden US-Dollar
- Umsatzrückgang: 5 Prozent im Jahresvergleich
- Operativer Verlust E-Sparte: 1,2 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal
- Angekündigte Abschreibung: 19,5 Milliarden US-Dollar bei batteriebetriebenen Fahrzeugen
Herausforderungen im US-Elektroautomarkt
Die Elektroauto-Sparte von Ford, bekannt als Model e, verzeichnete in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar. Dies setzt einen Trend aus den vorherigen Quartalen fort, in denen die E-Sparte ebenfalls defizitär war. Trotz massiver Investitionen haben die großen US-Autohersteller, darunter General Motors, Ford und Stellantis, keinen massenhaften Durchbruch von Elektroautos auf dem US-Markt erreicht.
Stellantis musste kürzlich ebenfalls eine Abschreibung von 15 Milliarden Dollar in seiner E-Auto-Sparte vornehmen. Dies verdeutlicht, dass die Herausforderungen nicht auf Ford allein beschränkt sind, sondern die gesamte Branche betreffen, die versucht, den Übergang zur Elektromobilität zu meistern.
„Die Transformation zur Elektromobilität ist eine enorme Investition. Wir lernen weiterhin, wie wir diese neuen Technologien am besten in den Markt bringen können, besonders in einem so wettbewerbsintensiven Umfeld wie den USA.“
Verbrennungsmotoren und Nutzfahrzeuge bleiben Stützen
Während die Elektroauto-Sparte Verluste einfährt, bleiben die traditionellen Geschäftsfelder von Ford profitabel. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren erzielten im letzten Quartal einen operativen Gewinn von 727 Millionen Dollar. Die Nutzfahrzeug-Sparte, Ford Pro, erwirtschaftete auf operativer Basis sogar gut 1,2 Milliarden Dollar.
Diese Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach traditionellen Fahrzeugen und Nutzfahrzeugen weiterhin stark ist und diese Segmente derzeit die Verluste der E-Sparte abfedern müssen. Die Strategie des Unternehmens muss daher eine Balance zwischen der Fortführung bewährter Geschäftsmodelle und der Investition in zukünftige Technologien finden.
Hintergrund: US-Importzölle
Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Importzölle betreffen Bauteile und Rohstoffe, die Ford aus dem Ausland bezieht. Diese Zölle erhöhen die Produktionskosten und tragen ebenfalls zum finanziellen Druck auf das Unternehmen bei. Sie beeinflussen die gesamte Lieferkette und machen die Fertigung in den USA teurer.
Fokus auf Hybrid und kleinere E-Modelle
Ford plant für die Zukunft eine Neuausrichtung seiner Strategie im Bereich der Elektromobilität. Das Unternehmen will sich stärker auf Hybrid-Fahrzeuge konzentrieren. Diese Modelle bieten eine Brücke zwischen Verbrennungsmotoren und reinen Elektroautos und könnten eine größere Akzeptanz bei den Verbrauchern finden, die noch Bedenken hinsichtlich Reichweite und Ladeinfrastruktur haben.
Zudem will Ford bei Elektroautos auf kleinere Modelle setzen. Als Teil dieser Strategie wurde die batterieelektrische Version des populären Pickups F-150 eingestellt. Diese Entscheidung deutet darauf hin, dass das Unternehmen seine Investitionen in bestimmte E-Fahrzeugsegmente überdenkt und sich auf profitablere Nischen konzentrieren möchte.
Die Zukunft der Elektromobilität bei Ford
- Stärkere Konzentration auf Hybridfahrzeuge: Dies bietet Flexibilität für Kunden und kann die Marktakzeptanz erhöhen.
- Fokus auf kleinere Elektroauto-Modelle: Kleinere Modelle erfordern oft weniger teure Batterien und könnten eine breitere Käuferschicht ansprechen.
- Anpassung der Produktpalette: Die Einstellung des batterieelektrischen F-150 zeigt eine strategische Neuausrichtung.
Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Unternehmen wie Ford müssen ihre Strategien ständig anpassen, um in einem sich schnell entwickelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Weg zur vollständigen Elektromobilität ist mit Herausforderungen gepflastert, aber auch mit Chancen für diejenigen, die die richtige Balance finden.





