Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Zum Jahreswechsel 2025/2026 gab es fast 200.000 öffentliche Ladepunkte. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur hervor. Dieser Zuwachs zeigt die fortschreitende Entwicklung der Elektromobilität im Land.
Wichtige Erkenntnisse
- Deutschland verfügt über 193.985 öffentliche Ladepunkte zum 1. Januar 2026.
- Die Gesamtladeleistung stieg im letzten Jahr um fast 30 Prozent auf 8,1 GW.
- DC-Ladepunkte mit hoher Leistung sind der Haupttreiber des Ausbaus.
- AC-Ladepunkte wachsen weiterhin schnell, da sie einfacher zu installieren sind.
Deutlicher Zuwachs bei der Ladeinfrastruktur
Zum Stichtag 1. Januar 2026 registrierte die Bundesnetzagentur insgesamt 193.985 öffentliche Ladepunkte. Ein Jahr zuvor waren es noch 165.295. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 17 Prozent innerhalb eines Jahres. Dieser Anstieg, obwohl etwas geringer als in den Vorjahren, ist ein klares Zeichen für den kontinuierlichen Ausbau.
Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der kumulierten Ladeleistung. Sie erreichte fast 8,1 Gigawatt (GW) im Vergleich zu knapp 6,3 GW im Vorjahr. Dies bedeutet eine Steigerung von fast 29 Prozent. Pro Ladepunkt stieg die durchschnittliche Leistung von 38 auf fast 42 Kilowatt (kW).
Fakten zum Ausbau
- Gesamtzahl 01.01.2026: 193.985 Ladepunkte
- AC-Ladepunkte: 145.256 (+13% zum Vorjahr)
- DC-Ladepunkte: 48.729 (+33% zum Vorjahr)
- Gesamtladeleistung: 8,1 GW (+29% zum Vorjahr)
DC-Ladesäulen als Wachstumstreiber
Der Hauptmotor dieser Entwicklung sind die Gleichstrom-Ladepunkte (DC-Ladepunkte). Ihre Anzahl stieg im vergangenen Jahr um 9.457 auf 35.353 Ladepunkte mit mindestens 150 kW Ladeleistung. Diese Hochleistungslader sind entscheidend für schnelles Laden unterwegs und gewinnen mit der steigenden Anzahl leistungsfähiger Elektroautos an Bedeutung.
Im Vergleich dazu wuchs die Zahl der Wechselstrom-Ladepunkte (AC-Ladepunkte) um 13 Prozent auf 145.256. Obwohl der prozentuale Zuwachs bei DC-Ladepunkten deutlich höher ist, bleibt die absolute Zahl der AC-Ladepunkte weiterhin größer. Dies liegt an den unterschiedlichen Anforderungen und Installationskosten.
„Der Ausbau der DC-Ladepunkte mit mindestens 150 kW ist ein wesentlicher Treiber für die gesamte Ladeinfrastruktur. Immer mehr Elektroautos können diese hohen Leistungen abrufen, was die Nachfrage und den Ausbau weiter ankurbelt.“
Unterschiede zwischen AC- und DC-Laden
AC-Laden: Einfach und verbreitet
AC-Ladepunkte sind typischerweise an das Niederspannungsnetz angeschlossen. Sie bieten in der Regel eine maximale Ladeleistung von 22 kW. Viele Elektroautos können über diesen Weg nicht mehr Leistung aufnehmen. Die Installation solcher Ladepunkte ist vergleichsweise einfach und kostengünstig, da sie keine aufwendige Netzanbindung erfordern. Daher sind sie besonders für das Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder bei längeren Standzeiten geeignet.
Die hohe Anzahl an AC-Ladepunkten spiegelt ihre Rolle als grundlegender Bestandteil der Ladeinfrastruktur wider. Sie bilden das Fundament für die tägliche Nutzung von Elektrofahrzeugen.
DC-Laden: Schnell und leistungsstark
DC-Ladestationen hingegen erfordern einen Anschluss an das Mittelspannungsnetz. Dies ist mit höheren Kosten verbunden, ermöglicht aber deutlich höhere Ladeleistungen, oft 150 kW, 300 kW oder sogar mehr. Diese Stationen sind ideal für Langstreckenfahrten oder Situationen, in denen eine schnelle Ladung notwendig ist.
Hintergrund: Netzanschluss
Für AC-Ladesäulen genügt ein Anschluss an das Niederspannungsnetz. DC-Ladesäulen benötigen einen Anschluss an das Mittelspannungsnetz. Die Kosten für den Mittelspannungsanschluss sind höher, die potenziellen Einnahmen durch den schnelleren Stromverkauf jedoch auch.
Anbieter konzentrieren sich zunehmend auf den Ausbau von Hochleistungs-DC-Ladepunkten. Dies ist eine Reaktion auf die wachsende Zahl von Elektroautos, die solche Ladeleistungen nutzen können. Modelle von Herstellern wie Xpeng, BMW, Mercedes, Smart und Volvo gehören zu den Fahrzeugen, die von dieser Entwicklung profitieren.
Ausblick auf die Ladeinfrastruktur
Die aktuellen Zahlen zeigen einen klaren Trend: Die Ladeinfrastruktur wächst stetig, und der Fokus verschiebt sich zunehmend auf leistungsstarke DC-Lösungen. Es ist zu erwarten, dass die Gesamtzahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland bereits im ersten Quartal 2026 die Marke von 200.000 überschreiten wird.
Diese Entwicklung ist entscheidend für die Akzeptanz und Verbreitung der Elektromobilität. Eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur nimmt den Fahrern von Elektroautos die Reichweitenangst und macht den Umstieg auf umweltfreundlichere Fahrzeuge attraktiver.
Die Branche arbeitet daran, die Lücken im Netz zu schließen und die Verfügbarkeit von Ladeoptionen weiter zu verbessern. Dies umfasst auch innovative Lösungen wie dynamische Stromtarife, die die Nachfrage an das Angebot anpassen sollen.
Die Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur sind immens. Sie sind jedoch notwendig, um den wachsenden Bedarf an Lademöglichkeiten zu decken und Deutschland als führenden Markt für Elektromobilität zu etablieren. Die Kombination aus AC-Ladepunkten für den Alltag und DC-Schnellladern für unterwegs bildet ein robustes Netzwerk, das die Zukunft der Mobilität maßgeblich mitgestaltet.
- Zukunftstrend: Mehr Hochleistungs-DC-Lader
- Ziel: Flächendeckende und leistungsfähige Infrastruktur
- Vorteile: Weniger Reichweitenangst, höhere Akzeptanz von E-Autos





