Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland wächst weiter. Zum Stichtag 1. Oktober 2025 waren fast 180.000 öffentliche Ladepunkte verfügbar. Dies entspricht einem Zuwachs von über 16 Prozent innerhalb eines Jahres.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte erreichte fast 180.000.
- Gleichstrom-Ladepunkte (DC) mit hoher Leistung nehmen stark zu.
- Nordrhein-Westfalen verzeichnet den größten Zuwachs.
- Das Ausbautempo verlangsamt sich im Vergleich zu Vorjahren leicht.
Wachstum der Ladeinfrastruktur
Die Bundesnetzagentur hat aktuelle Zahlen zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge veröffentlicht. Demnach waren am 1. Oktober 2025 genau 179.938 öffentliche Ladepunkte in Betrieb. Dies sind 24.354 Ladepunkte mehr als im Vorjahr.
Die gesamte Nennleistung aller Ladeeinrichtungen beträgt inzwischen 7,33 Gigawatt. Dies zeigt die zunehmende Kapazität des deutschen Ladenetzes.
Faktencheck
- Gesamtzahl Ladepunkte: 179.938
- Zuwachs im Jahresvergleich: +24.354 Ladepunkte
- Prozentualer Anstieg: Gut 16 Prozent
- Kumulierte Nennleistung: 7,33 GW
Starker Anstieg bei DC-Schnellladern
Ein bemerkenswerter Trend ist die Verschiebung hin zu leistungsstärkeren Gleichstrom-Ladepunkten (DC). Während die Anzahl der Wechselstrom-Ladepunkte (AC) um 13.052 auf 135.691 anstieg, verzeichneten die DC-Ladepunkte einen deutlich stärkeren prozentualen Zuwachs.
Die Zahl der DC-Ladepunkte mit mindestens 50 kW Leistung erhöhte sich von 32.945 auf 44.247. Das entspricht einem Plus von 11.302 Ladepunkten oder 34 Prozent. Besonders hervorzuheben sind die 8.955 Ladepunkte, die eine Ladeleistung von mindestens 150 kW bieten. Diese sind entscheidend für schnelles Laden auf längeren Strecken.
„Der Ausbau der DC-Ladeinfrastruktur ist ein wichtiger Schritt, um die Akzeptanz von Elektroautos weiter zu steigern. Schnelle Ladevorgänge sind für viele Nutzer entscheidend.“
Stecker-Standards und Kompatibilität
Bei den Steckertypen dominieren weiterhin Typ 2 für AC-Laden und CCS (Combined Charging System) für DC-Laden. Der CHAdeMO-Standard, der früher bei einigen Elektroautos und Plug-in-Hybriden wie dem Mitsubishi Outlander PHEV verbreitet war, ist in Deutschland rückläufig. Dies kann für Besitzer älterer Fahrzeuge zu Herausforderungen führen, da Adapter teuer sind und AC-Laden oft die einzige Alternative bleibt.
Regionale Unterschiede im Ausbau
Der Ausbau verteilt sich nicht gleichmäßig über die Bundesländer. Den größten Zuwachs an Ladepunkten verzeichnete Nordrhein-Westfalen. Dort stieg die Zahl von 29.780 auf 35.286 Ladepunkte innerhalb eines Jahres.
Im Vergleich dazu fielen die Zuwächse in kleineren Bundesländern geringer aus. Thüringen meldete 3.660 Ladepunkte (plus 539), Sachsen-Anhalt 3.100 (plus 499) und Schleswig-Holstein 7.073 (plus 861).
Hintergrundinformationen
Die Bundesnetzagentur ist für die Erfassung und Regulierung der Ladeinfrastruktur in Deutschland zuständig. Die Daten geben einen wichtigen Überblick über den Fortschritt beim Übergang zur Elektromobilität und zeigen, wo weiterer Handlungsbedarf besteht.
Verlangsamung des Ausbautempos
Obwohl die Gesamtzahl der Ladepunkte weiter steigt, verlangsamt sich das Ausbautempo im Vergleich zu den Vorjahren. Im Jahr 2023 wurden noch rund 41.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb genommen. Für das Jahr 2024 wird ein Zuwachs von etwas mehr als 33.000 neuen Ladepunkten erwartet.
Bis Anfang Oktober dieses Jahres wurden etwa 16.500 neue Ladepunkte bei der Bundesnetzagentur registriert. Dies deutet darauf hin, dass das Ziel für 2024 möglicherweise erreicht wird, aber die Dynamik der vergangenen Jahre abnimmt.
- 2023: Rund 41.000 neue Ladepunkte
- 2024 (Prognose): Etwas mehr als 33.000 neue Ladepunkte
- 2025 (bis Anfang Oktober): Circa 16.500 neue Ladepunkte
Die Gründe für diese Verlangsamung sind vielfältig und könnten von Genehmigungsverfahren bis hin zu wirtschaftlichen Faktoren reichen. Dennoch ist der kontinuierliche Ausbau des Ladenetzes ein positives Signal für die Elektromobilität in Deutschland.
Bedeutung für die Elektromobilität
Ein dichtes und leistungsfähiges Ladenetz ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität. Es reduziert die sogenannte Reichweitenangst und macht Elektroautos für eine breitere Bevölkerung attraktiver. Der Fokus auf DC-Schnelllader ist hierbei besonders wichtig, da er die Ladezeiten erheblich verkürzt und somit die Praxistauglichkeit von Elektrofahrzeugen im Alltag verbessert.
Die Bundesregierung und private Akteure arbeiten weiterhin daran, die Infrastruktur zu stärken und den Übergang zu emissionsfreier Mobilität zu beschleunigen.





