Opel hat den überarbeiteten Astra vorgestellt, der ab sofort bestellbar ist. Die Auslieferung der Modelle beginnt voraussichtlich im Frühjahr. Eine der größten Änderungen betrifft die Getriebeoptionen: Das manuelle Schaltgetriebe entfällt komplett, der Astra ist nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich. Diese Entscheidung beeinflusst sowohl die Modellpalette als auch die Preisgestaltung.
Wichtige Änderungen
- Kein Schaltgetriebe mehr verfügbar.
- Neues Basismodell ist der 1,2-Liter-Hybrid.
- Verbesserungen am Infotainmentsystem und leichte Designanpassungen.
- Astra Electric mit größerer Batterie und höherer Reichweite.
- Plug-in-Hybrid ist das schnellste Modell der Baureihe.
Antriebe: Hybrid und Elektro im Fokus
Die Antriebspalette des Astra wurde umfassend überarbeitet. Der bisherige Basisbenziner wird nicht mehr angeboten. Stattdessen bildet nun der 1,2-Liter-Hybrid mit 107 kW (145 PS) und einem elektrifizierten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe den Einstieg in die Modellreihe. Diese Neuausrichtung spiegelt den allgemeinen Trend zu elektrifizierten Antrieben wider.
Für Dieselfreunde bleibt der 96 kW (130 PS) starke Dieselmotor im Angebot, gekoppelt an eine Achtgang-Wandlerautomatik. Dieser ist preislich etwa 1.600 Euro teurer als das neue Hybrid-Basismodell. Opel setzt damit weiterhin auf eine breite Antriebsvielfalt, auch wenn der Fokus klar auf Hybrid- und Elektrotechnologien liegt.
Faktencheck Antrieb
- Hybrid (Basis): 1,2 Liter, 107 kW, elektrifiziertes 6-Gang-DKG.
- Diesel: 96 kW, 8-Gang-Wandlerautomatik.
- Plug-in-Hybrid: 1,6 Liter (110 kW) + E-Motor (92 kW), 17,2 kWh Batterie.
- Astra Electric: 58 kWh Batterie, 454 km WLTP-Reichweite.
Plug-in-Hybrid: Leistung und Reichweite
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Plug-in-Hybrid. Er kombiniert einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 110 kW (150 PS) mit einem 92 kW (125 PS) starken Elektromotor. Dieser E-Motor ist in ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe integriert. Die Batteriekapazität beträgt 17,2 kWh.
Die rein elektrische Reichweite gibt Opel im WLTP-Zyklus mit 82 bis 84 Kilometern an. Dies ermöglicht vielen Fahrern, ihren täglichen Pendelweg emissionsfrei zurückzulegen. Ein Wermutstropfen bleibt die Ladeleistung: Der Plug-in-Hybrid kann weiterhin nur einphasig mit bis zu 7,4 kW geladen werden. Obwohl dies nun ohne Zusatzkosten erfolgt, ist die Nutzung dieser Leistung oft auf öffentliche Ladeinfrastruktur beschränkt, während private Wallboxen meist nur 3,7 kW bieten.
"Der Plug-in-Hybrid ist derzeit der schnellste Astra. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h und beschleunigt in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h."
Ladeinfrastruktur und Performance
Die Ladeleistung des Plug-in-Hybrids ist ein wichtiger Punkt für potenzielle Käufer. Zwar sind 7,4 kW eine Verbesserung, doch im Vergleich zu anderen Herstellern, die bereits dreiphasiges Laden anbieten, bleibt Opel hier zurück. Die hohe Systemleistung des Plug-in-Hybrids macht ihn jedoch zum sportlichsten Modell der Astra-Reihe. Die Limousine erreicht 100 km/h in 7,6 Sekunden, der Kombi in 7,7 Sekunden.
Astra Electric: Mehr Batterie, gleiche Ladeleistung
Der Astra Electric erhält eine leicht vergrößerte Batterie. Statt 54 kWh bietet sie nun 58 kWh Kapazität. Laut Opel soll dies eine zusätzliche Reichweite von etwa 35 Kilometern bis zum ersten Ladestopp ermöglichen. Die WLTP-Reichweite des Astra Electric liegt nun bei bis zu 454 Kilometern.
Trotz der größeren Batterie bleibt die maximale DC-Ladeleistung bei 100 kW. Im Vergleich zu anderen Modellen des Stellantis-Konzerns, die auf derselben Plattform basieren und bis zu 120 kW Ladeleistung erreichen, ist dies ein Punkt, der Fragen aufwerfen könnte. Eine schnellere Ladezeit würde die Attraktivität des Elektro-Astra weiter steigern.
Kofferraumvolumen: Ein Kompromiss
Alle elektrifizierten Astra-Modelle – sowohl der Electric als auch der Plug-in-Hybrid – müssen mit einem kleineren Kofferraumvolumen auskommen. Bei den Verbrennern beträgt das Volumen 422 Liter (Limousine) bis 597 Liter (Kombi).
- Astra Electric: 352 bis 516 Liter
- Plug-in-Hybrid: 310 bis 466 Liter
Dieser Unterschied ist auf die Unterbringung der Batterien und Elektromotoren zurückzuführen.
Preise und Marktpositionierung
Der Listenpreis für den Astra Electric beginnt bei mindestens 37.990 Euro. Angesichts der technischen Daten wird dieser Preis als eher durchschnittlich bewertet. Opel könnte hier noch Anpassungen vornehmen müssen, um den Absatz von Elektrofahrzeugen zu steigern, insbesondere da Kaufprämien für Elektroautos in einigen Märkten wegfallen oder reduziert wurden.
Der Plug-in-Hybrid ist preislich noch einmal teurer als der Astra Electric. Dies deutet auf Opels Vertrauen in diese Technologie hin. Die Förderung für Elektroautos könnte den effektiven Kaufpreis des Astra Electric jedoch unter den des Hybridmodells drücken, was ihn für eine breitere Käuferschaft attraktiver machen könnte.
Patrick Dinger, Deutschland-Markenchef von Opel, äußerte sich optimistisch über das neue Angebot. Dennoch steht der Astra in einem umkämpften Markt und muss sich gegen starke Konkurrenz behaupten. Die Verbesserungen am Infotainmentsystem und die leicht überarbeitete Frontpartie, die das Auto etwas rundlicher erscheinen lässt, sind willkommene Änderungen, die das Fahrerlebnis verbessern sollen. Opel verspricht zudem nochmals verbesserte Sitze, die den Komfort auf langen Fahrten erhöhen.
Die Entscheidung, das Schaltgetriebe komplett zu streichen, dürfte den Präferenzen der meisten modernen Autokäufer entgegenkommen, die zunehmend Automatikgetriebe bevorzugen. Allerdings verschiebt dies die Einstiegspreise der Modelle nach oben. Die Fähigkeit des Astra Electric, Strom für externe Verbraucher zu liefern, ist eine praktische Funktion, die seine Alltagstauglichkeit erhöht.





