Die deutsche Automobilindustrie blickt mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Aktuelle Daten des Ifo Instituts zeigen einen leichten Anstieg des Geschäftsklimaindex. Vor allem die Nachfrage aus dem europäischen Raum erweist sich als stabilisierende Kraft für die Exportaussichten der Branche.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Geschäftsklimaindex der deutschen Autoindustrie stieg im Januar um 0,2 Punkte auf minus 19,6.
- Die Geschäftserwartungen verbesserten sich um 2,8 Punkte, während die aktuelle Lage negativer bewertet wurde.
- Die Nachfrage aus dem Euroraum ist ein wichtiger Treiber für die Exporterwartungen.
- Die Wettbewerbsposition innerhalb der EU verbesserte sich deutlich, außerhalb Europas verschlechterte sie sich.
Geschäftsklima erholt sich leicht
Nach einer Phase der Unsicherheit zeigt sich in der deutschen Automobilindustrie eine geringfügige Verbesserung der Stimmung. Der Geschäftsklimaindex, ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage, stieg im Januar um 0,2 Punkte an. Er liegt nun bei minus 19,6 Punkten, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (Ifo) berichtet.
Dieser leichte Anstieg ist hauptsächlich auf eine positive Entwicklung der Geschäftserwartungen zurückzuführen. Diese verbesserten sich um 2,8 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fiel hingegen um 2,5 Punkte schlechter aus als im Vormonat Dezember 2025.
Faktencheck: Ifo Geschäftsklimaindex
- Januar-Wert: -19,6 Punkte (Anstieg um 0,2 Punkte)
- Geschäftserwartungen: Verbesserung um 2,8 Punkte
- Aktuelle Lage: Verschlechterung um 2,5 Punkte
Europäische Nachfrage stützt Exporte
Ein entscheidender Faktor für den optimistischen Ausblick ist die anhaltende Nachfrage aus dem Euroraum. Diese wirkt als stützende Kraft für die deutschen Automobilhersteller, insbesondere im Exportgeschäft. Die Exporterwartungen stiegen signifikant von minus 8 auf plus 8,7 Punkte an.
„Die Nachfrage aus dem Euroraum wirkt für die Autoindustrie als stützende Kraft“, erklärt Ifo-Expertin Anita Wölfl.
Dies deutet darauf hin, dass der innereuropäische Handel eine treibende Rolle spielt. Die amtlichen Daten zu den Auftragseingängen bestätigen diese Entwicklung.
Wettbewerbsposition innerhalb der EU gestärkt
Innerhalb der Europäischen Union bewerten die deutschen Autobauer ihre Wettbewerbsposition deutlich positiver. Im Saldo verbesserte sich dieser Wert um 13,9 Punkte auf nunmehr plus 15,4 Punkte. Dies ist eine erhebliche Steigerung gegenüber der vorherigen Erhebung im Oktober 2025.
Diese Entwicklung zeigt, dass deutsche Marken in ihren Kernmärkten weiterhin stark aufgestellt sind. Die Qualität und das Image deutscher Fahrzeuge tragen maßgeblich zu diesem Erfolg bei.
Hintergrund: Auftragseingänge
Die Auftragseingänge sind ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung einer Branche. Steigende Auftragseingänge signalisieren eine zukünftig höhere Produktion und damit verbundene Umsätze. Im Falle der Autoindustrie deuten sie auf eine Belebung des Marktes hin.
Herausforderungen außerhalb Europas
Trotz der positiven Entwicklungen in Europa gibt es auch Schattenseiten. Außerhalb des europäischen Marktes hat die deutsche Autoindustrie an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Der entsprechende Wert sank stark um 13,9 Punkte auf minus 31,3 Punkte.
Besonders gegenüber China und zunehmend auch den USA ist ein Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit zu verzeichnen. Dies stellt eine wachsende Herausforderung für die Branche dar, die neue Strategien für diese Schlüsselmärkte erfordert.
China und USA als schwierige Märkte
Die Konkurrenz auf dem chinesischen Markt ist enorm, insbesondere durch lokale Hersteller, die schnell innovative Elektrofahrzeuge entwickeln. Auch in den USA sehen sich deutsche Hersteller einem intensiven Wettbewerb gegenüber, sowohl von etablierten Marken als auch von neuen Playern.
Die Anpassung an lokale Präferenzen und technologische Trends in diesen Regionen wird entscheidend sein, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Etablierung neuer Partnerschaften könnten hier Wege aufzeigen.
Ausblick für die kommenden Monate
Die deutsche Autoindustrie steht vor einer Phase, in der sie ihre Stärken in Europa nutzen und gleichzeitig neue Lösungen für die Herausforderungen in Übersee finden muss. Die leichte Verbesserung des Geschäftsklimas ist ein positives Signal, aber die Branche bleibt angespannt.
Die Fokussierung auf nachhaltige Mobilitätslösungen und die Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen könnten dabei helfen, die Position auf globalen Märkten wieder zu stärken. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Trends weiterentwickeln.





