Opel hat seinen Bestseller Astra einer behutsamen Modellpflege unterzogen. Drei Jahre nach der Markteinführung konzentrieren sich die Änderungen auf dezente optische Anpassungen, eine verbesserte Innenraumqualität und eine leicht vergrößerte Batteriekapazität für die Elektro- und Plug-in-Hybrid-Varianten.
Wichtige Punkte
- Geglättete Front und verbessertes Matrix-Licht.
- Innenraum ohne glänzenden Kunststoff, neue Sitze.
- Astra Electric erhält 4 kWh größere Batterie, 34 km mehr Reichweite.
- Plug-in-Hybrid weiterhin nur einphasiges Laden serienmäßig.
- Preisgestaltung des Astra Electric bleibt eine Herausforderung.
Optische Änderungen und verbesserte Beleuchtung
Die äußeren Neuerungen des Opel Astra Facelift fallen subtil aus. Opel hat die Front leicht überarbeitet, um ein geglättetes Erscheinungsbild zu erzielen. Das Blech der Karosserie bleibt dabei unverändert.
Ein auffälliges Detail ist das nun beleuchtete Opel-Logo an der Front, ähnlich dem des Grandland. Eine wesentliche technische Verbesserung betrifft das optionale Matrix-Licht. Es löst jetzt mit 51.200 Pixeln pro Scheinwerfer deutlich feiner auf. Dies ermöglicht präzisere Schattenkegel und eine optimierte Ausleuchtung der Fahrbahn.
Faktencheck: Matrix-Licht
Das verbesserte Matrix-Licht des Astra bietet nun eine Auflösung von 51.200 Pixeln pro Scheinwerfer. Diese Technologie ermöglicht es, andere Verkehrsteilnehmer präzise auszublenden und gleichzeitig die Fahrbahn optimal auszuleuchten.
Innenraum: Komfort und Materialqualität
Auch im Innenraum gibt es Neuerungen, die den Komfort und die Haptik verbessern sollen. Opel hat auf Kundenfeedback reagiert und den glänzenden Kunststoff aus dem Cockpit verbannt.
Stattdessen kommen nun satinierte Zierelemente zum Einsatz, die weniger anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer sind. Dies trägt zu einer hochwertigeren Anmutung bei und verbessert die Alltagstauglichkeit.
Neue Sitze und schnellere Bedienung
Ein besonderes Augenmerk legte Opel auf die Sitze. Der neue „Intelli Seat“ verwendet nachhaltigere Recycling-Materialien und eine speziell geformte Polsterung. Diese soll durch „besondere Aussparungen“ den Druck auf das Steißbein reduzieren und den Sitzkomfort weiter erhöhen. Schon bisher galten die Astra-Sitze als überdurchschnittlich bequem.
Die Hardware des Infotainmentsystems, zugeliefert von Qualcomm mit der Snapdragon-Cockpit-Plattform, verspricht zudem eine schnellere Reaktion auf Eingaben. Dies soll die Nutzerfreundlichkeit im täglichen Betrieb verbessern.
„Die Umstellung auf satinierte Zierelemente und die Optimierung der Sitze zeigen, dass Opel auf Kundenfeedback hört und den Komfort sowie die Wertigkeit im Innenraum steigern möchte“, erklärt ein Branchenexperte.
Antriebsstränge: Elektrisch und Plug-in-Hybrid
Die Änderungen bei den Antrieben sind ebenfalls Teil der Modellpflege, wenngleich sie in einigen Bereichen zaghaft ausfallen. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb erhielt bereits in diesem Jahr ein Update, bei dem die Kapazität der Traktionsbatterie auf 17,2 kWh anstieg.
Allerdings bleibt die serienmäßige Ladeleistung unverändert bei einphasigem Laden mit 3,7 kW. Ein 7,4-kW-AC-Lader ist weiterhin nur gegen einen Aufpreis von 500 Euro erhältlich. Auch diese Option beschleunigt das Laden an einer 11-kW-Wallbox nicht, da weiterhin nur eine Phase genutzt wird.
Hintergrund: Ladeleistung beim Plug-in-Hybrid
Einphasiges Laden mit 3,7 kW bedeutet lange Ladezeiten, selbst an einer Wallbox. Um die volle Ladeleistung einer dreiphasigen Wallbox (z.B. 11 kW) zu nutzen, wäre ein dreiphasiger On-Board-Lader notwendig. Die Option für 7,4 kW AC-Laden verbessert die Situation zwar, ist aber immer noch einphasig.
Astra Electric: Batterie leicht größer, Reichweite steigt
Beim rein elektrischen Astra Electric erhöht sich der Energiegehalt der Traktionsbatterie um vier Kilowattstunden auf nun 58 kWh. Dies führt zu einer Steigerung der WLTP-Reichweite um 34 Kilometer auf insgesamt 454 Kilometer.
Die Ladeleistung bleibt voraussichtlich bei 100 kW DC, obwohl Opel dazu keine genauen Angaben macht. Im Vergleich zu anderen Modellen auf derselben Plattform, wie dem überarbeiteten Peugeot e-308 (100 kW) oder dem DS N°4 (120 kW), zeigt sich hier eine uneinheitliche Entwicklung.
- Astra Electric Batterie: 58 kWh (zuvor 54 kWh)
- WLTP-Reichweite: 454 km (plus 34 km)
- DC-Ladeleistung: Vermutlich weiterhin 100 kW
Marktpositionierung und Preisgestaltung
Trotz der Verbesserungen bleibt die Preisgestaltung des Astra Electric eine Herausforderung für Opel. Der Listenpreis von mindestens 37.990 Euro für das Basismodell ist im aktuellen Marktumfeld ambitioniert. Mit besserer Ausstattung kann der Preis schnell über 40.000 Euro liegen, was den elektrischen Astra in direkte Konkurrenz zu zahlreichen etablierten Elektrofahrzeugen bringt.
Intern steht der elektrische Astra auch im Wettbewerb mit den Verbrennermodellen. Ein Astra mit dem Dreizylinder-Benziner ist als Tageszulassung teilweise schon für unter 22.000 Euro erhältlich. Das Angebot an Astra Electric Modellen auf den großen Autobörsen ist spärlicher und deutlich teurer.
Opels Erfolg mit dem elektrischen Astra hängt maßgeblich davon ab, wie das Unternehmen die Attraktivität des Modells, insbesondere durch günstigere Angebote, steigern kann.





