E-Scooter sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Sie bieten eine flexible und umweltfreundliche Möglichkeit, kurze Strecken zurückzulegen. Doch mit der Popularität wächst auch die Notwendigkeit, die geltenden Regeln und Sicherheitsaspekte genau zu kennen. Wer sich einen E-Scooter zulegen möchte oder bereits einen besitzt, sollte wichtige Vorschriften beachten, um sicher und legal unterwegs zu sein.
Wichtige Punkte
- Eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) ist für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr zwingend.
- E-Scooter dürfen maximal 20 km/h schnell sein und ein Gewicht von 55 kg ohne Fahrer nicht überschreiten.
- Eine Haftpflichtversicherung mit gültiger Plakette ist für E-Scooter ab 6 km/h Pflicht.
- Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen Gehwege sowie Fußgängerzonen in der Regel nicht befahren.
- Ein Führerschein ist für E-Scooter nicht erforderlich, das Tragen eines Helms wird jedoch dringend empfohlen.
Rechtlicher Rahmen für Elektrokleinstfahrzeuge
Seit dem 15. Juni 2019 regelt die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) den Einsatz von E-Tretrollern und Segways in Deutschland. Diese Verordnung wurde Anfang 2026 angepasst und präzisiert die Anforderungen an diese Fahrzeuge. Wesentlich ist, dass die Regeln nur für Elektrokleinstfahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange gelten. E-Skateboards, Hoverboards und E-Wheels fallen nicht unter diese Verordnung.
Die Verordnung klassifiziert E-Scooter als Kraftfahrzeuge. Das bedeutet, sie unterliegen spezifischen technischen und betrieblichen Anforderungen. Dazu gehören Größen- und Gewichtsbeschränkungen.
Faktencheck E-Scooter
- Maximale Breite: 70 Zentimeter
- Maximale Höhe: 1,40 Meter
- Maximale Länge: 2,0 Meter
- Maximalgewicht (ohne Fahrer): 55 Kilogramm
Wo dürfen E-Scooter fahren und wie schnell?
Für E-Scooter gelten ähnliche Verkehrsregeln wie für Fahrräder. Sie müssen vorrangig auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen genutzt werden. Wenn solche speziellen Wege fehlen, dürfen E-Scooter die Fahrbahn benutzen. Das Befahren von Gehwegen und Fußgängerzonen ist grundsätzlich untersagt.
Eine Ausnahme besteht nur, wenn ein spezielles Schild mit der Aufschrift „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ dies ausdrücklich erlaubt. In solchen Fällen ist jedoch Schrittgeschwindigkeit einzuhalten und besondere Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen. Die Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr beträgt 20 Kilometer pro Stunde. Fahrzeuge, die schneller fahren können, sind in Deutschland nicht zugelassen.
Worauf Sie beim Kauf eines E-Scooters achten müssen
Der Kauf eines E-Scooters erfordert sorgfältige Überlegung, um sicherzustellen, dass das Gerät den gesetzlichen Anforderungen entspricht und im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden darf. Das wichtigste Kriterium ist die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Ohne ABE dürfen Sie den E-Scooter lediglich auf Privatgelände fahren.
Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)
Hersteller beantragen die ABE für ihre Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Das KBA veröffentlicht eine Liste aller erteilten Betriebserlaubnisse für Elektrokleinstfahrzeuge. Diese Liste dient als wichtige Orientierungshilfe für Käufer.
"Achten Sie beim Kauf unbedingt auf das Typenschild. Es ist der sichtbare Nachweis, dass der E-Scooter eine Allgemeine Betriebserlaubnis besitzt und alle gesetzlichen Kriterien erfüllt."
Das Typenschild befindet sich am Fahrzeug und zeigt an, ob der E-Scooter für den deutschen Straßenverkehr zugelassen ist. Fehlt dieses Schild, sollten Sie von einem Kauf absehen, wenn Sie das Fahrzeug öffentlich nutzen möchten.
Weitere wichtige Merkmale
- Leistung: Die maximale Motorleistung für E-Scooter auf deutschen Straßen beträgt 500 Watt. Für normale Stadtfahrten sind oft schon 250 Watt ausreichend.
- Geschwindigkeit: Nur E-Tretroller, die maximal 20 km/h erreichen, erhalten eine ABE.
- Beleuchtung: E-Scooter müssen vorne und hinten mit funktionierenden Lichtern ausgestattet sein. Überprüfen Sie dies vor dem Kauf, um Bußgelder zu vermeiden.
- Austauschbarer Akku: Aus Umweltgründen und zur Verlängerung der Lebensdauer des Scooters sind austauschbare Akkus von Vorteil. Informieren Sie sich über die Batterielebensdauer und mögliche Austauschoptionen. Das Umweltbundesamt bietet hierzu detaillierte Ratgeber.
Hintergrund: Warum E-Scooter nicht immer erlaubt waren
Bevor die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung am 15. Juni 2019 in Kraft trat, hatten E-Scooter keine allgemeine Straßenzulassung in Deutschland. Sie fielen nicht unter die damals gültige Mobilitätshilfenverordnung (MobHV), die nur für bestimmte andere Fahrzeuge galt. Die neue eKFV schuf die rechtliche Grundlage für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr, jedoch immer unter der Voraussetzung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis vom KBA.
Versicherung und Mindestalter
Ein Mindestalter von 14 Jahren ist für das Fahren eines E-Scooters vorgeschrieben. Ein Führerschein ist hingegen nicht erforderlich, da die Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h begrenzt ist. Trotzdem ist die Sicherheit ein wichtiges Thema.
Versicherungspflicht
Für alle E-Scooter, die schneller als 6 km/h fahren können, ist eine Haftpflichtversicherung zwingend notwendig. Ohne eine gültige Versicherungsplakette dürfen Sie öffentliche Straßen nicht nutzen. Die Plakette, ähnlich wie bei Motorrädern, muss gut sichtbar an der Rückseite des E-Scooters angebracht werden, idealerweise unter der Schlussleuchte.
Die Versicherungsplakette ist für 12 Monate gültig und muss jährlich erneuert werden. Sie dient als Nachweis, dass bei einem Unfall entstandene Schäden abgedeckt sind. Ohne Versicherungsschutz drohen empfindliche Strafen und Sie tragen im Schadensfall die vollen Kosten.
Sicherheits-Tipp
Obwohl keine Helmpflicht besteht, wird das Tragen eines Helms dringend empfohlen. E-Scooter erreichen ähnliche Geschwindigkeiten wie Fahrräder, bei denen ein Helm ebenfalls einen wichtigen Schutz bietet.
Umweltfreundliche Mobilität mit Verantwortung
E-Scooter bieten eine umweltfreundliche Alternative zu Autos für kurze Strecken. Sie tragen zur Reduzierung von Emissionen und Stau in Städten bei. Um diese Vorteile nachhaltig nutzen zu können, ist es entscheidend, dass alle Nutzer die Regeln kennen und verantwortungsbewusst handeln.
Die Einhaltung der Vorschriften schützt nicht nur den Fahrer selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Eine gute Wartung des E-Scooters, insbesondere der Beleuchtung und Bremsen, ist ebenfalls essenziell für die Sicherheit im Straßenverkehr. Informieren Sie sich regelmäßig über Aktualisierungen der Verordnung, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.





