Allergien sind weit verbreitet und können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Doch viele Auslöser lassen sich im Alltag reduzieren oder ganz vermeiden. Es geht darum, das eigene Zuhause und die Umgebung bewusst zu gestalten, um das Risiko einer Allergieentwicklung zu minimieren und bestehende Beschwerden zu lindern.
Wichtige Erkenntnisse
- Stillen ist die beste Ernährung für Babys in den ersten Monaten.
- Ein schadstoffarmes Wohnumfeld senkt das Allergierisiko.
- Achten Sie auf Inhaltsstoffe in Kosmetik, Waschmitteln und Schmuck.
- Regelmäßiges Lüften beugt Schimmelpilzen und Feuchtigkeit vor.
Allergien erkennen und richtig handeln
Wer bei sich oder seinen Kindern allergische Reaktionen bemerkt, sollte umgehend einen Allergologen aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose hilft, die Ursachen zu klären und passende Maßnahmen zu ergreifen. Oftmals sind es Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel, die Beschwerden auslösen. Doch auch chemische Substanzen in Möbeln, Bodenbelägen oder Farben können die Atemwege belasten und Allergien hervorrufen.
Typische Symptome können Niesen, juckende Augen, Hautausschläge oder Atembeschwerden sein. Ein Arzt kann durch spezielle Tests feststellen, welche Allergene die Reaktionen auslösen.
Wussten Sie schon?
Rauchen erhöht das Risiko für Asthma erheblich, insbesondere bei Kindern. Ein rauchfreies Zuhause ist entscheidend für die Gesundheit.
Ernährung im Säuglingsalter: Stillen als Schutz
Stillen bietet Babys im ersten Lebenshalbjahr alle wichtigen Nährstoffe und unterstützt die Immunabwehr. Muttermilch enthält Stoffe, die Entzündungen vorbeugen können. Experten empfehlen, mindestens bis zum Beginn des fünften Monats ausschließlich zu stillen. In den ersten Lebenstagen ist es ratsam, auf kuhmilchbasierte Säuglingsmilchnahrung zu verzichten, falls die Mutter stillen möchte.
Die Einführung der Beikost erfolgt frühestens mit Beginn des fünften, spätestens aber mit Beginn des siebten Lebensmonats. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um den Darm des Kindes mit verschiedenen Lebensmitteln und potenziellen Allergenen in Kontakt zu bringen. Während der Beikostphase sollte das Kind weiterhin gestillt werden. Die Dauer des begleitenden Stillens hängt von den Bedürfnissen des Kindes und der Mutter ab.
Für Babys mit Allergierisiko, deren Eltern oder Geschwister Allergien haben, stellt sich oft die Frage nach hypoallergener Säuglingsmilchnahrung (HA-Nahrung). Die aktuelle Datenlage gibt hierzu keine eindeutige Antwort. Derzeit ist keine HA-Nahrung mit bestätigter Wirksamkeit auf dem Markt. Daher können Eltern auch für allergiegefährdete Säuglinge eine beliebige industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrung wählen.
„Stillen ist bis zum fünften Monat die beste Ernährung für das Kind und unterstützt die Immunabwehr maßgeblich.“
Wichtige Hinweise zur Säuglingsernährung:
- Jegliche Tiermilchen oder Pflanzendrinks sind kein Ersatz für Muttermilch.
- Sojabasierte oder auf anderen Tiermilchen basierende Säuglingsnahrungen sind nicht geeignet zur Allergieprävention.
- Pro- und Präbiotika haben keine belegte Wirkung gegen Allergien bei Säuglingen.
Ein gesundes Zuhause schaffen
Ein schadstoffarmes Wohnumfeld ist entscheidend, um Allergien vorzubeugen und bestehende Atemwegsbeschwerden nicht zu verschlimmern. Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland. Passivrauchen erhöht das Asthma-Risiko bei Kindern erheblich. Kinder sollten in einem tabakrauchfreien Umfeld aufwachsen, auch im Auto.
Schadstoffe im Alltag
Viele Produkte des täglichen Gebrauchs können Allergene enthalten. Achten Sie beim Kauf von Möbeln, Farben und Reinigungsmitteln auf entsprechende Siegel und Hinweise zur Allergenfreiheit.
Produkte bewusst auswählen
Beim Kauf von Möbeln, Farben und Tapeten sollten Sie auf Produkte mit Schadstoffarm-Siegeln achten. Konservierungsmittel wie Chlormethylisothiazolinon in Farben, Lacken oder Klebern können Kontaktallergien auslösen. Selbst bei Produkten mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ist es ratsam, zusätzlich auf den Hinweis „für Allergiker geeignet“ oder „ohne Konservierungsmittel“ zu achten. Seit 2021 sind Konservierungsstoffe in Wandfarben mit dem „Blauen Engel“ sogar verboten.
Auch in flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln können allergieauslösende Konservierungs- und Duftstoffe enthalten sein. Prüfen Sie die Etiketten und bevorzugen Sie Produkte, die für Allergiker geeignet sind. Weichspüler und separate Wäscheparfüms belasten Haut und Umwelt zusätzlich.
Duftstoffe sind ebenfalls häufige Allergieauslöser. Wählen Sie bei Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln und sogar Spielzeug möglichst duftstofffreie Varianten. Duftsprays belasten die Raumluft unnötig mit Chemikalien und können Asthma-Patienten Probleme bereiten. Frische Luft erhalten Sie am besten durch regelmäßiges Lüften.
Schimmelpilze vermeiden
Schimmelpilze in der Wohnung können Allergien begünstigen und Atemwegsbeschwerden verschlimmern. Sie benötigen Feuchtigkeit zum Wachsen. Lüften Sie daher alle Räume mehrmals täglich gründlich, um Feuchtigkeit nach draußen zu transportieren und Schimmelbildung vorzubeugen.
Kosmetik, Schmuck und Leder: Versteckte Allergene
Viele Substanzen in Kosmetikprodukten können Kontaktallergien auslösen. Für Allergiker gilt oft: weniger ist mehr. Reine pflanzliche Öle wie Mandelöl oder Jojobaöl sind Cremes und Lotionen vorzuziehen, da sie in der Regel keine Emulgatoren, Duftstoffe und Konservierungsstoffe enthalten. Nicht nur synthetische Duftstoffe wie Lyral, sondern auch natürliche Inhaltsstoffe wie Teebaumöl oder Wollwachs (Lanolin) können allergische Reaktionen hervorrufen.
Bei kleinen Kindern reichen oft warmes Wasser und ein pflanzliches Öl zur Reinigung aus. Schaumbildende Substanzen entfetten die zarte Kinderhaut unnötig. Auf Duftstoffe sollte bei Kindern generell verzichtet werden.
Achtung bei Schmuck und Leder
Nickel in Modeschmuck, Tattoofarben und Piercings ist ein bekannter Auslöser für Kontaktallergien. Für Gegenstände, die länger mit der Haut in Kontakt kommen, wie Schmuck und Brillengestelle, gibt es gesetzliche Grenzwerte für die Nickelfreisetzung. Dennoch finden Überwachungsbehörden immer wieder Produkte, die diese Grenzwerte überschreiten. Wer sichergehen möchte, kauft Schmuck im Fachhandel und lässt sich die Nickelfreiheit bestätigen oder greift auf reines Feingold, Platin oder Titan zurück.
Auch Chrom-VI kann Kontaktallergien verursachen. Überwachungsbehörden messen immer wieder zu hohe Chrom-VI-Werte in Lederprodukten wie Schuhen oder Jacken. Für Personen mit einer Chrom-VI-Allergie ist pflanzlich gegerbtes, chromfreies Leder die bessere Wahl. Hersteller, die chromfrei gerben, weisen oft auf ihren Produkten darauf hin. Das IVN Naturleder Siegel garantiert zudem eine chromfreie Gerbung.





