Volkswagen hat die Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem vorgezogen. Die Gespräche mit den Tarifvertragsparteien begannen bereits heute, rund sieben Wochen vor dem ursprünglich geplanten Termin Anfang Januar. Ziel ist es, das bestehende, als veraltet und zu komplex eingestufte System zu erneuern und gleichzeitig die Arbeitskosten zu senken.
Wichtige Punkte
- Verhandlungen zu neuem Entgeltsystem beginnen früher als geplant.
- Gesamtes Entgeltvolumen soll um sechs Prozent sinken.
- Beschäftigungssicherung bis 2030 verlängert.
- Vereinfachung von 6000 Arbeitssystemen und 167 Tätigkeitsbeschreibungen.
- Neues System soll ab 1. Januar 2027 gelten.
Früherer Start für komplexe Gespräche
Der frühere Beginn der Verhandlungen soll eine gründliche Auseinandersetzung mit den komplexen Inhalten des neuen Entgeltsystems ermöglichen. Das teilten Unternehmen und Gewerkschaft in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Ursprünglich war der Start für den 1. Januar angesetzt.
Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen, erklärte, dass das Gesamtvolumen des Entgeltsystems um sechs Prozent sinken soll. Dies ist Teil eines umfassenderen Sparprogramms, das bereits im Vorjahr vereinbart wurde.
Faktencheck
- Volkswagen will jährlich 1,5 Milliarden Euro an Arbeitskosten einsparen.
- Das Ziel von sechs Prozent Senkung des Entgeltvolumens wurde als Obergrenze festgelegt.
- Rund 100.000 Beschäftigte an sechs Standorten sind vom Haustarifvertrag betroffen.
Sicherung der Arbeitsplätze und Kostenreduzierung
Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo betonte, dass eine sogenannte Besitzstands-Logik mögliche Nachteile für einzelne Mitarbeiter verhindern soll. Sie hatte bereits zu Jahresbeginn darauf hingewiesen, dass die angestrebte Senkung um sechs Prozent die Obergrenze darstellt, auf die man sich geeinigt hat. Für die Mitarbeiter sei dies eine Absicherung nach unten.
Kurz vor Weihnachten hatten sich Volkswagen und die Gewerkschaft auf ein Sanierungsprogramm geeinigt. Dieses Programm sieht den Abbau von bis zu 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2030 vor. Im Gegenzug wurde die zuvor gekündigte Beschäftigungssicherung wieder in Kraft gesetzt und bis zum Jahr 2030 verlängert. Dies gibt den Mitarbeitern eine wichtige Perspektive.
„Die Besitzstands-Logik verhindert mögliche Nachteile auf individueller Ebene. Die sechs Prozent sind eine Obergrenze und sichern die Mitarbeiter nach unten ab.“
Vereinfachung eines veralteten Systems
Das bisherige Entgeltsystem bei Volkswagen wird als veraltet und zu komplex beschrieben. Es umfasst rund 6.000 unterschiedliche Arbeitssysteme und 167 Tätigkeitsbeschreibungen. Diese sollen nun grundlegend vereinfacht werden.
Die Vereinfachung soll die Transparenz erhöhen und die Verwaltung des Entgeltsystems effizienter gestalten. Ein solch umfangreiches System führt oft zu Ineffizienzen und Schwierigkeiten in der Anwendung.
Hintergrundinformationen
Der Haustarifvertrag der Volkswagen AG gilt für etwa 100.000 Beschäftigte an den deutschen Standorten Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg. Ab Anfang 2026 werden auch die drei sächsischen VW-Standorte Chemnitz, Dresden und Zwickau in dieses Vertragswerk integriert. Das neue Entgeltsystem soll dann ab dem 1. Januar 2027 verbindlich in Kraft treten.
Ziele und langfristige Auswirkungen
Das Hauptziel dieser Maßnahmen ist die Senkung der Arbeitskosten um insgesamt 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dies ist ein zentraler Bestandteil der Bemühungen von Volkswagen, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken. Bereits kurzfristig wirken sich der Verzicht auf diverse Bonuszahlungen und Lohnerhöhungen aus.
Die Anpassung des Entgeltsystems ist ein wichtiger Schritt in der Restrukturierung des Unternehmens. Es soll Volkswagen helfen, sich für zukünftige Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Elektromobilität und Digitalisierung, besser aufzustellen.
Die betroffenen Standorte
- Braunschweig
- Emden
- Hannover
- Kassel
- Salzgitter
- Wolfsburg
- Chemnitz (ab 2026)
- Dresden (ab 2026)
- Zwickau (ab 2026)
Diese Standorte repräsentieren einen Großteil der deutschen Belegschaft und spielen eine entscheidende Rolle in der Produktions- und Entwicklungsstrategie von Volkswagen.
Blick in die Zukunft
Die vorgezogenen Verhandlungen zeigen den Ernst der Lage und den Willen beider Seiten, schnell zu einer Lösung zu kommen. Das neue Entgeltsystem soll nicht nur Kosten senken, sondern auch eine fairere und transparentere Entlohnung gewährleisten. Die Beschäftigungssicherung bis 2030 bietet dabei eine wichtige soziale Komponente für die Mitarbeiter in Zeiten des Wandels.
Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Unternehmen wie Volkswagen müssen ihre Strukturen anpassen, um in einem immer härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Senkung der Arbeitskosten ist dabei ein wichtiger Hebel, um notwendige Investitionen in neue Technologien zu ermöglichen.





