Die deutsche Regierung führt eine neue Elektroauto-Förderung ein, die ab Anfang 2026 Privatpersonen mit geringerem Einkommen den Kauf oder das Leasing eines neuen Elektroautos oder Plug-in-Hybriden erleichtern soll. Diese Maßnahme reagiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes, die zeigen, dass Elektrofahrzeuge bisher überwiegend von Haushalten mit hohem Einkommen erworben werden.
Wichtige Punkte
- Neue Förderung ab 2026 für Elektroautos und Plug-in-Hybride.
- Zuschüsse sind nach Einkommen gestaffelt, bis zu 5.000 Euro.
- Haushalte mit Kindern erhalten zusätzliche Boni.
- Statistiken zeigen, dass Elektroautos bisher von Besserverdienern gekauft werden.
- Hersteller reagieren bereits mit Preissenkungen.
Soziale Ungleichheit beim Elektroauto-Besitz
Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2023 belegen einen klaren Zusammenhang zwischen dem Haushaltsnettoeinkommen und dem Besitz von Elektroautos. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 5.000 Euro besaßen zu 13,4 Prozent ein oder mehrere Elektrofahrzeuge. Im Gegensatz dazu lag der Anteil bei Haushalten mit weniger als 2.600 Euro monatlichem Nettoeinkommen nur bei 1,3 Prozent.
Diese Diskrepanz unterstreicht die Notwendigkeit einer gezielten Unterstützung für finanziell schwächer gestellte Haushalte. Der Gebrauchtwagenmarkt bietet aktuell kaum bezahlbare Alternativen. Die neue Kaufprämie soll hier Abhilfe schaffen.
Fakten zum Elektroauto-Besitz (2023)
- Haushalte unter 2.600 Euro Netto/Monat: 1,3 % besitzen E-Auto/PHEV
- Haushalte zwischen 2.600 und 3.600 Euro Netto/Monat: 3,5 % besitzen E-Auto/PHEV
- Haushalte zwischen 3.600 und 5.000 Euro Netto/Monat: 5,4 % besitzen E-Auto/PHEV
- Haushalte über 5.000 Euro Netto/Monat: 13,4 % besitzen E-Auto/PHEV
Gestaffelte Förderung für Elektromobilität
Die ab 2026 wirksame Kaufprämie ist nach dem zu versteuernden Jahreseinkommen gestaffelt. Die Förderobergrenze liegt bei einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro. Für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) sind unterschiedliche Zuschüsse vorgesehen.
Förderstufen im Überblick
- Bis 80.000 Euro Jahreseinkommen: 3.000 Euro für BEV, 1.500 Euro für PHEV.
- Bis 60.000 Euro Jahreseinkommen: 4.000 Euro für BEV, 2.000 Euro für PHEV.
- Bis 45.000 Euro Jahreseinkommen: 5.000 Euro für BEV, 2.500 Euro für PHEV.
Diese Staffelung soll sicherstellen, dass die finanziellen Mittel gezielt dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Familien.
Familien als treibende Kraft und zusätzliche Boni
Familien mit Kindern zeigen bereits jetzt ein überdurchschnittliches Interesse an Elektroautos. Während nur 7,5 Prozent der Paare ohne Kinder elektrisch fahren, liegt dieser Anteil bei Paarhaushalten mit minderjährigen Kindern bei 11,5 Prozent. Die Verantwortung für die Zukunft der Kinder spielt hierbei eine entscheidende Rolle.
Die neue Förderung berücksichtigt dies und bietet zusätzliche Anreize: Pro Kind erhöht sich der Zuschuss um 500 Euro, wobei maximal zwei Kinder berücksichtigt werden. Dies kann die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs für Familien noch attraktiver machen.
"Familien mit Kindern sind überdurchschnittlich oft E-Auto-Käufer. Ihre in eine weitere Zukunft reichende Verantwortung dürfte zur Entscheidung beitragen", so eine Einschätzung von Experten.
Hersteller reagieren auf neue Förderpolitik
Einige Automobilhersteller haben bereits auf die geplante Förderung reagiert. Sie versuchen, durch Preissenkungen Kunden zu gewinnen und den Wettbewerb anzukurbeln. Ein Beispiel ist Stellantis, das mit der Marke Dacia einen attraktiven Preis für den Dacia Spring anbietet.
Eine Familie mit zwei Kindern, die in die niedrigste Einkommensstufe fällt, könnte den Dacia Spring dank der 5.000 Euro Förderung und einem Herstellerrabatt von 5.000 Euro für nur 5.900 Euro erwerben. Dieser Preis gilt für Privatkunden und Kleingewerbe bei Zulassung bis zum 30. September 2026 und einem Kauf oder Leasing bis zum 28. Februar 2026.
Dieses Beispiel zeigt, dass die aktuellen Preise der Hersteller offenbar noch Spielraum für Anpassungen bieten. Sollte die Prämie einen intensiveren Wettbewerb auslösen, könnte dies langfristig weiteren Käuferkreisen zugutekommen.
Steigende Zulassungszahlen und Zukunftsaussichten
Die Neuzulassungen von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen in Deutschland steigen kontinuierlich an. Im Jahr 2025 machten BEV und PHEV zusammen rund 30 Prozent aller neu zugelassenen Pkw aus. Im Vorjahr, 2024, waren es noch 20,3 Prozent.
Allein die batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) erreichten 2025 einen Anteil von 19,1 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen, nach 13,5 Prozent im Jahr 2024. Die Branche rechnet für 2026 mit 740.000 bis 800.000 BEV-Neuzulassungen. Angesichts vieler neuer Modelle, die demnächst auf den Markt kommen, scheint diese Prognose realistisch.
Die Förderung von Gebrauchtwagen ist in der aktuellen Regelung nicht vorgesehen. Dies stößt auf Kritik von Verbänden und Parteien, die hier ein ungenutztes Potenzial sehen. Nur 15,2 Prozent der Haushalte besaßen 2023 einen gebraucht gekauften Elektro- oder Plug-in-Hybrid, während 48,5 Prozent sich für ein Neufahrzeug entschieden hatten.
Neuzulassungen in Deutschland
- 2024: BEV und PHEV zusammen 20,3 % aller Neuzulassungen.
- 2025: BEV und PHEV zusammen ca. 30 % aller Neuzulassungen.
- 2025: BEV allein 19,1 % aller Pkw-Neuzulassungen (545.142 Fahrzeuge).
- Prognose 2026: 740.000 bis 800.000 BEV-Neuzulassungen.





