Tesla verzeichnete im vergangenen Jahr einen erheblichen Gewinnrückgang von 46 Prozent. Der Umsatz sank erstmals seit über einem Jahrzehnt. Firmenchef Elon Musk plant nun eine Neuausrichtung. Das Unternehmen konzentriert sich verstärkt auf Robotaxis und Roboterfertigung, während die Produktion der Modelle S und X eingestellt wird.
Wichtige Punkte
- Teslas Jahresgewinn fiel um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.
- Der Umsatz sank 2025 um drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar.
- Die Auslieferungen gingen um 8,5 Prozent auf 1,636 Millionen Fahrzeuge zurück.
- Modelle S und X werden zugunsten von Robotaxi- und Roboterproduktion eingestellt.
- Robotaxis und der humanoide Roboter Optimus sollen Teslas Zukunft sichern.
Einbruch im Kerngeschäft: Automobilverkäufe sinken
Das traditionelle Automobilgeschäft von Tesla erlebte 2025 einen deutlichen Rückschlag. Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums sanken die Auslieferungen und damit auch der Umsatz. Dies ist eine bemerkenswerte Entwicklung für ein Unternehmen, das lange Zeit als Synonym für explosionsartiges Wachstum galt.
Die Auslieferungszahlen fielen im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf rund 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den Höhepunkt erreichte Tesla 2023 mit über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen. Diese Entwicklung spiegelte sich direkt in den Finanzen wider.
Zahlen zum Geschäftsjahr 2025
- Umsatz: 94,8 Milliarden Dollar (minus 3 Prozent)
- Jahresgewinn: 3,8 Milliarden Dollar (minus 46 Prozent)
- Auslieferungen: 1,636 Millionen Fahrzeuge (minus 8,5 Prozent)
Im vierten Quartal 2025 sank der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach sogar um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ein. Dies markiert eine Zäsur in der bisherigen Erfolgsgeschichte des Elektroautoherstellers.
Strategische Neuausrichtung: Abschied von Model S und X
Angesichts der aktuellen Herausforderungen plant Tesla eine radikale strategische Neuausrichtung. Firmenchef Elon Musk kündigte an, die Produktion der größeren Modelle S und X im kalifornischen Stammwerk Fremont im zweiten Quartal 2026 einzustellen. Diese Entscheidung soll Kapazitäten für neue Projekte freimachen.
Das Model S, 2012 eingeführt, war Teslas erstes eigenentwickeltes Fahrzeug und prägte den Ruf des Unternehmens. Das Model X mit seinen Flügeltüren folgte 2015. Beide Modelle machten in den letzten Jahren jedoch nur noch einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts aus. Im vergangenen Jahr entfielen fast 97 Prozent der Auslieferungen auf die neueren Modelle 3 und Y.
„Wir werden mit der Zeit vielfach mehr Robotaxis bauen als von allen anderen Modellen zusammen“, so Elon Musk über die zukünftige Strategie des Unternehmens.
Hintergrund: Die Geschichte von Model S und X
Das Model S etablierte Tesla als ernstzunehmenden Hersteller von Elektroautos. Es bot eine gute Reichweite, beeindruckende Geschwindigkeit und ein attraktives Design. Das Model X erweiterte das Portfolio um ein SUV-Segment mit einzigartigen Merkmalen. Beide Modelle waren lange Zeit Aushängeschilder der Marke.
Der Blick in die Zukunft: Robotaxis und humanoide Roboter
Teslas zukünftiger Fokus liegt auf der Entwicklung und Produktion von Robotaxis und humanoiden Robotern. Das Unternehmen erhofft sich von diesen neuen Geschäftsfeldern ein enormes Wachstumspotenzial, das die Rückgänge im Automobilbereich kompensieren soll.
Die Entwicklung des Robotaxis, auch bekannt als Cybercab, soll ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Tesla testet seinen Robotaxi-Dienst bereits mit rund 500 Model Y Fahrzeugen in Austin, Texas, und in Kalifornien. In Kalifornien ist jedoch noch ein Sicherheitsfahrer vorgeschrieben.
Konkurrenz im Bereich autonomes Fahren
Tesla steht im Bereich autonomes Fahren vor starker Konkurrenz. Die Google-Firma Waymo betreibt bereits über 2500 fahrerlose Autos in mehreren US-Städten und expandiert stetig. Ein entscheidender Unterschied liegt in der Technologie: Tesla setzt ausschließlich auf Kameras, während Waymo und andere Hersteller zusätzlich Laser-Radare und weitere Sensoren nutzen.
Sollte Musks Ansatz, nur mit Kameras auszukommen, erfolgreich sein, hätte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil. Die Sicherheit dieser Technologie bleibt jedoch ein Diskussionspunkt.
Der Roboter Optimus: Ein neues Standbein
Neben Robotaxis setzt Tesla auch auf die Fertigung humanoider Roboter namens Optimus. Musk sieht hierin eine weitere Säule für das zukünftige Wachstum des Unternehmens. Die Produktion von Optimus soll noch in diesem Jahr beginnen.
Musk stellte zudem in Aussicht, dass die Roboter bis Ende 2027 der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten werden könnten. Es ist jedoch zu beachten, dass der Tech-Milliardär in der Vergangenheit bereits mehrfach ambitionierte Zeitpläne kommuniziert hat, die sich später als zu optimistisch erwiesen.
Optimismus für Optimus
- Produktionsstart: Dieses Jahr
- Verfügbarkeit für Öffentlichkeit: Bis Ende 2027 (Musk-Schätzung)
- Wichtige Konkurrenz: Vor allem chinesische Entwickler
Auch im Bereich Robotik gibt es bereits andere Akteure. Firmen wie Figure AI testen ihre Roboter bereits in Fabriken, beispielsweise im BMW-Werk in den USA. Tesla muss hier beweisen, dass seine Technologie auf dem Markt bestehen kann.
Externe Faktoren und Marktentwicklungen
Mehrere externe Faktoren beeinflussten Teslas Geschäft im vergangenen Jahr negativ. Die Auslauf der US-Elektroautoprämie Ende September führte zu einem Verkaufsboom im dritten Quartal, gefolgt von einem Rückgang im darauf folgenden Vierteljahr.
Die Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten, die in der Vergangenheit Teslas Gewinne aufbesserten, sanken ebenfalls. Im letzten Quartal fielen diese Erlöse auf 542 Millionen Dollar, verglichen mit 692 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass andere Autohersteller weniger Interesse an diesen Verschmutzungsrechten zeigen.
In den USA griffen Autokäufer vermehrt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybridantrieben. In Europa gewannen andere Hersteller, insbesondere aus China, Marktanteile im Elektroauto-Sektor. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Wettbewerb im Elektromobilitätsmarkt intensiver wird und Tesla sich anpassen muss.
Marktverschiebungen
Der globale Automobilmarkt ist in Bewegung. Während das Interesse an Elektroautos wächst, gewinnen Hybridfahrzeuge wieder an Bedeutung. Gleichzeitig drängen neue Wettbewerber, vor allem aus Asien, auf den Markt und erhöhen den Druck auf etablierte Hersteller wie Tesla.
Der Modellwechsel beim Bestseller Model Y zu Jahresbeginn bremste die Auslieferungen zusätzlich. Der futuristisch aussehende Elektro-Pickup Cybertruck gilt indes als Flop, was die Herausforderungen für Tesla weiter unterstreicht.
Fazit: Ein Wendepunkt für Tesla
Tesla steht an einem Wendepunkt. Das Unternehmen muss beweisen, dass es über sein Kerngeschäft hinaus erfolgreich sein kann. Die Strategie, sich auf Robotaxis und humanoide Roboter zu konzentrieren, birgt große Chancen, aber auch erhebliche Risiken. Es bleibt abzuwarten, ob Elon Musks Vision die aktuellen Rückschläge überwinden und Tesla in eine neue Ära des Wachstums führen kann.





