Verbraucherzentralen warnen aktuell vor betrügerischen Websites, die im Internet prominent beworben werden. Diese Seiten geben vor, offizielle Dienstleistungen rund um den Rundfunkbeitrag anzubieten, leiten aber Formulare nur gegen eine Gebühr von fast 40 Euro weiter. Der eigentliche Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bietet diese Services kostenlos an.
Wichtige Punkte
- Unseriöse Websites verlangen Gebühren für kostenlose Services.
- Die Kosten sind oft im Kleingedruckten versteckt.
- Der offizielle Beitragsservice ist immer kostenlos.
- Es gibt eine Sammelklage gegen einen der Anbieter.
- Vorsicht bei Google-Suchergebnissen mit "Anzeige"-Kennzeichnung.
Kostenfalle bei An- und Abmeldung
Wer seine Wohnung beim Rundfunkbeitrag an- oder abmelden möchte, sucht oft online nach den entsprechenden Formularen. Dabei stoßen viele Nutzer auf Seiten wie dein-rundfunkbeitrag.de oder rundfunkbeitrag-service.de. Diese Websites versprechen eine einfache Abwicklung. Allerdings fordern sie dafür eine Gebühr von 39,99 Euro.
Diese Kosten werden erst spät im Prozess oder im Kleingedruckten sichtbar. Viele Verbraucher bemerken die Gebühr erst, wenn es zu spät ist. Der offizielle Beitragsservice bietet alle diese Dienstleistungen, wie die An- oder Abmeldung einer Wohnung oder die Änderung von Daten, kostenlos an. Die Formulare sind direkt auf der Website www.rundfunkbeitrag.de verfügbar.
Faktencheck
- Kosten: 39,99 Euro für einen eigentlich kostenlosen Service.
- Offizieller Service: Immer gebührenfrei auf www.rundfunkbeitrag.de.
- Anbieter: Oft Unternehmen mit Sitz in Dubai.
Die Masche der dubiosen Anbieter
Die Verbraucherzentralen erhalten zahlreiche Beschwerden zu diesen Praktiken. Die Websites sind oft so gestaltet, dass sie den offiziellen Seiten täuschend ähnlich sehen. Im Impressum findet sich dann meist ein Unternehmen mit Sitz im Ausland, beispielsweise in Dubai.
Ein Beispiel ist die Seite dein-rundfunkbeitrag.de. Ihr Impressum nennt das Unternehmen Digitaler Post Service - FZCO aus Dubai. Diese Seite wird prominent in Google-Suchergebnissen beworben, wenn Nutzer nach Begriffen wie „Rundfunkbeitrag“ suchen. Laut Google-Anzeigen-Center wurden diese Anzeigen von der SSS-Software Special Service GmbH geschaltet.
"Es ist alarmierend, wie gut diese Seiten getarnt sind. Viele Menschen realisieren erst nach der Zahlung, dass sie für etwas bezahlt haben, das eigentlich kostenlos ist."
Verbindungen zu bekannten Fällen
Die Website dein-rundfunkbeitrag.de ist praktisch baugleich mit der Seite service-rundfunkbeitrag.de. Gegen die SSS-Software Special Service GmbH, die hinter service-rundfunkbeitrag.de steht, führt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bereits eine Sammelklage. Dies zeigt, dass es sich um ein wiederkehrendes Problem handelt.
Hintergrund der Sammelklage
Der vzbv hat eine Sammelklage gegen die SSS-Software Special Service GmbH eingereicht. Es geht um unrechtmäßige Gebühren, die über die Website service-rundfunkbeitrag.de verlangt wurden. Diese Klage soll Betroffenen helfen, ihr Geld zurückzuerhalten.
Neueste Entwicklungen: Weitere betrügerische Seite
Seit Juni 2025 melden Verbraucherzentralen Beschwerden über eine weitere Website: rundfunkbeitrag-service.de. Auch hier wird im Impressum ein Unternehmen namens Rundfunkbeitragshilfe L.L.C mit Sitz in Dubai genannt. Diese Seite war zeitweise nicht erreichbar, ist aber derzeit wieder online und aktiv.
Die Struktur und das Angebot dieser neuen Seite ähneln stark den bereits bekannten betrügerischen Websites. Dies deutet auf eine systematische Vorgehensweise hin, um Verbraucher zu täuschen. Die Betreiber nutzen die Unwissenheit und den Zeitdruck vieler Bürger aus.
So erkennen Sie die Gefahr
- Anzeigen-Kennzeichnung: Achten Sie in Google-Suchergebnissen auf den Hinweis "Anzeige" neben dem Link. Offizielle Seiten müssen keine teuren Anzeigen schalten.
- Impressum prüfen: Suchen Sie im Impressum nach dem Sitz des Unternehmens. Firmen mit Sitz im Ausland, besonders in Dubai, sollten misstrauisch machen.
- Kostenhinweise: Lesen Sie das Kleingedruckte genau. Wenn plötzlich Gebühren für eine vermeintlich kostenlose Leistung auftauchen, ist Vorsicht geboten.
- URL-Check: Die offizielle Website lautet www.rundfunkbeitrag.de. Andere, ähnlich klingende URLs sind oft Fälschungen.
Was tun, wenn Sie betroffen sind?
Wenn Sie bereits auf eine dieser Websites hereingefallen sind und eine Gebühr bezahlt haben, sollten Sie umgehend handeln. Die Verbraucherzentralen bieten Beratung und Unterstützung an.
Sammeln Sie alle Belege: Zahlungsbestätigungen, E-Mails und Screenshots der Website. Kontaktieren Sie dann Ihre örtliche Verbraucherzentrale. Dort erhalten Sie Informationen, welche Schritte Sie unternehmen können, um Ihr Geld zurückzufordern oder rechtliche Schritte einzuleiten.
Wichtige Schritte für Betroffene
- Belege sammeln: Zahlungsbestätigung, E-Mails, Screenshots.
- Verbraucherzentrale kontaktieren: Holen Sie sich rechtlichen Rat.
- Zahlung stornieren: Wenn möglich, bei Ihrer Bank die Zahlung rückgängig machen.
Es ist entscheidend, dass Verbraucher wachsam bleiben und sich nicht von professionell aussehenden, aber unseriösen Websites täuschen lassen. Der beste Weg, um sicherzugehen, ist immer der direkte Besuch der offiziellen Website des Rundfunkbeitrags. Dort finden Sie alle Informationen und Services, die Sie benötigen, ohne versteckte Kosten.





