Hyundai präsentiert die zweite Generation seines Kompakt-SUV Bayon. Das neue Modell wächst in seinen Dimensionen und erhält überarbeitete Antriebsoptionen. Es zielt darauf ab, seine Position im hart umkämpften Segment der kleinen SUVs zu stärken.
Wichtige Punkte
- Der neue Bayon ist um etwa 7 cm länger als sein Vorgänger.
- Das Kofferraumvolumen steigt auf 440 Liter bei Verbrennern, 397 Liter bei Hybriden.
- Drei Antriebsoptionen zum Start: zwei Benziner und ein Hybrid.
- Kein rein batterieelektrischer Antrieb geplant.
- Produktion für Europa erfolgt in der Türkei.
Wachstum und Design: Mehr Präsenz auf der Straße
Der neue Hyundai Bayon misst nun 4,25 Meter in der Länge. Dies bedeutet ein Wachstum von rund 7 Zentimetern im Vergleich zum Vorgängermodell. Damit positioniert er sich größenmäßig zwischen Konkurrenten wie dem Opel Mokka und dem Peugeot 2008.
Auch der Radstand legt um 2 Zentimeter auf 2,6 Meter zu. Dies verspricht ähnliche Platzverhältnisse im Innenraum, während das Kofferraumvolumen deutlich ansteigt. Bei den reinen Verbrennermodellen fasst der Kofferraum nun 440 Liter, eine Steigerung von 29 Litern.
Die Hybridversion bietet ein Kofferraumvolumen von 397 Litern. Optisch zeigt der Bayon mehr Kanten und einen stämmigeren Auftritt. Dies soll ihm eine robustere Anmutung verleihen, die im SUV-Segment oft gefragt ist.
Innenraum: Funktionalität vor modischem Chic
Im Innenraum setzt Hyundai auf eine Mischung aus Bewährtem und einigen Eigenheiten. Der Wählhebel für die Automatik ist weiterhin massiv ausgeführt, was sich vom Trend zu kleineren, unauffälligeren Bedienelementen abhebt. Hyundai verzichtet zudem auf Touchflächen am Lenkrad.
Dies dürfte viele Fahrer freuen, die eine haptische Bedienung bevorzugen. Zwei Drehregler in der Mittelkonsole erleichtern ebenfalls die Steuerung. Die Klimaautomatik ist mit vielen Tasten versehen, was die direkte Bedienung ermöglicht.
Allerdings wird die eingestellte Temperatur auf einem kleinen Display angezeigt, nicht auf den größeren Bildschirmen. Die Lüftungsdüsen sind ungewöhnlich tief platziert. Insgesamt wirkt das Interieur vielleicht nicht top-modern, aber es ist auf Alltagstauglichkeit und einfache Bedienung ausgelegt.
Faktencheck: Kofferraumvolumen
- Neuer Bayon (Verbrenner): 440 Liter
- Neuer Bayon (Hybrid): 397 Liter
- Vorgängermodell: 411 Liter
Antriebsoptionen: Benziner und ein sparsamer Hybrid
Zum Marktstart bietet Hyundai drei verschiedene Antriebe für den neuen Bayon an. Es gibt zwei Varianten des aufgeladenen Einliter-Dreizylinders. Diese leisten entweder 66 kW (90 PS) oder 85 kW (115 PS).
Beide Motoren können wahlweise mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Interessanterweise verbraucht die schwächere Ausführung im WLTP-Zyklus minimal mehr Kraftstoff.
Das sparsamste Modell ist der 1.6 HEV Hybridantrieb mit 101 kW (137 PS). Laut vorläufigen WLTP-Werten ist dieser Hybridantrieb signifikant sparsamer. Die CO2-Emissionen liegen hier zwischen 102 und 113 g/km.
„Die Hybridversion bietet eine deutliche Verbesserung bei den Verbrauchswerten und CO2-Emissionen, was für viele Kunden ein entscheidendes Kriterium ist“, kommentiert ein Branchenexperte.
Vorläufige WLTP CO2-Werte:
- 1.0 T-GDI (66 kW): 139 - 149 g/km
- 1.0 T-GDI (85 kW): 134 - 144 g/km
- 1.6 HEV (101 kW): 102 - 113 g/km
Kein Elektroantrieb in Sicht: Eine strategische Entscheidung
Trotz des wachsenden Marktes für Elektrofahrzeuge plant Hyundai keinen rein batterieelektrischen Antrieb für den neuen Bayon. Dies ist eine bemerkenswerte Entscheidung, da der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen stetig steigt.
Im Zeitraum von Januar bis September verzeichnete der Hyundai-Konzern in Deutschland insgesamt 121.447 Neuzulassungen. Davon waren 47.267 Fahrzeuge mit E-Antrieb, was einem Anteil von fast 39 Prozent entspricht.
Ein Elektro-Bayon könnte die Verkaufschancen in Europa erheblich verbessern. Die Produktion des neuen Bayon für die europäischen Märkte erfolgt in der Türkei. Hyundai hat noch keinen genauen Termin für die offizielle Premiere genannt.
Es wird erwartet, dass die Benziner-Modelle noch in diesem Jahr erhältlich sein werden. Der Hybridantrieb soll voraussichtlich im Jahr 2027 auf den Markt kommen. Die Preisgestaltung für das neue Modell ist noch nicht bekannt. Das aktuelle Basismodell startet bei 23.900 Euro.
Hintergrund: Der Markt für Klein-SUVs
Das Segment der Klein-SUVs ist in Europa äußerst beliebt und hart umkämpft. Fahrzeuge in dieser Klasse bieten eine erhöhte Sitzposition, kompakte Abmessungen für die Stadt und oft eine flexible Raumaufteilung. Die Konkurrenz ist groß, mit Modellen von fast allen großen Herstellern. Der Erfolg hängt stark von einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis ab.
Marktaussichten und Preisdruck
Der Markt für Fahrzeuge ohne elektrischen Antrieb steht zunehmend unter Druck. Sollten die Kraftstoffpreise hoch bleiben und staatliche Förderungen für Elektroautos bestehen, wird der Anteil der E-Fahrzeuge weiter steigen. Für Modelle wie den Bayon könnte dies einen erhöhten Preisdruck bedeuten.
Die Listenpreise sind in diesem Segment oft nur eine Orientierung. Rabatte und Sonderaktionen sind üblich, um Kunden anzuziehen. Hyundai wird daher eine wettbewerbsfähige Preisstrategie für den neuen Bayon entwickeln müssen, um erfolgreich zu sein.
Der Fokus auf Verbrenner und einen Hybrid ohne reinen E-Antrieb könnte den Bayon in eine Nische drängen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Strategie im europäischen Markt entwickeln wird. Besonders in Deutschland ist die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen stark.
Die Entscheidung, keinen vollelektrischen Bayon anzubieten, könnte Hyundai langfristig Marktanteile kosten. Viele Kunden erwarten inzwischen eine Option für einen rein elektrischen Antrieb, besonders in urbanen Gebieten.





