DS Automobiles, die Premiummarke von Stellantis, wagt einen mutigen Schritt und kündigt mit der Studie F3VER eine Abkehr vom SUV-Trend an. Das auf dem Pariser Autosalon vorgestellte Konzeptfahrzeug signalisiert eine Rückkehr zur klassischen Schrägheck-Form, die einst den ursprünglichen DS 3 prägte. Diese Entwicklung könnte eine Trendwende in der Automobilindustrie einläuten, da Kunden offenbar eine Sättigung mit SUVs erleben.
Wichtige Erkenntnisse
- DS F3VER ist eine Schrägheck-Studie, die den SUV-Trend hinter sich lassen will.
- Das Konzept basiert auf der neuen STLA One Plattform von Stellantis.
- DS-Chef Xavier Chardon betont die Säulen Begehrlichkeit, Personalisierung und Freiheit.
- Kunden äußern den Wunsch nach Alternativen zu SUVs und Crossovern.
- Eine Serienversion des F3VER könnte ab Ende 2028 auf den Markt kommen.
Ein Designmanifest für die Zukunft
Der DS F3VER präsentiert sich als eine vollständig intern entwickelte explorative Studie. DS bezeichnet ihn als Designmanifest, das die zukünftige Ausrichtung der Marke aufzeigen soll. Das Fahrzeug ist 4,19 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,46 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,70 Meter, was auf ein geräumiges Interieur schließen lässt, auch wenn der Innenraum der Studie bisher nicht gezeigt wurde.
Mit einem Kofferraumvolumen von 400 Litern bietet der F3VER eine beachtliche Alltagstauglichkeit. Dies übertrifft den Mini Cooper Electric um etwa 35 Zentimeter in der Länge und positioniert ihn als kompakte, aber vielseitige Option im B-Segment.
Fakten zum DS F3VER
- Länge: 4,19 Meter
- Breite: 1,84 Meter
- Höhe: 1,46 Meter
- Radstand: 2,70 Meter
- Kofferraum: 400 Liter
Kundenwunsch als Triebfeder für den Wandel
Die Entscheidung, sich vom SUV-Format abzuwenden, basiert laut DS-Designchef Thierry Métroz auf direktem Kundenfeedback. Er berichtet, dass Kunden den Wunsch geäußert haben: „Wir wollen keine SUVs mehr. Alle neuen Autos sind ein SUV oder ein Crossover.“ Viele hätten auf ein solches Fahrzeug gewartet.
Diese Aussage wird durch Verkaufszahlen aus Großbritannien gestützt. Im Jahr 2018 verkaufte DS dort rund 3.000 Einheiten des ursprünglichen DS 3. Der Nachfolger, der DS 3 Crossback, erreichte in seinem besten Jahr 2019 etwas mehr als 2.000 Verkäufe und verzeichnete danach einen Rückgang. Dies deutet auf eine mögliche Sättigung des Marktes mit SUV-Modellen hin und unterstreicht die Notwendigkeit für frische Konzepte.
„Sollte diese Designidee eines Tages in ein Serienfahrzeug einfließen, wäre das Ziel, diese Kombination aus kompakten Abmessungen, Vielseitigkeit und Komfort auch in der Serie anzubieten. Eine rein elektrische Antriebskonzeption mit großer Reichweite wäre dabei Teil dieses Ansatzes.“
DS Automobiles zum Konzept F3VER
Innovative Optik und technische Basis
Optisch besticht der DS F3VER durch ein senkrechtes „Totem“ in der Frontmitte und eine Y-förmige Lichtsignatur. Die Zweifarblackierung in dichroitischem „Cosmic Blue“ und ein individualisierbarer Dachring verleihen dem Fahrzeug eine besondere Ästhetik. Die Rückleuchten bestehen aus 16 LED-Panels auf einer Magnesiumstruktur und erzeugen durch einen Spiegeleffekt eine räumliche Tiefe. Laut Métroz sind diese Leuchten prinzipiell serientauglich, wenn auch ohne die Lichtanimation des Showcars.
Der digitale Bildschirm im Heck, der Nachrichten an den nachfolgenden Verkehr anzeigen kann, bleibt voraussichtlich eine reine Showcar-Inszenierung. Ein vollständiges Konzept mit Cockpit will DS für 2027 nachreichen.
Hintergrund: Die STLA One Plattform
Die Serienversion des DS F3VER, die möglicherweise als DS N°3 auf den Markt kommt, soll auf der modularen STLA One Plattform von Stellantis basieren. Diese Plattform ist für die Segmente B bis D ausgelegt und wird auch die Grundlage für zukünftige Generationen des Peugeot 208 und Opel Corsa bilden. Die STLA One ist 800-Volt-fähig und unterstützt LFP-Akkus sowie eine strukturelle Cell-to-Body-Integration. Dies ermöglicht hohe elektrische Reichweiten und schnelle Ladezeiten, auch wenn konkrete Details für den kleinen DS noch ausstehen.
Elektrische Zukunft und ehrgeizige Ziele
DS verspricht für den F3VER eine klassenführende elektrische Reichweite. Berichte deuten auf einen Zielwert von rund 550 Kilometern und eine Untergrenze von etwa 500 Kilometern hin. Zur Akkukapazität, DC-Ladeleistung und Ladezeiten gibt es noch keine konkreten Angaben. Die 800-Volt-Fähigkeit der Plattform bedeutet nicht automatisch, dass der Kleinwagen diese Technologie vollständig nutzen wird, aber sie bietet großes Potenzial.
Ob der F3VER ausschließlich als Elektrofahrzeug angeboten wird, ist ebenfalls noch offen. DS hat zwar angekündigt, ab 2024 nur noch batterieelektrische Autos neu auf den Markt zu bringen, doch die STLA One Plattform ist auch für andere Antriebsarten ausgelegt. Dies lässt Spielraum für zukünftige Entscheidungen.
Entwicklungszyklus und Marktstart
DS hat ehrgeizige Pläne zur Beschleunigung des Entwicklungsprozesses. Der Entwicklungszyklus soll von vier auf zwei Jahre verkürzt werden. Gleichzeitig will das Unternehmen die Anzahl der Bauteile in der Montage um 30 Prozent reduzieren. Dies soll die Effizienz steigern und eine schnellere Markteinführung ermöglichen.
Laut der französischen Zeitschrift L’argus könnte der Wagen frühestens Ende 2028 bei den Händlern stehen. Die Produktion wird voraussichtlich im Stellantis-Werk Figueruelas bei Saragossa erfolgen. Dort wird sich der neue DS gegen etablierte Konkurrenten wie den Renault 5, Mini Cooper Electric und Peugeot e-208 behaupten müssen.
Fazit: Ein Signal für den Wandel
Mit der Studie F3VER sendet DS Automobiles ein klares Signal an den Markt: Die Ära der unangefochtenen SUV-Dominanz könnte sich dem Ende zuneigen. Der Fokus auf kompakte Abmessungen, Vielseitigkeit und eine rein elektrische Antriebskonzeption mit großer Reichweite trifft den Nerv vieler Kunden, die nach frischen, nachhaltigen Alternativen suchen. Der F3VER könnte somit nicht nur ein neues Kapitel für DS einläuten, sondern auch eine Inspiration für die gesamte Branche sein, die Bedürfnisse der Verbraucher neu zu bewerten und innovative Lösungen jenseits des SUV-Trends zu entwickeln.





