Alfa Romeo hat auf dem Pariser Autosalon 2026 das Konzeptfahrzeug Cuorerosso vorgestellt. Das 2+2-Coupé, ein Designmanifest für zukünftige Modelle, verbindet Gran-Turismo-Elemente mit der Präsenz eines Supersportwagens. Es zeigt die zukünftige Designsprache der Marke, auch wenn das erste Serienmodell, das davon inspiriert wird, ein SUV sein wird.
Wichtige Punkte
- Der Alfa Romeo Cuorerosso ist ein 2+2-Coupé mit einer Länge von 4,70 Metern.
- Das Konzeptfahrzeug soll die zukünftige Designphilosophie „Bellezza Necessaria“ repräsentieren.
- Es wird eine Multi-Energy-Strategie mit vier Antriebsarten verfolgt: vollelektrisch, Plug-in-Hybrid, Mildhybrid und Vollhybrid.
- Die Studie steht auf der Giorgio-Plattform, ein Serienmodell muss diese jedoch nicht übernehmen.
- Das erste von Cuorerosso inspirierte Serienmodell wird Anfang 2028 ein SUV sein.
Das Design: „Bellezza Necessaria“
Das Centro Stile in Turin entwarf den Cuorerosso. Die Designphilosophie dahinter nennt Alfa Romeo „Bellezza Necessaria“. Dies bedeutet „notwendige Schönheit“. Es geht darum, dass Schönheit entsteht, wenn Überflüssiges weggelassen wird und Form und Funktion sich gegenseitig bedingen.
Das Konzeptfahrzeug ist 4,70 Meter lang, 1,98 Meter breit und 1,33 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,93 Meter. Das Gewicht wird mit 1750 Kilogramm angegeben, die Messmethode bleibt jedoch unklar. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei Cx 0,28. Dazu tragen ein Abrissheck, die „Coda Tronca“, und ein niedriger, in die Karosserie integrierter Diffusor bei.
„Unsere Zukunft ist offen für unterschiedliche Antriebslösungen, in der Technologie, Funktion und Qualität stets im Dienst von Emotionen und Fahrfreude stehen“, sagt Santo Ficili, Chef von Alfa Romeo und Maserati.
Faktencheck Cuorerosso
- Länge: 4,70 Meter
- Breite: 1,98 Meter
- Höhe: 1,33 Meter
- Radstand: 2,93 Meter
- Gewicht: 1750 kg (ohne Messmethode)
- Luftwiderstandsbeiwert: Cx 0,28
Antriebsstrategie: Multi-Energy für die Zukunft
Alfa Romeo setzt auf eine Multi-Energy-Strategie. Sie umfasst vollelektrische, Plug-in-Hybrid-, Mildhybrid- und Vollhybridantriebe. Künftige Modelle sollen bis zu 4,7 Meter lang werden. Auch sportliche Quadrifoglio-Versionen sind denkbar. Die englische Pressemitteilung spricht von flexiblen „Multi-Energy-Architekturen“ im Plural.
Eine konkrete Plattformbezeichnung fehlt. Laut Produktchef Daniele Chiari steht die Studie selbst auf der Giorgio-Plattform, die auch Giulia und Stelvio nutzen. Ein Serienmodell muss diese jedoch nicht übernehmen. Details zu Spannungsebene, Batteriegrößen, Ladeleistung und Reichweiten sind ebenfalls noch offen. Alfa Romeo gibt nicht an, ob alle vier Antriebsarten auf derselben Plattform oder auf verwandten Varianten entstehen.
Potenzieller V6-Vollhybrid
Als mögliche Spitzenmotorisierung nennt der Hersteller einen 2,9-Liter-V6 als Vollhybrid mit Q4-Allradantrieb. Dazu gehören eine Wandlerautomatik und eine Kardanwelle aus Kohlefaser. Letzteres könnte auf eine Transaxle-Anordnung hindeuten. Systemleistung, Verbrauch und CO₂-Ausstoß nennt Alfa Romeo nicht. Es bleibt unklar, wo der Elektromotor sitzt und wie groß die Batterie wäre. Zum Vergleich: In den aktuellen Quadrifoglio-Versionen von Giulia und Stelvio leistet der 2,9-Liter-V6-Biturbo 520 PS. Die Elektrifizierung dient Alfa Romeo vor allem als Mittel für mehr Fahrspaß.
Hintergrund: Giorgio-Plattform
Die Giorgio-Plattform wurde ursprünglich für die Alfa Romeo Giulia und Stelvio entwickelt. Sie ist bekannt für ihre sportliche Auslegung und ihre Heck- oder Allradantriebsoptionen. Ihre Flexibilität erlaubt den Einsatz in verschiedenen Fahrzeugtypen, was für zukünftige Modelle von Vorteil sein könnte.
Fahrwerk und Innenraum: Sportlichkeit trifft Technik
Für das Fahrwerk bringt Alfa Romeo eine Luftfederung und eine Keramikbremsanlage von Brembo ins Spiel. Diese Bremsen verfügen über eigens gestaltete Bremssättel. Ob diese teuren Komponenten in Serie gehen, ist noch offen. Keramikbremsen sparen ungefederte Masse und können so zu Grip und Komfort beitragen.
Im Cockpit kombiniert Alfa Romeo Berührungsflächen mit physischen Bedienelementen. Das „Magma Display“ auf der Mittelkonsole vereint eine Touchoberfläche mit Drehknopf, Fahrmoduswahl und Kippschaltern. Das Lenkrad arbeitet per Steer-by-Wire, soll aber haptisch und akustisch Rückmeldung geben.
Das digitale Erlebnis
Die Instrumenteneinheit „Cannocchiale Vivente“ bietet zwei Anzeigemodi: Im Modus „Immersivo“ zeigt sie zwei getrennte Elemente. Im Modus „Concentrato“ rücken diese zu einer zentralen Anzeige zusammen. Je sportlicher gefahren wird, desto weniger Informationen sollen erscheinen. Als Fahrmodi sind Cruise, Sport und Quadrifoglio vorgesehen. Das Konzept könnte laut Alfa Romeo mit dem STLA SmartCockpit von Stellantis weiterentwickelt werden.
Die Zukunft der Alfa Romeo Modellpalette
Santo Ficili erklärte in einem Interview, wohin die Reise geht. Das erste von Cuorerosso inspirierte Serienmodell soll Anfang 2028 erscheinen. Es wird kein Coupé, sondern ein SUV am oberen Ende des C-Segments sein. Ficili bezeichnet es als Tonale-Nachfolger, der jedoch deutlich anders ausfallen werde.
Später soll ein Modell mit dem internen Namen Giulietta Gestaltungselemente übernehmen. Dieses soll ausdrücklich kein SUV werden. Für Giulia und Stelvio gibt es dagegen noch keinen Plan. Das frühere, rein elektrisch ausgelegte Nachfolgeprojekt hat Alfa Romeo laut Ficili aufgegeben. Die aktuellen Modelle sollen bis Ende 2027 weiterlaufen. Erst danach will die Marke über die Zukunft im D-Segment entscheiden.
Zukünftige Modelle
- Anfang 2028: Erstes Cuorerosso-inspiriertes Serienmodell (SUV, C-Segment)
- Später: Modell namens Giulietta (kein SUV)
- Nach 2027: Entscheidung über die Zukunft von Giulia und Stelvio im D-Segment
Preise oder Verfügbarkeiten für Deutschland nennt Alfa Romeo zum Cuorerosso erwartungsgemäß nicht, da es sich um eine reine Designstudie handelt.





