Im ersten Halbjahr 2026 hat sich der Trend zu alternativen Antrieben auf Deutschlands Straßen weiter verstärkt. Fast jeder vierte neu zugelassene Pkw fährt mittlerweile rein batterieelektrisch. Die Gesamtzahl der Neuzulassungen stieg leicht an, während Verbrennungsmotoren weiter an Bedeutung verlieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) machen 24,8 % der Neuzulassungen aus.
- BEV-Zulassungen stiegen um 48 % im Vergleich zum Vorjahr.
- 65,1 % aller Neuwagen haben einen alternativen Antrieb.
- Der CO₂-Ausstoß der Neuwagenflotte sank um 10,3 %.
- SUV bleiben mit 35,5 % Marktanteil das beliebteste Segment.
Starker Anstieg bei Elektrofahrzeugen
Die Zulassungszahlen für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zeigen ein deutliches Wachstum. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 368.006 BEV neu zugelassen. Dies entspricht einem Zuwachs von 48 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Marktanteil der BEV an allen Neuzulassungen erhöhte sich von 17,7 Prozent auf 24,8 Prozent. Dies unterstreicht die wachsende Akzeptanz und Verfügbarkeit von Elektroautos auf dem deutschen Markt.
Zahlen im Überblick
- Gesamte Neuzulassungen: 1.484.393 Pkw (+5,8 %)
- Alternative Antriebe gesamt: 966.085 Fahrzeuge (65,1 % Marktanteil)
- Plug-in-Hybride: +17,9 % Zuwachs
Rückgang bei Verbrennungsmotoren
Parallel zum Aufstieg der Elektroautos verlieren Fahrzeuge mit konventionellen Verbrennungsmotoren weiter an Boden. Benziner verzeichneten im ersten Halbjahr ein Minus von 18,2 Prozent. Diesel-Pkw gingen um 8,6 Prozent zurück.
Dieser Trend setzte sich auch im Juni fort. Ottomotoren verkauften sich 16,8 Prozent schlechter als im Vorjahresmonat, während Dieselmotoren einen Verlust von 5,1 Prozent verzeichneten.
Marken im Wettbewerb der Elektromobilität
Im Bereich der BEV bleibt Volkswagen die stärkste Marke, obwohl das Unternehmen ein leichtes Minus von 5,6 Prozent verzeichnete und 49.495 Neuzulassungen erreichte. Dahinter folgen Marken mit deutlichen Zuwächsen.
Skoda, ebenfalls eine Marke des Volkswagen-Konzerns, legte um 63,9 Prozent auf 36.654 BEV zu. BMW steigerte seine Elektroauto-Zulassungen um 37 Prozent auf 30.943 Einheiten. Tesla erlebte einen besonders starken Anstieg von 224,6 Prozent und erreichte 28.857 Neuzulassungen.
"Der Markt für Elektrofahrzeuge ist dynamisch. Einige Marken zeigen beeindruckende Wachstumsraten, während andere ihre Position verteidigen müssen."
Wachstum bei kleineren Marken
Auch kleinere Marken zeigten eine bemerkenswerte Entwicklung. Peugeot steigerte seine BEV-Zulassungen um 279,7 Prozent auf 6.675 Fahrzeuge. BYD, ein chinesischer Hersteller, wuchs um 128,5 Prozent auf 10.381 BEV. Renault verzeichnete ein Plus von 95,3 Prozent auf 10.933 Einheiten.
Die Elektromarke Smart konnte ihre Zulassungen mit einem Zuwachs von 116,3 Prozent mehr als verdoppeln. Auf der anderen Seite mussten einige Nischenanbieter deutliche Rückgänge hinnehmen, darunter NIO mit einem Einbruch von 87,6 Prozent und GWM mit einem Minus von 98,7 Prozent.
CO₂-Emissionen sinken, SUV-Dominanz bleibt
Der wachsende Anteil von Elektrofahrzeugen wirkt sich positiv auf den durchschnittlichen CO₂-Ausstoß der Neuwagenflotte aus. Im ersten Halbjahr lag der Wert bei 98,4 g/km, was einem Rückgang von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Juni sank dieser Wert sogar auf 92,6 g/km.
Knapp ein Drittel aller neu zugelassenen Fahrzeuge (30,5 Prozent) stieß im Halbjahr weniger als 50 g/km CO₂ aus. Der EU-Flottengrenzwert für 2025 liegt bei 93,6 g/km, ein Wert, der im Juni bereits unterschritten wurde.
Hintergrund: EU-Flottengrenzwerte
Die Europäische Union legt strenge Grenzwerte für den durchschnittlichen CO₂-Ausstoß neuer Pkw fest. Diese sollen die Hersteller dazu anhalten, effizientere und emissionsärmere Fahrzeuge zu produzieren. Die Einhaltung der Grenzwerte ist entscheidend für die Klimaziele Europas.
SUV weiterhin Spitzenreiter
Trotz des Trends zur Elektrifizierung bleibt das SUV-Segment weiterhin dominant. Mit einem Marktanteil von 35,5 Prozent lag es im ersten Halbjahr deutlich vor der Kompaktklasse (13,6 Prozent) und den Kleinwagen (12,9 Prozent).
Die Elektrifizierung zieht sich durch alle Fahrzeugklassen, vom Mini im Kleinwagensegment bis zum Mercedes EQS in der Oberklasse. Eine Verschiebung hin zu kleineren Elektrofahrzeugen ist in der aktuellen Statistik nicht erkennbar. Dies zeigt, dass Elektromobilität in allen Fahrzeugsegmenten an Bedeutung gewinnt.
Premiumhersteller mit hohem Alternativ-Anteil
Besonders die Premiumhersteller erreichen hohe Anteile an alternativ angetriebenen Fahrzeugen innerhalb ihrer eigenen Flotten. BMW verzeichnete einen Anteil von 84,5 Prozent, Mercedes kam auf 81,3 Prozent und Porsche auf 71,1 Prozent.
Bei Fahrzeugen mit der Möglichkeit des batterieelektrischen Fahrens (BEV plus Plug-in-Hybride plus Brennstoffzelle) führt Porsche mit 52,2 Prozent, gefolgt von Audi mit 43,3 Prozent. Den stärksten Zuwachs bei alternativen Antrieben insgesamt verbuchte Opel mit einem Plus von 100,3 Prozent.
- BMW: 84,5 % alternative Antriebe
- Mercedes: 81,3 % alternative Antriebe
- Porsche: 71,1 % alternative Antriebe
Diese Zahlen verdeutlichen, dass die deutschen Premiumhersteller stark in die Elektrifizierung investieren und diese Strategie erfolgreich umsetzen. Der Markt für Elektrofahrzeuge wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Automobilindustrie spielen.





