Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor einer perfiden Betrugsmasche, die sich gezielt an Besitzer von Buchsammlungen richtet. Betrüger geben sich als seriöse Käufer oder Gutachter aus, um teure Faksimile-Bücher zu überhöhten Preisen zu verkaufen oder Gebühren für wertlose Dienstleistungen zu kassieren. Es sind bereits Ermittlungen gegen diese kriminellen Netzwerke im Gange.
Wichtige Punkte
- Betrüger geben sich als Gutachter oder Käufer aus.
- Sie verlangen Tausende Euro für wertlose Gutachten oder Zertifikate.
- Kein einziger Fall eines gewinnbringenden Verkaufs ist bekannt.
- Verbraucher sollten keine Fremden in die Wohnung lassen.
- Bei Unsicherheit Polizei oder Verbraucherzentrale kontaktieren.
Die Masche: Falsche Versprechen und hohe Kosten
Die Betrugsmasche um Faksimile-Bücher ist nicht neu, doch sie entwickelt sich stetig weiter. Die Täter gehen dabei immer raffinierter vor. Sie suchen gezielt nach Menschen, die möglicherweise wertvolle Büchersammlungen besitzen, und versprechen hohe Gewinne beim Verkauf.
Ein typisches Szenario beginnt oft mit einem unerwarteten Anruf oder Besuch. Die Betrüger treten professionell auf, um Vertrauen zu gewinnen. Ihr Ziel ist es, die Opfer zu überzeugen, dass ihre Sammlung einen hohen Wert besitzt, der jedoch nur durch ihre „Hilfe“ realisiert werden kann.
Falsche Gutachter fordern hohe Honorare
Eine Variante der Betrugsmasche involviert Personen, die sich als „Gutachter“ oder „Experten“ ausgeben. Diese besuchen die Opfer zu Hause, um die Bücher zu „begutachten“ oder zu fotografieren. Für diese vermeintliche Dienstleistung verlangen sie oft mehrere tausend Euro.
Die erbrachten Dienstleistungen haben jedoch keinen echten Mehrwert. Die Gutachten sind entweder wertlos oder werden nie erstellt. Das Geld ist in der Regel verloren, und die versprochenen Verkäufe bleiben aus.
Faktencheck
- Kosten für Gutachten: Mehrere Tausend Euro ohne echten Mehrwert.
- Kosten für Zertifikate: Ebenfalls mehrere Tausend Euro.
- Erfolgreiche Verkäufe: Verbraucherzentralen ist kein einziger gewinnbringender Fall bekannt.
Wertlose Zertifikate und Registrierungsgebühren
Ein weiterer Trick sind kostenpflichtige Zertifikate. Die Betrüger behaupten, dass ohne ein solches Zertifikat über die „Vollständigkeit“ der Sammlung ein Wiederverkauf auf Online-Plattformen oder im regulären Handel nicht möglich sei. Auch hierfür werden oft mehrere tausend Euro verlangt.
Tatsächlich sind diese Zertifikate wertlos. Seriöse Online-Plattformen oder Antiquariate benötigen keine solchen Dokumente von unbekannten „Experten“. Es handelt sich lediglich um eine weitere Methode, den Opfern Geld abzunehmen.
„Den Verbraucherzentralen ist kein einziger Fall bekannt, in dem eine Sammlung gewinnbringend verkauft wurde, nachdem solche dubiosen Dienste in Anspruch genommen wurden.“
Hintergrund der Masche
Faksimile-Bücher sind oft aufwendig gestaltete Nachbildungen historischer Werke. Sie können tatsächlich einen gewissen Sammlerwert haben, der jedoch selten die von Betrügern versprochenen Summen erreicht. Die Masche nutzt die Unkenntnis der Besitzer über den tatsächlichen Wert ihrer Sammlungen aus.
Verpflichtende Registrierung als Falle
Manchmal fordern die Betrüger auch eine kostenpflichtige „Registrierung“ der Sammlung. Angeblich sei dies eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Verkauf. Auch diese Gebühren belaufen sich auf hohe Summen und dienen ausschließlich der Bereicherung der Kriminellen.
Verbraucher sollten skeptisch sein, wenn ihnen solche „Pflichten“ auferlegt werden. Ein seriöser Kauf oder Verkauf von Büchern erfordert in der Regel keine Vorauszahlungen oder Registrierungsgebühren an Dritte.
Wie Sie sich schützen können: Klare Verhaltensregeln
Um nicht Opfer dieser Betrugsmasche zu werden, gibt es klare Empfehlungen. Der wichtigste Rat ist, niemals auf solche Angebote einzugehen. Seriöse Käufer oder Gutachter treten anders auf und verlangen keine Vorauszahlungen für vermeintliche Dienstleistungen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, keine Fremden in die Wohnung zu lassen, die unaufgefordert erscheinen oder aggressive Verkaufstaktiken anwenden. Das eigene Zuhause sollte ein sicherer Ort bleiben.
Finanzielle Vorsicht ist geboten
Die Betrüger drängen ihre Opfer oft dazu, Kredite aufzunehmen oder Ratenzahlungen für die hohen Gebühren zu vereinbaren. Dies ist ein extrem hohes Risiko, da ein Gewinn aus den versprochenen Verkäufen nicht belegt und äußerst unwahrscheinlich ist. Verbraucher sollten niemals für solche fragwürdigen Geschäfte Schulden machen.
- Keine Vorauszahlungen: Bezahlen Sie niemals für Gutachten, Zertifikate oder Registrierungen.
- Keine Kredite: Nehmen Sie keine Kredite für solche Angebote auf.
- Fremde abweisen: Lassen Sie keine unaufgeforderten Besucher in Ihre Wohnung.
Was tun bei Unsicherheit oder Belästigung?
Wenn Sie unsicher sind oder das Gefühl haben, belästigt zu werden, zögern Sie nicht, Ihre Verbraucherzentrale oder die Polizei zu kontaktieren. Diese Stellen können Ihnen konkrete Ratschläge geben und die Situation einschätzen.
Es kann auch hilfreich sein, ein Warnschild an der Haustür anzubringen, das anzeigt, dass Sie keine Fremden in Ihre Wohnung lassen. Solche Schilder können beispielsweise beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend heruntergeladen werden.
Polizei einschalten bei aufdringlichem Verhalten
Sollten die vermeintlichen Vertreter sich nicht abwimmeln lassen und weiterhin aufdringlich sein, rufen Sie sofort die Polizei. Es laufen bereits Ermittlungen gegen diese kriminellen Netzwerke, und jede Meldung kann dazu beitragen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
Schützen Sie sich und Ihre Wertgegenstände vor diesen betrügerischen Machenschaften. Wachsamkeit und Vorsicht sind Ihre besten Verbündeten im Kampf gegen Finanzbetrug.


