Immer wieder geben sich Betrüger am Telefon oder an der Haustür als Mitarbeiter der Verbraucherzentralen aus. Sie nutzen dabei verschiedene Tricks, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen. Verbraucher sollten bei unerwarteten Anrufen oder Besuchen stets wachsam sein und keine sensiblen Informationen preisgeben.
Wichtige Hinweise
- Die Verbraucherzentrale ruft nie unaufgefordert an.
- Sie kommt nicht unangemeldet nach Hause.
- Geben Sie keine persönlichen Daten am Telefon preis.
- Bei Drohungen mit Pfändung oder Gerichtsverfahren: Sofort auflegen.
- Für Rückfragen die offiziellen Kontaktdaten der Verbraucherzentrale nutzen.
Betrugsmaschen: So gehen die Täter vor
Die Methoden der Betrüger sind vielfältig und werden ständig angepasst. Sie zielen darauf ab, Vertrauen zu erwecken und die Angerufenen unter Druck zu setzen. Oft nutzen sie Namen wie "Verbraucherzentrale", "Verbraucherberatung" oder "Bundesamt für Verbraucherschutz", um Seriosität vorzutäuschen.
Ein häufiges Szenario sind vermeintliche Gewinnspiel-Abos. Verbraucher berichten von Anrufen, bei denen ihnen eine Beteiligung an Gewinnspielen für eine geringe Gebühr von beispielsweise 79 Euro angeboten wird. Die Anrufer geben sich dabei als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus.
Faktencheck: Offizielle Warnung
Die Verbraucherzentralen betonen, dass sie niemals Menschen anrufen, um Gewinnspiel-Abos anzubieten. Egal welche Telefonnummer im Display erscheint, solche Angebote sind immer unseriös.
Energiekosten und angebliche Datenlöschung
Andere Anrufer bieten Umfragen zur Senkung der Energiekosten an oder versprechen, persönliche Daten aus Listen von Gewinnspielfirmen zu löschen. Für diesen angeblich nützlichen Service verlangen die Betrüger oft bis zu 150 Euro. Manchmal wird den Opfern zusätzlich ein Zeitungsabo aufgeschwatzt.
Im September 2025 berichtete eine Frau aus Nordrhein-Westfalen, dass ein Anrufer behauptete, ihre Kontonummer werde von einem betrügerischen Lotto-Unternehmen missbraucht. Er gab sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus und versprach, unrechtmäßig abgebuchtes Geld zurücküberweisen zu können. Solche Versprechen sind immer ein Warnsignal.
Drohungen und falsche Inkassoforderungen
Eine besonders aggressive Masche sind Drohungen mit Kontopfändungen oder Gerichtsverfahren. Die Betrüger fordern die sofortige Begleichung angeblicher Rechnungen aus Gewinnspielen.
Eine Seniorin wurde im Jahr 2020 von einem angeblichen Anwalt der Verbraucherzentrale angerufen. Man drohte ihr mit Vollstreckungsbeamten, falls sie nicht umgehend ihr gesamtes Erspartes, in diesem Fall 16.000 Euro, einem Boten übergebe. Sie tat es aus Angst.
Auch erfundene Inkassoforderungen kommen vor. In Frankfurt am Main stahlen Kriminelle 5.000 Euro von einer Verbraucherin. Ein Anrufer gab sich als Verbraucherzentrale aus und behauptete, eine Inkassoforderung könne durch eine sofortige Barzahlung erledigt werden. Das Geld wurde tags darauf von einem "Sicherheitsmitarbeiter" abgeholt.
Hintergrund: Call-ID-Spoofing
Betrüger nutzen oft das sogenannte "Call-ID-Spoofing". Dabei wird im Telefondisplay eine Rufnummer angezeigt, die nicht der tatsächlichen Nummer des Anrufers entspricht. So können sie vortäuschen, von einer offiziellen Stelle wie der Verbraucherzentrale anzurufen.
Betrug im Zusammenhang mit Banken, Versicherungen und Trading
Eine weitere Masche zielt auf die Erstattung von Bankgebühren ab. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind Gebührenerstattungen tatsächlich möglich. Betrüger nutzen dies als Vorwand, um an persönliche Daten zu gelangen. Auch angebliche Gesetzesänderungen bei Lebensversicherungen werden thematisiert, um Gespräche zu initiieren.
Doppelter Verlust durch Trading-Betrug
Besonders perfide ist der Trading-Betrug. Opfer, die bereits Geld durch Investitionen in Kryptowährungen verloren haben, erhalten Anrufe von angeblichen Verbraucherschützern. Diese wissen erstaunlich gut über die Situation der Betroffenen Bescheid und bieten an, das verlorene Geld aus einem angeblichen "Kontingent" der Verbraucherzentrale zurückzuzahlen.
Für diesen "Service" wird jedoch eine Vorabgebühr verlangt. Mitte 2023 nannte ein Betrüger einem Opfer eine Kontonummer für die Überweisung und schickte sogar einen kopierten Personalausweis per E-Mail, um seine Glaubwürdigkeit zu untermauern. Glücklicherweise flog der Schwindel auf, als der Betroffene direkt bei der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW nachfragte.
So schützen Sie sich richtig
Die echte Verbraucherzentrale agiert nach klaren Prinzipien, die sich deutlich von den Betrugsmaschen unterscheiden. Sie ruft niemals ohne Termin oder Rückrufbitte an und kommt auch nicht unangemeldet nach Hause. Sie unterbreitet keine Werbeangebote am Telefon und holt auch keine Wertgegenstände oder Bargeld ab.
- Nachfragen ist entscheidend: Wenn sich jemand als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale ausgibt, fragen Sie nach dem Namen, der Stadt und der konkreten Beratungsstelle.
- Offizielle Kontaktdaten prüfen: Kontaktieren Sie die genannte Verbraucherzentrale über deren offizielle Telefonnummer oder Webseite, um die Angaben zu überprüfen.
- Gespräch beenden: Im Zweifelsfall oder bei Druckversuchen legen Sie einfach auf.
- Keine Daten preisgeben: Geben Sie niemals persönliche Daten wie Kontonummern, Passwörter oder Kreditkartendaten am Telefon preis.
Telefonbetrug ist ein ernstes Problem, das nicht nur die Verbraucherzentralen betrifft. Auch falsche Polizisten oder angebliche Microsoft-Mitarbeiter nutzen ähnliche Taktiken. Bleiben Sie misstrauisch bei unerwarteten Anrufen und überprüfen Sie stets die Identität der Anrufenden, bevor Sie handeln.





