Die Verbraucherzentrale NRW hat eine dringende Warnung bezüglich bestimmter Spielsandprodukte aus China herausgegeben. In mehreren gefärbten Sandprodukten, darunter 'Magic Sand', 'Kinetischer Sand' und Bastelsand, wurde Asbest nachgewiesen. Eltern und Erwachsene, die solche Produkte verwenden, sollten vorsorglich handeln, bis weitere behördliche Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Wichtige Erkenntnisse
- Asbest in gefärbtem Spiel- und Bastelsand aus China entdeckt.
- Betroffen sind Produkte wie 'Magic Sand', 'Kinetischer Sand' und Montessori-Sandspieltische.
- Die Verbraucherzentrale NRW rät dringend von der Nutzung ab.
- Erste Rückrufe und Untersuchungen laufen in Europa und Übersee.
- Bei bereits geöffnetem Sand sind spezielle Reinigungsmaßnahmen notwendig.
Asbestfunde in Kinderspielzeug: Ein Überblick
In Australien, Neuseeland und den Niederlanden haben Behörden bereits Asbestfasern in verschiedenen Sandspielprodukten identifiziert. Diese Produkte stammen überwiegend aus China. Bei dem gefundenen Asbest handelt es sich um Tremolit-Asbest, dessen Fasern beim Einatmen als krebserregend gelten. Die Konzentrationen lagen in einigen Fällen bei bis zu fünf Prozent.
Die niederländische Behörde NVWA (Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit) führt derzeit umfassende Untersuchungen durch. Auch in Belgien rief der Minister für Verbraucherschutz dazu auf, betroffene Produkte umgehend aus den Verkaufsregalen zu entfernen. Es geht dabei nicht um gewöhnlichen Sandkastensand für den Außenbereich, sondern um spezielle, oft gefärbte Sandprodukte für den Innengebrauch.
Fakten zur Asbestbelastung
- Nachweisorte: Australien, Neuseeland, Niederlande, Belgien.
- Betroffene Produkte: 'Magic Sand', 'Kinetischer Sand', Deko- und Bastelsand, Montessori-Sandspieltische.
- Ursprung: Überwiegend Produkte aus China.
- Asbestart: Tremolit-Asbest, krebserregend beim Einatmen.
- Konzentration: Bis zu fünf Prozent Asbest in einzelnen Proben.
Welche Produkte sind betroffen und woher kommt die Gefahr?
Eine Untersuchung der niederländischen Zeitung 'Algemeen Dagblad' zeigte, dass in sechs von zwölf getesteten Montessori-Sandtischen und Bastelsand-Sets Asbest nachgewiesen wurde. Diese Produkte waren bei großen Online-Händlern wie Bol.com, Amazon und AliExpress sowie im stationären Handel erhältlich. Marken wie 'Educational Colours' und 'Kadink' wurden in Australien und Neuseeland bereits Ende 2025 gewarnt.
Das belgische Wirtschaftsministerium veröffentlichte eine aktualisierte Liste asbesthaltiger Spielsandprodukte, darunter Artikel von Hobbycraft und verschiedene Marken, die über Amazon verkauft wurden. Die Ursache der Asbestbelastung liegt vermutlich in den Abbaugebieten des Sandes in China, wo Asbest natürlich vorkommen kann. Die Belastung kann von Charge zu Charge variieren, was die Identifizierung betroffener Produkte erschwert.
„Die unvorhersehbare Natur der Asbestbelastung macht es schwierig, genau zu bestimmen, welche Produkte betroffen sind. Vorsicht ist daher oberstes Gebot.“
Erste Untersuchungsergebnisse und Rückrufe
Das belgische Wirtschaftsministerium untersuchte 15 Spielsandprodukte aus dem stationären Handel. 13 Proben waren asbestfrei, drei enthielten sehr geringe Spuren von Asbest, die weit unter dem Grenzwert von 0,1 Massenprozent lagen. Die Ergebnisse von fünf online gekauften Produkten stehen noch aus. Hersteller wie Spinmaster haben bereits Erklärungen zur Asbestfreiheit ihrer 'Kinetic Sand'-Produkte abgegeben.
Hintergrund: Asbest und Gesundheit
Asbest ist ein faserförmiges Mineral, das aufgrund seiner Hitzebeständigkeit und Isolationsfähigkeit früher weit verbreitet war. Beim Einatmen können Asbestfasern jedoch schwere Lungenerkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliom verursachen. Die Gefahr besteht hauptsächlich bei langfristiger Exposition oder hohen Faserkonzentrationen, wie sie oft bei beruflicher Exposition vorkamen.
Mehrere Produkte wurden bereits zurückgerufen. Dazu gehören:
- 'Creafun Zand Schilderen Boerderij'
- 'Moxy Sand Painting'
- Diverse Produkte von Hobbycraft
- 'PUFFERZ Pufferfigur Sand' (Toi-Toys)
- 'Stretch Squad dehnbare Figuren' (Action)
- 'Stretcherz 4er Pack Electro Squad' (Aldi Süd)
- 'Stretcherz'-Spielzeuge (SmythsToys)
- 'Stretcherz Slammerz' (Woolworth)
- 'Stretch Squad' (TK Maxx)
- Spiel- und Bastelsets von Hema
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet eine regelmäßig aktualisierte Datenbank mit Rückrufen gefährlicher Produkte an. Verbraucher sollten diese Quellen für aktuelle Informationen nutzen.
Umgang mit bereits gekauftem Sand: Was tun?
Die Verbraucherzentrale NRW rät dringend davon ab, bereits gekauften gefärbten Sand zu verwenden, solange keine Entwarnung vorliegt. Dies gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die den Sand zu Dekorations- oder Bastelzwecken nutzen.
Das Einatmen von Sandstaub muss unbedingt vermieden werden. Geschlossene Verpackungen sollten bis auf Weiteres nicht geöffnet werden.
Sichere Reinigung bei bereits geöffnetem Sand
Wenn der Sand bereits aus der Verpackung genommen und in Innenräumen verwendet wurde, sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen bei der Reinigung erforderlich:
- Tragen Sie eine gut sitzende FFP2-Maske, Putzhandschuhe und eine Schutzbrille.
- Befeuchten Sie den Sand vorsichtig, zum Beispiel mit einer Blumenspritze, die Wasser und einen Tropfen Spülmittel enthält, um Staubbildung zu verhindern.
- Wischen Sie den feuchten Sand mit nassen Lappen auf. Glatte Oberflächen lassen sich feucht abwischen.
- Geben Sie alle kontaminierten Materialien, einschließlich der gebrauchten Handschuhe und Maske, in reißfeste Plastikbeutel und verschließen Sie diese luftdicht, ohne die Luft herauszudrücken. Alternativ können auch dicht schließende Behältnisse wie Dosen oder Eimer verwendet werden.
- Verwenden Sie keinen Haushaltsstaubsauger. Wenn Teppiche oder Polster betroffen sind, die sich nicht feucht abwischen lassen, sollte ein Spezialsauger der Klasse H zum Einsatz kommen.
Sollte sich herausstellen, dass ein Produkt asbesthaltig ist, muss es als Sondermüll entsorgt werden. Informieren Sie sich bei Ihrem örtlichen Entsorgungsbetrieb über die korrekte Vorgehensweise. Es ist ratsam, offizielle Untersuchungsergebnisse abzuwarten, bevor voreilige und möglicherweise kostspielige Entsorgungsmaßnahmen ergriffen werden.
Obwohl Asbest ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt, besteht kein Grund zur Panik. Die meisten Asbest-Erkrankungen resultieren aus langjähriger beruflicher Exposition gegenüber hohen Faserkonzentrationen. Dennoch ist Vorsicht bei Produkten, die von Kindern genutzt werden, immer geboten.





