Der US-amerikanische Elektroautohersteller Rivian plant, seine nächste Fahrzeuggeneration mit fortschrittlichen autonomen Fahrfunktionen auszustatten. Dazu entwickelt das Unternehmen einen eigenen Spezial-Chip und integriert Laser-Radare, auch bekannt als Lidar, direkt in die Frontscheibe des neuen Modells R2. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von dem des Konkurrenten Tesla, der hauptsächlich auf Kameratechnik setzt.
Wichtige Punkte
- Rivian entwickelt eigenen Spezial-Chip für autonomes Fahren.
- Das Modell R2 erhält Lidar-Sensoren und elf Kameras für mehr Sicherheit.
- Volkswagen investiert bis zu 5,8 Milliarden Dollar in Rivians Technologie.
- Rivian bietet autonome Fahrfunktionen als Einmalkauf oder Abonnement an.
- Die neue Elektronik-Architektur ist zonenbasiert, ähnlich wie bei Tesla.
Rivians Technologieansatz für autonomes Fahren
Rivian verfolgt eine umfassende Strategie für seine selbstfahrenden Fahrzeuge. Ein zentrales Element ist der selbst entwickelte Spezial-Chip, der die komplexen Daten der verschiedenen Sensoren verarbeiten soll. Dies ermöglicht eine präzisere und zuverlässigere Umgebungserfassung für autonome Fahrfunktionen.
Das neue Modell R2, das voraussichtlich im kommenden Jahr in den USA auf den Markt kommt, wird mit einem Paket von Sensoren ausgestattet sein. Dazu gehören elf Kameras und fünf Radar-Sensoren, die das Fahrzeugumfeld detailliert erfassen.
Faktencheck: Rivian R2
- Marktstart: Voraussichtlich 2025 in den USA
- Preise: Ab 45.000 US-Dollar
- Sensorik: Lidar, 11 Kameras, 5 Radar-Sensoren
- Software: Eigener Spezial-Chip, Sprachassistent
Lidar als Sicherheitsplus
Ein wesentlicher Unterschied zu Teslas Ansatz ist die Integration von Laser-Radaren (Lidar). Rivian-Managerin Vidya Rajagopalan betont die Bedeutung von Lidar für die Sicherheit. Kameras stoßen demnach bei schwierigen Lichtverhältnissen, wie schwachem Licht, zu hellem Sonnenlicht oder Nebel, an ihre Grenzen.
Lidar-Systeme tasten die Umgebung des Fahrzeugs mittels Laserstrahlen ab und erstellen ein präzises 3D-Modell. Diese Technologie wird auch von anderen führenden Unternehmen im Bereich autonomes Fahren, wie der Google-Schwesterfirma Waymo, eingesetzt, die Lidar in ihren Robotaxis nutzt.
"Kameras stoßen etwa bei schwachem oder zu grellem Licht sowie im Nebel an ihre Grenzen", erklärte Rivian-Managerin Vidya Rajagopalan. "Die Laser-Radare sind wichtig für die Sicherheit."
Kosten und Lernfähigkeit der Systeme
Die autonomen Fahrfunktionen von Rivian werden den Kunden gegen eine einmalige Zahlung von 2.500 US-Dollar oder im Abonnement für etwa 50 US-Dollar pro Monat zur Verfügung stehen. Dies bietet Flexibilität bei der Nutzung und ermöglicht es den Fahrern, die Technologie je nach Bedarf zu aktivieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Lernfähigkeit der Fahrzeuge. Laut Rivian-Manager James Philbin sollen die Autos aus realen Fahrsituationen im Alltag lernen. Dies trägt dazu bei, die Systemleistung kontinuierlich zu verbessern und an verschiedene Umgebungen anzupassen.
Hintergrund: Autonomes Fahren
Autonomes Fahren bezeichnet die Fähigkeit eines Fahrzeugs, sich ohne menschliches Eingreifen zu bewegen. Es gibt verschiedene Stufen der Automatisierung, von Assistenzsystemen bis hin zu vollständig selbstfahrenden Autos. Die Entwicklung ist komplex und erfordert zuverlässige Sensorik sowie leistungsstarke Software.
Die Partnerschaft mit Volkswagen
Die Zusammenarbeit zwischen Rivian und Volkswagen ist ein strategisch wichtiger Schritt für beide Unternehmen. Volkswagen hat sich mit einer Investition von bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar den Zugang zu Rivians Elektronik-Architektur gesichert. Diese Architektur soll in einem Gemeinschaftsunternehmen für zukünftige Elektromodelle von VW für die westlichen Automärkte weiterentwickelt werden.
Diese Partnerschaft unterstreicht das Vertrauen in Rivians technologische Expertise. Für Volkswagen bietet sie die Möglichkeit, die Entwicklung eigener Elektrofahrzeuge zu beschleunigen und von Rivians Innovationen zu profitieren.
Zonenbasierte Architektur als Effizienzfaktor
Ein zentrales Merkmal der bei Rivian entwickelten Architektur ist ihr zonenbasierter Aufbau, im Gegensatz zu einer funktionsbasierten Struktur. Diese Lösung reduziert die Komplexität und verkürzt die benötigten Kabelstränge erheblich. Das führt nicht nur zu einer effizienteren Produktion, sondern senkt auch die Kosten.
Die zonenbasierte Architektur wird bereits von führenden Elektroauto-Herstellern wie Tesla und einigen chinesischen Herstellern eingesetzt. Sie gilt als zukunftsweisend für moderne Fahrzeugarchitekturen, da sie die Integration neuer Funktionen vereinfacht und die Wartung erleichtert.
- Vorteile der Zonen-Architektur:
- Weniger Komplexität in der Verkabelung
- Kürzere Kabelstränge
- Geringere Produktionskosten
- Einfachere Integration neuer Technologien
Die Entwicklungen bei Rivian zeigen, wie stark der Wettbewerb im Bereich des autonomen Fahrens ist. Unternehmen setzen auf unterschiedliche Technologien und Strategien, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit ihrer Systeme zu gewährleisten und sich auf dem Markt zu behaupten.





