Aluminium ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Es findet sich in Verpackungen, Küchenutensilien und sogar in Kosmetika. Doch trotz seiner vielseitigen Eigenschaften birgt der Kontakt mit Aluminium auch potenzielle Gesundheitsrisiken. Eine zu hohe Aufnahme kann langfristig Nieren, Leber und Knochen schädigen. Es ist daher wichtig, die Quellen zu kennen und den Kontakt bewusst zu steuern.
Wichtige Erkenntnisse
- Aluminium kann sich im Körper anreichern und Organe sowie Knochen schädigen.
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine maximale wöchentliche Aufnahme von 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht.
- Umgang mit säure- und salzhaltigen Lebensmitteln in Aluminiumfolie oder -geschirr vermeiden.
- Achten Sie auf beschichtete Aluminiumprodukte und sachgemäße Reinigung.
Woher Aluminium in unseren Körper gelangt
Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Es gelangt auf natürliche Weise in Lebensmittel und Trinkwasser. Industrielle Einflüsse und saurer Regen können jedoch dazu führen, dass Aluminium in die Umwelt und damit in unsere Nahrungskette gelangt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat festgestellt, dass die meisten natürlichen Lebensmittel weniger als 5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm enthalten. Es gibt jedoch Ausnahmen. Produkte wie Gewürze, Kräuter, Kakao, Muscheln, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und Nüsse können höhere Mengen aufweisen.
Faktencheck Aluminium
- Etwa ein Drittel der gesamten Aluminiumaufnahme bei Erwachsenen in Deutschland erfolgt über Instant-Tee-Getränke, Rohkostsalate, Kakao- und Schokoladenerzeugnisse sowie Mehrkornbrot.
- Lebensmittelzusatzstoffe wie E173 (Aluminium als Farbstoff) tragen ebenfalls zur Aufnahme bei, sind aber streng reguliert.
Neben Lebensmitteln sind auch andere Quellen relevant. Dazu gehören aluminiumhaltige Arzneimittel, Impfstoffe, Kosmetika wie Lippenstifte, Zahnpasten und Sonnenschutzmittel, insbesondere Antitranspirantien. Auch Küchenutensilien wie Kochgeschirr, Grillschalen, Trinkflaschen und Aluminiumfolie sind wichtige Quellen.
Bei Lebensmittelverpackungen im Handel spielt die Aufnahme von Aluminium eine geringere Rolle. Viele dieser Verpackungen, wie Getränkedosen oder Joghurtdeckel, sind innen beschichtet und trennen das Aluminium vom Inhalt.
Gesundheitliche Risiken durch Aluminium
Lange Zeit galt Aluminium als unbedenklich. Heute wissen wir, dass sich Aluminium-Ionen unter bestimmten Bedingungen aus Verpackungen und Haushaltsgegenständen lösen und in Lebensmittel übergehen können. Das BfR sieht eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei hoher Aluminiumaufnahme.
Aluminium, das über Lebensmittel aufgenommen wird, ist nicht akut gesundheitsschädlich. Gesunde Menschen scheiden einen Großteil davon über die Nieren aus. Doch nicht ausgeschiedenes Aluminium kann sich im Laufe des Lebens im Skelettsystem ablagern. Dort wird es nur sehr langsam wieder abgebaut.
„Eine langfristig hohe Aufnahme von Aluminium kann das Nervensystem sowie Nieren und Knochen schädigen“, so das BfR.
Zudem kann Aluminium das Gleichgewicht wichtiger Spurenelemente wie Magnesium und Eisen im Körper stören. Eindeutige, kausale Zusammenhänge mit Demenz- oder Krebserkrankungen konnten bisher nicht sicher nachgewiesen werden. Dennoch wird aus Vorsorgegründen eine Minimierung der Aluminiumaufnahme empfohlen.
Tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine maximal tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Das BfR schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland bereits etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche allein über Lebensmittel aufnimmt. Durch zusätzliche Quellen wie Kosmetika oder Medikamente kann dieser Wert leicht überschritten werden.
Aluminiumaufnahme aktiv reduzieren
Es gibt gute Nachrichten: Jeder Einzelne kann seine persönliche Aluminiumaufnahme aktiv beeinflussen und reduzieren. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist hierbei ein wichtiger erster Schritt.
Achten Sie auf den korrekten Umgang mit aluminiumhaltigen Verpackungen und Haushaltsgegenständen. Eine bewusste Auswahl aluminiumfreier Kosmetika kann ebenfalls einen Beitrag leisten.
Verpflichtende Hinweise für den sicheren Gebrauch
Die EU-Verordnung für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, schreibt spezielle Hinweise für eine sichere Verwendung vor. Bei Aluminiumfolie lautet dieser Hinweis oft:
„Aluminium-Folie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Die Folie kann sich auflösen. Aluminium-Folien dürfen nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen.“
Formulierungen wie „abgegebene Aluminiumbestandteile sind jedoch nicht gesundheitsschädlich“ sind seit 2015 nicht mehr erlaubt, da sie die Risiken verharmlosen. Verbraucherzentralen haben hier bereits erfolgreich gegen Online-Anbieter vorgegangen.
Besonders bei Fertiggerichten in Aluminiumschalen, wie tiefgefrorenem Fisch in Marinade oder stark gesalzenen Gerichten mit Tomatenmark, fehlen oft die notwendigen Hinweise. Als Verbraucher ist es schwierig zu erkennen, ob die Schalen beschichtet sind. Achten Sie daher immer auf eindeutige und gut sichtbare Verwendungshinweise.
Praktische Tipps für den Haushalt
Im Alltag können Sie mit einfachen Maßnahmen die Aluminiumaufnahme minimieren:
- Aluminiumfolie: Vermeiden Sie den Kontakt von Aluminiumfolie mit stark säure-, laugen- oder salzhaltigen Lebensmitteln. Dazu gehören Apfelstücke, Zitronen, Tomaten, Essiggurken, Feta, Salzhering, Wurst und Schinken. Lagern oder bereiten Sie diese Lebensmittel nicht in Alufolie zu.
- Kochgeschirr und Backbleche: Decken Sie metallische Servierplatten oder unbeschichtete Backbleche nicht mit Aluminiumfolie ab. Bereiten Sie säure- oder salzhaltige Speisen nicht in Aluminium-Kochgeschirr zu. Verwenden Sie im Backofen bei Aluminiumblechen immer Backpapier.
- Laugengebäck: Beim Backen von Laugengebäck auf Aluminiumblechen können hohe Aluminiumgehalte entstehen. Bäcker sollten auf andere Bleche oder Backpapier umsteigen. Dies gilt auch für das Aufbacken zu Hause.
- Grillen: Grillschalen aus Aluminium sind sinnvoll, um Fett vom Tropfen in die Glut abzuhalten. Allerdings sollten Sie säurehaltige Marinaden vermeiden und Fleisch erst nach dem Grillen würzen und salzen. Grillschalen aus Edelstahl sind eine gute Alternative.
- Fertiggerichte: Verzichten Sie auf Fertiggerichte oder Mahlzeiten in unbeschichteten Aluminiumschalen. Studien zeigen, dass bei der Zubereitung und Warmhaltung von sauren und salzigen Lebensmitteln in solchen Schalen viel Aluminium freigesetzt wird. Der tägliche Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen kann die wöchentliche Aufnahmemenge um etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhöhen.
- Espressokocher: Reinigen Sie Aluminium-Espressokocher nicht in der Spülmaschine. Die sich im Inneren bildende Schutzschicht, die den Übergang von Aluminium reduziert, wird durch die Spülmaschine entfernt.
Durch diese bewussten Entscheidungen im Alltag können Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz Ihrer Gesundheit leisten und die Aufnahme von Aluminium deutlich reduzieren.





