Mehrere Unternehmen treiben den Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS) in Europa voran. Projekte in Spanien, Deutschland und Frankreich erreichen wichtige Meilensteine. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die Stabilität der Stromnetze und die Integration erneuerbarer Energien.
Wichtige Erkenntnisse
- Grenergy sichert erste Non-Recourse-Finanzierung für ein alleinstehendes BESS-Projekt in Spanien.
- MaxSolar und Saft realisieren das erste BESS-Projekt in Quitzow, Brandenburg.
- Amarenco beginnt Bau des 100MW/200MWh Osmo BESS-Projekts in Frankreich.
- Spanien konsolidiert seine Position als strategischer Markt für Energiespeicher.
Spanien: Pionierarbeit bei der Finanzierung großer Projekte
Der unabhängige Stromerzeuger Grenergy hat eine wegweisende Finanzierung für sein 618 MWh Oviedo Batteriespeichersystem (BESS) in Spanien abgeschlossen. Das Unternehmen sicherte sich eine vorrangige Non-Recourse-Finanzierung in Höhe von 100 Millionen Euro. Diese Summe beinhaltet Kreditfazilitäten.
Die Vereinbarung wurde am 22. Juli mit den Finanzinstituten Santander und Sumitomo Mitsui Banking Corporation (SMBC) unterzeichnet. Grenergy bezeichnet dies als die erste Finanzierung dieser Art für ein alleinstehendes BESS-Projekt in Spanien. Dies markiert einen wichtigen Schritt für die Finanzierbarkeit großer Speicherprojekte im Land.
Wichtige Zahlen zum Oviedo-Projekt
- Speicherkapazität: 618 MWh
- Finanzierung: 100 Millionen Euro
- Standort: Industriegelände neben Umspannwerk La Estrecha, La Corredoria
- Inbetriebnahme: Erste Hälfte 2027 erwartet
Bereits im Februar erreichte das Oviedo-Projekt einen weiteren Erfolg. Es wurde der erste finanzielle Tolling-Vertrag für ein alleinstehendes BESS-Projekt in Spanien unterzeichnet. Dieser Vertrag läuft über zehn Jahre und beginnt im Jahr 2028. Der Partner ist ein internationales Energieversorgungsunternehmen mit Investment-Grade-Rating.
Üblicherweise erreichen BESS-Projekte in Spanien ihre Bankfähigkeit durch Subventionen oder langfristige Tolling-Vereinbarungen. Oft werden sie auch mit Solaranlagen kombiniert. Das Oviedo-Projekt, dessen Bau bereits begonnen hat, ist ein Schlüsselprojekt für Grenergys europäische Speicherplattform Greenbox.
Grenergys europäische Strategie
Die Greenbox-Plattform von Grenergy verfügt über eine Entwicklungspipeline von 30 GWh in Ländern wie Polen, Rumänien, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien. Spanien festigt seine Position als strategischer Markt für Grenergy in den kommenden Jahren. Das Unternehmen entwickelt dort sowohl alleinstehende Projekte als auch Hybridisierungsinitiativen.
Grenergy ist auch international aktiv. Im Juni unterzeichnete das Unternehmen einen 1 TWh Nachtstrom-PPA für sein 3,5 GWh Elena BESS in Chile. Dieses Projekt ist Teil des großen Oasis de Atacama Solar-Plus-Speicher-Komplexes, der 2 GW Solar-PV mit 11 GWh Batteriespeichern verbinden soll.
Für die Projekte Escuderos und Oviedo in Spanien wurde im Mai CATL als BESS-Lieferant gewonnen. Escuderos kombiniert 200 MW Solarleistung mit 704 MWh BESS-Kapazität.
Deutschland: Batteriespeicher in Brandenburg
In Deutschland schreiten die Projekte ebenfalls voran. MaxSolar, ein EPC-Anbieter und IPP, hat eine Vereinbarung mit dem Batteriehersteller und BESS-Integrator Saft unterzeichnet. Es geht um das erste BESS-Projekt in Quitzow, Brandenburg.
Das Projekt, bekannt als Quitzow II, wird von Denker & Wulf AG entwickelt. MaxSolar liefert es schlüsselfertig als EPC-Partner. Es wird eine installierte Leistung von 30 MW und eine Speicherkapazität von 76,5 MWh bieten.
Das BESS wird als Co-Location-Projekt neben einem bestehenden Windpark und dessen Umspannwerk gebaut. Dies nutzt die vorhandene Netzinfrastruktur optimal aus. Saft, seit 2016 im Besitz des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, wird seine fortschrittliche BESS-Technologie einbringen.
„Die Zusammenarbeit mit Saft beim Quitzow II-Projekt ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende in Deutschland. Wir nutzen bestehende Infrastrukturen und schaffen so effiziente Lösungen für die Speicherung erneuerbarer Energien.“
Die Ankündigung erfolgte nach einem Treffen der beiden Unternehmen auf der Intersolar Europe. Dort formalisierten MaxSolar und Saft eine umfassendere strategische Zusammenarbeit. Aufbauend auf dem Erfolg von Quitzow II wollen die Unternehmen weitere BESS-Projekte in Europa prüfen.
Die Bundesnetzagentur (BnetzA) kündigte kürzlich die erste Kapazitätsmarktauktion Deutschlands für September an. Dies ist durch das Stromversorgungs-Sicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) ermöglicht.
Frankreich: Großes Speichersystem im Lacq-Becken
Auch Frankreich verzeichnet neue Entwicklungen im Bereich der Batteriespeicher. Das irische IPP Amarenco hat mit dem Bau des 100 MW/200 MWh Osmo BESS-Projekts begonnen. Das Projekt liegt zwischen Os-Marsillon und Mourenx im Lacq-Industriebecken.
Osmo verwendet Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batteriezellen. Es wird in der Nähe bestehender Infrastruktur auf einem ehemaligen Industriegelände entwickelt. Die Finanzierung wurde mit der Société Générale abgeschlossen.
Amarenco betont, dass der Schwerpunkt auf der Begrenzung des ökologischen Fußabdrucks des Projekts liegt. Gleichzeitig wird eine untergenutzte Fläche sinnvoll genutzt.
Details zum Osmo-Projekt
- Leistung: 100 MW
- Speicherkapazität: 200 MWh
- Batterietyp: Lithium-Eisenphosphat (LFP)
- Standort: Lacq-Industriebecken, Frankreich
Diese Ankündigung folgt auf die Meldung vom März. Damals hatte Amarenco eine Schuldaufnahme von 74 Millionen US-Dollar zur Ertüchtigung und Erweiterung seines Claudia BESS-Projekts in Frankreich bekannt gegeben. Claudia wurde ursprünglich 2024 als 105 MW/100 Wh System in Betrieb genommen. Es wird nun auf 94 MW/188 MWh erweitert.
Die Aktivitäten im Bereich großer BESS-Anlagen in Frankreich haben im letzten Jahr zugenommen. Entwickler nutzen die Möglichkeiten für Zusatzleistungen und Netzausgleichsdienste. Dies zeigt die wachsende Bedeutung von Batteriespeichersystemen für die europäische Energiewende.





