Brookfield Asset Management hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Aypa Power, einem Entwickler und Betreiber von Batteriespeichersystemen, getroffen. Die Transaktion beläuft sich auf einen Unternehmenswert von etwa 7 Milliarden US-Dollar. Diese Akquisition, die von Fonds gemanagt wird, die Blackstone Energy Transition Partners gehören, wurde gestern, am 22. Juli, bekannt gegeben. Brookfield will damit seine Position im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energiespeicherung in Nordamerika erheblich stärken.
Wichtige Fakten
- Brookfield übernimmt Aypa Power für rund 7 Milliarden US-Dollar Unternehmenswert.
- Aypa Power verfügt über ein Portfolio von 6,5 GW und eine Pipeline von über 20 GW an Batteriespeichersystemen.
- 95 % der operativen und im Bau befindlichen Projekte sind durch langfristige Verträge mit durchschnittlich 17 Jahren Laufzeit gesichert.
- Die Akquisition unterliegt noch der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.
Strategische Übernahme im Energiespeichermarkt
Die Übernahme von Aypa Power durch Brookfield ist ein bedeutender Schritt auf dem nordamerikanischen Energiespeichermarkt. Aypa Power gilt als eine der größten Plattformen für die Entwicklung von eigenständigen Batteriespeichersystemen (BESS) in der Region. Das Unternehmen bringt ein beeindruckendes Portfolio an operativen, im Bau befindlichen und vertraglich gesicherten BESS-Projekten mit, ergänzt durch eine umfangreiche Entwicklungspipeline.
Brookfield hat angekündigt, eng mit Aypa Power zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung der Projekte zu beschleunigen. Diese Partnerschaft soll die Expansion im schnell wachsenden Sektor der Energiespeicherung vorantreiben, der als entscheidend für die Energiewende gilt.
Zahlen und Fakten
- Unternehmenswert: ~7 Milliarden US-Dollar
- Eigenkapitalwert: 3 Milliarden US-Dollar
- Gesamtportfolio und Pipeline: Über 20 GW
- Vertraglich gesicherte Projekte: 95% der operativen und im Bau befindlichen Anlagen
- Durchschnittliche Vertragslaufzeit: 17 Jahre
Aypa Powers Entwicklung unter Blackstone
Blackstone hatte Aypa Power seit 2020 besessen. Damals firmierte das Unternehmen noch unter dem Namen NRStor C&I und war eine Tochtergesellschaft des kanadischen Energiespeicherentwicklers NRStor. Unter Blackstones Führung erfolgte eine Neuausrichtung. Der Fokus verlagerte sich vom kommerziellen und industriellen (C&I) Marktsegment hin zur Entwicklung von Batteriespeichersystemen im Versorgungsmaßstab.
Seit der Umbenennung in Aypa Power im selben Jahr hat das Unternehmen erhebliche Fortschritte gemacht. Es sicherte sich umfangreiche Finanzierungen und Verträge für seine Projekte. Dies zeigt die Stärke und das Wachstumspotenzial, das Brookfield in Aypa Power sieht.
Hintergrund: Die Rolle von Batteriespeichern
Batteriespeichersysteme sind entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Sie speichern überschüssigen Strom aus Quellen wie Solar- und Windenergie und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, die Netzstabilität zu gewährleisten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Der Markt für BESS wächst weltweit rasant, angetrieben durch den Bedarf an Flexibilität und Widerstandsfähigkeit der Stromnetze.
Finanzielle Erfolge und Projektmeilensteine
Aypa Power hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Serie von finanziellen und operativen Erfolgen erzielt. Im Jahr 2023 sicherte sich das Unternehmen eine Kreditlinie von 320 Millionen US-Dollar. Diese diente der Beschleunigung von Zusammenschluss- und Vertragsverhandlungen. Zusätzlich wurden zwei große Lieferverträge mit Canadian Solar für Projekte in Kalifornien und Texas unterzeichnet. Kurz vor Jahresende folgten weitere 550 Millionen US-Dollar an Fremd- und Steuerkapital für 700 MWh an Projekten in diesen beiden Staaten.
Diese Dynamik setzte sich fort. Zu Beginn des Jahres 2024 schloss Aypa Power eine Kreditfazilität von 1,5 Milliarden US-Dollar für US-Projekte ab. Im März folgten 512 Millionen US-Dollar Finanzierung für zwei Projekte in Ontario. Vor wenigen Wochen nahm das Unternehmen zudem ein 1 GWh-Projekt in Arizona in Betrieb. Ein weiteres 1.200 MWh-Projekt für den Versorger Santee Cooper in South Carolina soll Ende 2025 folgen.
„Die langfristigen Verträge von Aypa Power mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 17 Jahren sichern widerstandsfähige Cashflows und bilden eine solide Basis für zukünftiges Wachstum.“
Brookfields wachsende Präsenz im Energiesektor
Die Übernahme von Aypa Power ist nicht Brookfields einziger Vorstoß in den Energiespeicherbereich. Das Investmentunternehmen hat bereits in andere wichtige Akteure im Sektor der erneuerbaren Energien investiert. Dazu gehört die Akquisition des französischen unabhängigen Stromerzeugers (IPP) Neoen, der einige der größten BESS-Projekte Australiens realisiert hat.
Vor einigen Monaten erwarb Brookfield auch das kanadische Unternehmen Boralex, einen multinationalen Entwickler von erneuerbaren Energien, einschließlich BESS-Projekten. Über seine interne Entwicklungs-Tochtergesellschaft Brookfield Renewable Partners besitzt das Unternehmen zudem die Solar- und BESS-Plattformen X-ELIO und Scout Clean Energy. Es hat auch Partnerschaften mit Entwicklern wie dem britischen Cambridge Power geschlossen.
Strukturwandel bei Brookfield Renewable
Brookfield hat diese Woche auch bekannt gegeben, die Unternehmensstruktur seiner Tochtergesellschaften Brookfield Renewable Corporation und Brookfield Renewable Partners zu vereinfachen. Sie sollen in eine einzige börsennotierte Gesellschaft umgewandelt werden, die Brookfield Renewable Partners Inc. heißen wird. Derzeit operiert Brookfield Renewable Partners als eine auf Bermuda ansässige Kommanditgesellschaft, während Brookfield Renewable Corporation in Kanada ansässig ist.
Weitere Entwicklungen im Energiespeicher-M&A-Markt
Neben der Brookfield-Aypa-Transaktion gab es weitere wichtige Nachrichten im Bereich der Energiespeicher-Fusionen und -Übernahmen. Der Anbieter von Solar-PV-Lösungen Nextpower hat die Übernahme des US-amerikanischen BESS-Integrators Prevalon abgeschlossen. Diese Akquisition erweitert Nextpowers integrierte Plattform über Solar-PV hinaus. Sie umfasst nun ein bewährtes Portfolio an BESS, Energiemanagement-Software, Leistungsregeltechnologien und Lifecycle-Diensten.
Nextpower plant, mit dieser Erweiterung netzgekoppelte Speichersysteme, hybride Kraftwerke, KI-Rechenzentrumsinfrastrukturen und andere kritische Energieanwendungen zu unterstützen. Prevalon hat bereits mehr als 6 GWh an Energiespeichersystemen weltweit eingesetzt. Die im Mai dieses Jahres angekündigte Akquisition markiert Nextpowers Einstieg in den BESS-Markt im Versorgungsmaßstab und seine Rückkehr in den BESS-Sektor, nachdem das Unternehmen bereits 2017 Pläne zum Verkauf von Batterien hatte.
- Nextpower erwirbt Prevalon: Erweitert das Portfolio um BESS-Integration und Energiemanagement.
- Prevalon-Expertise: Über 6 GWh Energiespeichersysteme weltweit im Einsatz.
- Führung bleibt bestehen: Tom Cornell bleibt CEO von Prevalon als hundertprozentige Tochtergesellschaft.
Dan Shugar, CEO von Nextpower, betonte die Bedeutung dieser Übernahme:
„Zuverlässige Energiespeicherung ist grundlegend für das Design, den Bau und den Betrieb kritischer Energieinfrastrukturen. Die Hinzufügung von Prevalon erweitert unsere Fähigkeit, Kunden im Versorgungsmaßstab und Rechenzentren mit einem breiteren Portfolio bewährter Technologien von einem vertrauenswürdigen, bankfähigen Partner zu bedienen.“
Diese Akquisitionen unterstreichen die dynamische Entwicklung und die wachsende Bedeutung des Energiespeichersektors für die globale Energiewende.





