Die BMW Group steht vor einem bedeutenden Führungswechsel: Milan Nedeljković wird im Mai 2026 die Position des Vorstandsvorsitzenden von Oliver Zipse übernehmen. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt für den bayerischen Automobilhersteller in einer Zeit tiefgreifender Transformation der Branche.
Wichtige Punkte
- Oliver Zipse tritt im Mai 2026 planmäßig nach 35 Jahren bei BMW ab.
- Milan Nedeljković, derzeit Produktionsvorstand, übernimmt die Führung.
- Nedeljković ist seit 1993 im Unternehmen und war maßgeblich an der Elektromobilitätsstrategie beteiligt.
- Der Wechsel erfolgt nach dem Start der wichtigen 'Neuen Klasse' von BMW.
Ein geplanter Wechsel an der Spitze
Oliver Zipse, der seit 2019 das Amt des Vorstandsvorsitzenden innehatte, wird am 13. Mai 2026, dem Tag der jährlichen Hauptversammlung, seinen Posten niederlegen. Dieser Abschied ist seit Langem geplant. Zipse blickt auf eine beeindruckende Karriere von 35 Jahren bei BMW zurück. Seine Amtszeit war geprägt von globalen Herausforderungen und strategischen Weichenstellungen.
Faktencheck: Oliver Zipse
- Dienstzeit bei BMW: 35 Jahre
- Vorstandsvorsitzender seit: 2019
- Wichtige Projekte: Start der 'Neuen Klasse', Führung durch die Corona-Pandemie
Der Aufsichtsrat lobte Zipses Verdienste, insbesondere seine Rolle bei der Initiierung der 'Neuen Klasse'. Dieses Projekt bildet die Grundlage für BMWs zukünftige Elektrostrategie und gilt als das größte Zukunftsvorhaben des Unternehmens. Unter seiner Führung navigierte BMW erfolgreich durch Krisen wie die globale COVID-19-Pandemie.
Milan Nedeljković: Der neue Mann am Steuer
Sein Nachfolger, Milan Nedeljković, ist kein Unbekannter bei BMW. Er gehört dem Vorstand seit 2019 an und verantwortet dort das Ressort Produktion. Nedeljković kam 1993 als Trainee zum Unternehmen und hat seitdem eine steile Karriere hingelegt. Seine Laufbahn führte ihn durch verschiedene Schlüsselpositionen, unter anderem in den Werken Oxford und Leipzig.
„Milan Nedeljković genießt hohes Ansehen und Vertrauen in der Belegschaft von BMW. Mit ihm wollen wir die lange Tradition der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung fortsetzen und unsere BMW-Erfolgsgeschichte fortschreiben.“
Besonders hervorzuheben ist seine Rolle beim Produktionsstart des Elektroautos BMW i3 in Leipzig. Dies unterstreicht seine Expertise im Bereich der Elektromobilität, die für BMWs Zukunft entscheidend ist. Nedeljković, geboren 1969 in Serbien, besitzt die deutsche und serbische Staatsbürgerschaft. Er studierte Maschinenbau in Aachen und am MIT in den USA und promovierte an der TU München.
Strategischer Weitblick und Umsetzungsstärke
Aufsichtsratschef Nicolas Peter hob Nedeljkovićs „strategischen Weitblick“, seine Umsetzungsstärke und sein unternehmerisches Denken hervor. Er betonte, dass Nedeljković für einen klaren Fokus im Umgang mit Ressourcen stehe, sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht. Diese Eigenschaften sind angesichts der globalen Herausforderungen und der Transformation der Automobilindustrie von großer Bedeutung.
Hintergrund: Die 'Neue Klasse'
Die 'Neue Klasse' ist BMWs ambitioniertes Projekt für eine neue Generation von Elektrofahrzeugen. Sie soll ab 2025 auf den Markt kommen und eine völlig neue Architektur für Elektromobilität bieten. Dies beinhaltet fortschrittliche Batterietechnologie, eine optimierte Software-Architektur und ein neues Designkonzept. Die 'Neue Klasse' ist entscheidend für BMWs Wettbewerbsfähigkeit im wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge.
Nedeljkovićs Vertrag läuft bis ins Jahr 2031. Zum Zeitpunkt seiner Amtsübernahme wird er 57 Jahre alt sein. Dies ist zwar über der bei BMW üblichen Altersgrenze von 60 Jahren für Vorstände, jedoch wurde diese Regelung bereits bei Zipses letzter Vertragsverlängerung bis 2026 überschritten. Die Kontinuität in der Führung ist für ein Unternehmen von BMWs Größe und globaler Reichweite von großer Bedeutung.
Herausforderungen und Chancen für den neuen CEO
Der zukünftige CEO wird vor großen Aufgaben stehen. Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel hin zur Elektromobilität und Digitalisierung. BMW muss weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren, um technologisch führend zu bleiben. Die erfolgreiche Einführung und Skalierung der 'Neuen Klasse' wird eine zentrale Herausforderung sein.
Zudem spielen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz eine immer größere Rolle. Nedeljkovićs Hintergrund im Bereich Produktion und seine Betonung des ökologischen Umgangs mit Ressourcen könnten hier von Vorteil sein. Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und die Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland sind ebenfalls wichtige Aspekte, die der neue CEO im Blick haben wird.
Der Wechsel an der Spitze von BMW ist ein Zeichen für die kontinuierliche Entwicklung und Anpassung des Unternehmens an die Anforderungen der modernen Automobilwelt. Mit Milan Nedeljković übernimmt eine erfahrene Führungspersönlichkeit, die das Unternehmen und seine strategischen Ziele bestens kennt.





