Kleine Elektrogeräte sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Vom Wasserkocher bis zum Mixer – sie erleichtern viele Aufgaben. Doch was passiert, wenn sie kaputtgehen? Oft landen sie dann im Müll, obwohl eine Reparatur in vielen Fällen sinnvoll und kostengünstig wäre. Dies führt nicht nur zum Verlust wertvoller Rohstoffe, sondern belastet auch die Umwelt. Wir zeigen, warum Reparieren oft die bessere Wahl ist und wie Sie die Lebensdauer Ihrer Geräte verlängern können.
Wichtige Erkenntnisse
- Reparaturen kleiner Elektrogeräte sind oft günstiger als ein Neukauf.
- Wertvolle Rohstoffe wie Kupfer und Aluminium gehen bei Entsorgung verloren.
- Repair-Cafés bieten kostenlose Hilfe und Anleitungen.
- Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer von Geräten erheblich.
- Beim Kauf auf Reparierbarkeit und Qualität achten.
Warum Wegwerfen keine Lösung ist
Kleine Elektrogeräte sind oft erschwinglich. Ein guter Föhn ist bereits ab 25 Euro erhältlich, ein Wasserkocher ebenfalls ab 25 Euro und ein Toaster ab 40 Euro. Diese niedrigen Preise verleiten viele dazu, defekte Geräte einfach zu ersetzen, anstatt sie reparieren zu lassen. Doch diese Praxis hat weitreichende Folgen.
Wenn ein defektes Gerät im Hausmüll landet, gehen wertvolle Rohstoffe verloren. Dazu gehören Metalle wie Kupfer und Aluminium. Diese Materialien sind für die Herstellung neuer Produkte unerlässlich. Ihre Gewinnung ist energieintensiv und umweltschädlich. Das Umweltbundesamt stellte 2017 fest, dass ein durchschnittlicher Einwohner pro Jahr etwa ein Kilogramm Elektroschrott im Restmüll hatte, hauptsächlich kleine Elektrogeräte.
Faktencheck
- Rohstoffverlust: Jährlich gehen Kilogramm an wertvollen Rohstoffen durch unsachgemäße Entsorgung verloren.
- Umweltbelastung: Die Gewinnung neuer Rohstoffe ist energieintensiv und schadet der Umwelt.
- Gesetzliche Pflicht: Defekte Elektrogeräte müssen über Wertstoffhöfe oder im Handel zurückgegeben und recycelt werden.
Lohnt sich eine Reparatur finanziell?
Ob sich eine Reparatur finanziell lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Zeitpunkt des Defekts und dem Kaufpreis des Geräts. Tritt ein Defekt innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistungszeit oder der Herstellergarantie auf, entstehen Ihnen in der Regel keine Kosten. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie den Defekt selbst verursacht haben.
Auch bei günstigeren Produkten kann sich eine einfache Reparatur lohnen, selbst nach Ablauf der Gewährleistung. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote von Reparaturwerkstätten einzuholen und die Kosten zu vergleichen. Für teurere Geräte ist eine Reparatur in einer autorisierten Fachwerkstatt oft die beste Wahl. Diese sind zwar manchmal teurer als freie Werkstätten, verfügen aber über spezifisches Know-how und Ersatzteile.
"Das Reparieren von Geräten ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für unsere Umwelt. Jeder reparierte Toaster bedeutet weniger Elektroschrott und weniger Bedarf an neuen Rohstoffen."
Spezialisten für Akkutausch
Ein häufiger Defekt betrifft fest verbaute Akkus in Geräten wie elektrischen Zahnbürsten oder Rasierapparaten. Spezialisierte Werkstätten bieten hier einen Akkutausch an, der oft nur zwischen 20 und 40 Euro kostet. Dies ist eine attraktive Alternative zum Neukauf, wenn man bedenkt, dass ein neuer Rasierapparat bis zu 470 Euro und eine elektrische Zahnbürste bis zu 320 Euro kosten kann.
Repair-Cafés als Anlaufstelle
In vielen Städten gibt es sogenannte Repair-Cafés. Dort helfen ehrenamtliche Experten kostenlos bei der Reparatur defekter Geräte. Besonders häufig werden hier Toaster, Mixer, Pürierstäbe, Rührgeräte und Kaffeemaschinen wieder instand gesetzt. Diese Initiativen fördern nicht nur die Reparaturkultur, sondern auch den Austausch von Wissen innerhalb der Gemeinschaft.
Selbermachen ist oft kein Hexenwerk
Manche einfachen Reparaturen lassen sich mit etwas Geschick und den richtigen Anleitungen selbst durchführen. Das Internet bietet zahlreiche Ressourcen, wie zum Beispiel die Website www.ifixit.com oder www.reparatur-initiativen.de, die Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereitstellen. Es ist jedoch wichtig, Vorsicht walten zu lassen, besonders bei Geräten, die mit Netzspannung betrieben werden und bei denen das Gehäuse geöffnet werden muss. Solche Reparaturen sollten besser Fachleuten überlassen werden.
Beispiele für einfache Reparaturen
- Wasserkocher entkalken: Eine dicke Kalkschicht kann die Funktion des Wasserkochers beeinträchtigen. Regelmäßiges Entkalken mit handelsüblichem Entkalker oder Zitronensäure, etwa drei bis vier Mal im Jahr bei täglichem Gebrauch, kann dies verhindern.
- Batteriewechsel und Kontaktpflege: Bei batteriebetriebenen Geräten wie Wanduhren oder Spielzeug ist oft nur ein Batteriewechsel nötig. Korrodierte Kontakte im Batteriefach lassen sich meist mit Schleifpapier reinigen.
- Föhn reinigen: Haare und Flusen im Lufteinlass des Föhns können zu Überhitzung führen. Regelmäßiges Reinigen mit einem Staubsauger, wenn das Gerät ausgesteckt ist, verlängert die Lebensdauer.
- Toaster sauber halten: Brotkrümel im Toaster können nicht nur unangenehm riechen, sondern auch die Funktion beeinträchtigen. Leeren Sie die Krümelschublade regelmäßig und entfernen Sie Krümel, wenn das Gerät ausgeschaltet ist.
Ein Problem beim Selbermachen können jedoch spezielle Schrauben sein, die Spezialwerkzeug erfordern. Sternförmige Torx-Schrauben oder Spanner-Schrauben mit zwei Löchern sind hier Beispiele.
So verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Geräte
Die Lebensdauer kleiner Elektrogeräte lässt sich oft mit einfachen Vorkehrungen erheblich verlängern und Reparaturen vorbeugen. Die Beachtung der Bedienungsanleitung ist dabei grundlegend. Dort finden sich wichtige Hinweise zur richtigen Nutzung und Pflege.
Wichtige Pflegetipps
- Kabel prüfen: Beschädigte Kabel können Kurzschlüsse verursachen. Lassen Sie diese umgehend in einem Repair-Café oder einer freien Reparaturwerkstatt ersetzen.
- Regelmäßiges Entkalken: Geräte wie Dampfbügeleisen, Wasserkocher und Kaffeemaschinen sollten regelmäßig entkalkt werden, um Funktionsstörungen durch Kalkablagerungen zu vermeiden.
- Lufteinlässe reinigen: Bei Föhnen ist es wichtig, den Lufteinlass und die Gebläseöffnung regelmäßig von Flusen und Haaren zu befreien. Ziehen Sie dazu immer den Stecker aus der Steckdose.
- Krümelschubladen leeren: Bei Toastern sollten Sie regelmäßig die Krümelschublade leeren und Brotkrümel entfernen, um Brandgefahr und Funktionsstörungen vorzubeugen.
Qualität zahlt sich aus: Billig kann teuer werden
Schon beim Kauf können Sie die Weichen für eine längere Lebensdauer stellen. Informieren Sie sich vorab über Testergebnisse, beispielsweise von der Stiftung Warentest. Deren Untersuchungen zeigen, dass bei vielen Elektrogeräten unterhalb eines bestimmten Preises keine gute Qualität zu erwarten ist.
Als Orientierung dienen hier oft Mindestpreise: Bei Staubsaugern liegt die Untergrenze bei etwa 80 Euro, bei Akkubohrern bei 50 Euro und bei Stabmixern bei 20 Euro für eine zufriedenstellende Qualität.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Umweltzeichen "Der Blaue Engel": Dieses Zeichen berücksichtigt Kriterien wie die Lebensdauer und Reparierbarkeit von Produkten. Es ist ein guter Wegweiser für nachhaltige Entscheidungen.
- Reparierbare Konstruktion: Bevorzugen Sie Geräte, bei denen eine einfache Reparatur möglich ist. Erfahrungen aus Repair-Cafés zeigen, dass der Erfolg einer Reparatur stark von der Konstruktion abhängt. Typische Verschleißteile wie Akkus oder Sicherungen sollten leicht zugänglich, austauschbar und einfach zu beschaffen sein.
- Geschraubte Gehäuse: Achten Sie darauf, ob das Gehäuse des Geräts Schrauben enthält. Diese können auch unter Kunststoffclips verborgen sein. Fest verschweißte Gehäuse erschweren oder verhindern Reparaturen. LED-Leuchten mit fest verbauten LEDs sind hier ein Negativbeispiel.
- Robuste Bauweise: Insbesondere bewegliche Teile wie Schalter sollten robust konstruiert sein. Ein solider Schalter ist ein Zeichen für Langlebigkeit, während ein dünnes Kunststoffblatt schnell brechen kann.
- Betriebszeit: Bei Mix- und Rührgeräten sollten Sie in der Bedienungsanleitung prüfen, ob diese nur für den Kurzzeitbetrieb (oft mit KB abgekürzt) vorgesehen sind. Minderwertige Bauteile können bei längerem Betrieb überhitzen. Wenn Sie die angegebene Betriebszeit überschreiten, können Hersteller Gewährleistungsansprüche ausschließen.
Eine bewusste Kaufentscheidung und regelmäßige Pflege helfen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten. Reparieren ist nicht nur eine nachhaltige, sondern oft auch eine wirtschaftlich kluge Entscheidung.





