Volkswagen und der chinesische Batteriezellhersteller Gotion High-Tech intensivieren ihre Zusammenarbeit durch einen Milliardenpakt. Ziel ist die gemeinsame Produktion von Batteriezellen für Elektroautos in Europa. Diese strategische Partnerschaft umfasst Investitionen in drei neue Joint Ventures in Spanien, der Slowakei und Marokko, um die Unabhängigkeit bei der Batterieherstellung zu stärken und die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken.
Wichtige Punkte
- Drei Joint Ventures in Spanien, Slowakei und Marokko geplant.
- PowerCo investiert 470 Millionen Euro in Slowakei und Marokko.
- Gotion investiert 1,1 Milliarden Euro in Valencia, Spanien.
- VW deckt nun die gesamte Batterie-Wertschöpfungskette ab.
- Ziel ist Technologiestärkung und Versorgungssicherheit außerhalb Chinas.
Strategische Partnerschaft für die Batterieproduktion
Volkswagen und Gotion High-Tech haben umfangreiche Vereinbarungen für eine engere Zusammenarbeit bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge getroffen. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt für Volkswagen, um den Bedarf an Batterien unabhängiger zu gestalten. Die Pläne beinhalten die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen in strategisch wichtigen Regionen.
Die Standorte für diese Joint Ventures befinden sich in Spanien, der Slowakei und Marokko. Diese geografische Verteilung soll nicht nur die Produktionskapazitäten erhöhen, sondern auch die Lieferketten diversifizieren. Der Fokus liegt klar auf dem europäischen Markt und der Sicherung wichtiger Vormaterialien.
Faktencheck
- PowerCo Investition: Rund 470 Millionen Euro bis 2030 für Standorte in Slowakei und Marokko.
- Gotion Investition: Rund 1,1 Milliarden Euro für den Standort Valencia in Spanien.
- Anteilnahme: Beide Partner erwerben jeweils 49 Prozent an den entsprechenden Joint Ventures.
Neue Produktionsstätten in Europa und Nordafrika
Ein Kernstück der Vereinbarung ist die Integration der im Bau befindlichen PowerCo-Batteriezellfabrik im spanischen Valencia in ein Gemeinschaftsunternehmen. Dies ermöglicht eine gemeinsame Führung und Nutzung der Ressourcen. Der Standort Valencia ist von zentraler Bedeutung für die europäische Batterieproduktion von Volkswagen.
Auch die Gotion-Fabrik in Surany, Slowakei, wird in ein Joint Venture überführt. Diese Anlage soll schrittweise anlaufen, sobald die Kapazitäten in Valencia voll ausgelastet sind. Dies zeigt eine abgestimmte Strategie zur schrittweisen Erweiterung der Produktionskapazitäten in Europa.
Hintergrund der Kooperation
Volkswagen ist bereits seit 2020 an Gotion beteiligt und wurde im Dezember 2021 zum größten Aktionär des chinesischen Unternehmens. Diese langjährige Beziehung bildet die Basis für die nun vertiefte Kooperation. Die Zusammenarbeit erstreckte sich bereits auf den Aufbau der PowerCo-Fertigung in Salzgitter.
Sicherung der Lieferkette und Rohstoffversorgung
Ein besonders strategischer Schritt ist die geplante neue Anlage in Marokko. Diese Fabrik soll Materialien produzieren, die für die Herstellung von Batteriezellen notwendig sind, insbesondere Kathodenmaterial. Dies ist entscheidend, da es sich um eine der wenigen Fabriken für solches Vormaterial außerhalb Chinas handeln wird.
Die Marokko-Anlage soll die Versorgungssicherheit für Volkswagen deutlich erhöhen. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Regionen wird reduziert, was die Resilienz der gesamten Wertschöpfungskette stärkt. Dies ist im Kontext globaler Lieferkettenprobleme von großer Bedeutung.
„Wir wollen Technologiestärkung bei gleichzeitiger finanzieller Entlastung. Das ist eine Win-win-Situation und ein Durchbruch für die Industrialisierung von Batteriezellen in Europa.“
Volkswagen deckt gesamte Batterie-Wertschöpfungskette ab
Durch diese Partnerschaft positioniert sich Volkswagen als erster europäischer Automobilhersteller, der die gesamte Batterie-Wertschöpfungskette abdeckt. Dies reicht von der Entwicklung über die Vormaterialien bis hin zur eigentlichen Produktion der Batteriezellen. Diese vertikale Integration ist ein Wettbewerbsvorteil in der Elektromobilität.
Die Batteriesparte PowerCo, 2022 gegründet, bündelt die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen innerhalb des Volkswagen Konzerns. Die erste Fabrik in Salzgitter hat Ende 2025 die Produktion aufgenommen. Ein weiteres Werk entsteht im kanadischen St. Thomas. Diese Standorte sind von der neuen Vereinbarung mit Gotion ausgenommen und ergänzen das globale Netzwerk.
Finanzielle Aspekte der Kooperation
Die finanziellen Investitionen sind erheblich. PowerCo wird bis 2030 rund 470 Millionen Euro in die Standorte in der Slowakei und Marokko investieren. Im Gegenzug bringt Gotion etwa 1,1 Milliarden Euro für seinen Anteil am Standort Valencia auf. Diese Aufteilung der Investitionen zeigt das gegenseitige Engagement und die strategische Bedeutung der Partnerschaft.
Volkswagen gab zudem bekannt, 5,3 Prozent seiner Gotion-Anteile zu veräußern, behält aber weiterhin eine bedeutende Beteiligung. Dies unterstreicht die Transformation der Beziehung von einer reinen Beteiligung hin zu einer tiefgreifenden operativen Partnerschaft.
Ausblick auf die Zukunft der Elektromobilität
Die Kooperation zwischen Volkswagen und Gotion ist ein klares Zeichen für die fortschreitende Industrialisierung der Batteriezellfertigung in Europa. Sie trägt dazu bei, die Abhängigkeit von außereuropäischen Märkten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie im Bereich der Elektromobilität zu stärken.
Die Sicherung der Batterietechnologie und der Rohstoffversorgung ist entscheidend für den Erfolg der Transformation hin zur Elektromobilität. Mit dieser Partnerschaft festigt Volkswagen seine Position als führender Akteur in diesem Zukunftsmarkt.





