Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat angekündigt, die Tempo-30-Begrenzung auf einem Teilstück des Mittleren Rings, genauer an der Landshuter Allee, so schnell wie möglich aufzuheben. Dies würde eine Rückkehr zu Tempo 50 bedeuten. Die Entscheidung basiert auf deutlich verbesserten Luftqualitätswerten in der Stadt.
Wichtigste Punkte
- Tempo 30 an der Landshuter Allee soll aufgehoben werden.
- Rückkehr zu Tempo 50 wird angestrebt.
- Verbesserte Stickstoffdioxidwerte sind der Hauptgrund.
- Prognose für 2026 liegt deutlich unter dem Grenzwert.
- Maßnahme soll Verkehrsfluss verbessern.
Luftqualität in München hat sich deutlich verbessert
Die Luftqualität in München hat sich in den letzten Jahren merklich verbessert. Dies ist die zentrale Begründung für die geplante Aufhebung des Tempolimits. Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte, dass die Luft an der Landshuter Allee spürbar sauberer geworden ist. Diese positive Entwicklung ermöglicht es, die ursprünglich zur Luftreinhaltung eingeführten Einschränkungen zu überprüfen.
Im Jahr 2023 lag der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) an der Landshuter Allee bei 38 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Damit unterschritt er den gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter um zwei Mikrogramm. Dies war das erste Mal seit 14 Jahren, dass der Grenzwert an dieser Messstelle eingehalten wurde. Stickstoffdioxid entsteht hauptsächlich durch Dieselmotoren und kann gesundheitliche Probleme verursachen.
Faktencheck: Stickstoffdioxid
- Grenzwert: 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (Jahresmittelwert)
- 2023 an Landshuter Allee: 38 Mikrogramm pro Kubikmeter
- Hauptursache: Dieselmotoren
- Gesundheitsrisiken: Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme
Prognosen bestätigen positive Entwicklung
Die Stadt München hat eine externe Prognose in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen einer Rückkehr zu Tempo 50 zu bewerten. Diese Studie zeigt, dass auch bei einer Anhebung der Geschwindigkeit die Stickstoffdioxidwerte weiterhin deutlich unter dem Grenzwert bleiben würden. Für das Jahr 2026 wird ein Jahresdurchschnitt von 35 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter erwartet.
Oberbürgermeister Reiter äußerte sich dazu:
„Die gute Nachricht ist: Die Luft an der Landshuter Allee ist spürbar sauberer geworden.“Er fügte hinzu, dass die Voraussetzungen erfüllt seien, um Tempo 30 wieder aufzuheben und damit auch den Verkehrsfluss zu verbessern. Die Stadtverwaltung betont, dass Einschränkungen nicht länger aufrechterhalten werden sollen als nötig.
Hintergrund der Tempolimit-Einführung
Warum Tempo 30?
Das Tempolimit von 30 km/h an der Landshuter Allee wurde als zusätzliche Maßnahme zu Fahrverboten für ältere Dieselfahrzeuge eingeführt. Ziel war es, die Konzentration von Stickstoffdioxid zu senken und die Einhaltung der EU-Grenzwerte zu gewährleisten. Zuvor gab es jahrelange juristische und politische Auseinandersetzungen um die Luftqualität am Mittleren Ring.
Zunächst wurden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und schlechter verhängt. Um zu verhindern, dass auch Euro-5-Fahrzeuge von Fahrverboten betroffen sein könnten, wurde zusätzlich Tempo 30 eingeführt. Dies sollte eine weitere Senkung der Emissionen bewirken.
Auswirkungen auf den Verkehrsfluss und politische Debatte
Die Rückkehr zu Tempo 50 soll nicht nur die Freiheit der Autofahrer wiederherstellen, sondern auch zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses beitragen. Ein flüssigerer Verkehr kann Staus reduzieren und damit indirekt auch die Emissionen senken, da Fahrzeuge weniger im Stop-and-Go-Verkehr fahren.
Das Thema Tempolimit ist in München auch ein politisches Diskussionsthema. Die CSU-Fraktion hatte bereits vor der Kommunalwahl eine Rückkehr zu Tempo 50 gefordert. Die aktuelle Entscheidung des Oberbürgermeisters könnte daher auch im Kontext der anstehenden politischen Auseinandersetzungen gesehen werden. Es zeigt, dass die Stadtverwaltung auf aktuelle Daten reagiert und ihre Maßnahmen anpasst.
Die Entscheidung, Tempo 30 wieder aufzuheben, wird von vielen Pendlern und Anwohnern positiv aufgenommen. Sie versprechen sich davon eine Entlastung im täglichen Berufsverkehr. Die Stadtverwaltung wird die Luftqualität weiterhin genau überwachen, um sicherzustellen, dass die Grenzwerte dauerhaft eingehalten werden.
Nächste Schritte und langfristige Perspektiven
Die genaue Umsetzung der Aufhebung des Tempolimits wird nun von der Stadtverwaltung geprüft. Es wird erwartet, dass die Änderung zeitnah erfolgen wird, um den Bürgern schnellstmöglich die Vorteile der neuen Regelung zugänglich zu machen. Langfristig bleibt das Ziel, eine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität in München zu gewährleisten, ohne dabei den Verkehrsfluss unnötig zu behindern.
Die Stadt München setzt auf eine Kombination aus modernen Fahrzeugtechnologien, intelligenten Verkehrsleitsystemen und gegebenenfalls angepassten Regelungen, um die Umweltstandards zu erfüllen und gleichzeitig die Mobilität der Bürger zu erhalten. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer ausgewogenen Verkehrspolitik.





