Mercedes-Benz stellt die zweite Generation des GLB vor, die mit einer klaren Ausrichtung auf Elektromobilität beginnt. Das neue SUV-Modell, intern als GLB EQ bezeichnet, kommt in zwei vollelektrischen Varianten auf den Markt und bietet eine Kombination aus erhöhter Reichweite, schnelleren Ladezeiten und einem geräumigeren Innenraum. Diese Neuausrichtung markiert einen wichtigen Schritt für Mercedes im Wettbewerb der kompakten SUV-Klasse.
Wichtige Fakten zum neuen GLB EQ
- Länge um 4,8 cm auf 4,73 m gestiegen, Radstand um 6 cm auf 2,89 m.
- Zwei elektrische Antriebsstränge zum Start: 200 kW Heckantrieb und 260 kW Allradantrieb.
- Reichweiten von bis zu 631 km (WLTP) mit einer 85 kWh NMC-Batterie.
- Ladeleistung von bis zu 320 kW, 10-80% Ladung in etwa 22 Minuten.
- Basispreis für das Einstiegsmodell liegt bei 59.048 Euro.
Größer, Geräumiger und Vielseitiger
Der neue Mercedes GLB EQ wächst in seinen Dimensionen. Die Gesamtlänge erhöht sich um 4,8 Zentimeter auf nun 4,73 Meter. Auch in der Breite legt das Fahrzeug zu, um 2,7 Zentimeter auf 1,86 Meter. Besonders bemerkenswert ist der um 6 Zentimeter gewachsene Radstand, der jetzt 2,89 Meter misst. Diese Vergrößerung kommt direkt dem Innenraum zugute und schafft mehr Platz für Passagiere und Gepäck.
Standardmäßig wird der GLB EQ als Fünfsitzer angeboten. Gegen einen Aufpreis besteht die Möglichkeit, zwei zusätzliche Sitze in der dritten Reihe zu bestellen, was ihn zu einem flexiblen Siebensitzer macht. Als Fünfsitzer bietet der Kofferraum ein Volumen von 540 Litern. Wer die dritte Sitzreihe zwar besitzt, aber gerade nicht nutzt, kann immer noch 480 Liter Gepäck verstauen. Ein weiteres praktisches Detail ist das üppige Fach unter der vorderen Haube, das 127 Liter fasst. Die maximale Anhängelast von zwei Tonnen unterstreicht die Vielseitigkeit des SUV.
Wissenswertes zum GLB EQ
- Länge: 4,73 m (+4,8 cm)
- Breite: 1,86 m (+2,7 cm)
- Radstand: 2,89 m (+6 cm)
- Kofferraum (5-Sitzer): 540 Liter
- Kofferraum (7-Sitzer, 3. Reihe geklappt): 480 Liter
- Frunk-Volumen: 127 Liter
- Max. Anhängelast: 2 Tonnen
Interieur und Technologie: Ein Blick in die Zukunft
Das Innendesign des GLB EQ orientiert sich an den neuesten Mercedes-Modellen wie dem GLC EQ und CLA EQ. Das Armaturenbrett wird von großen Bildschirmen dominiert, optional ist sogar ein Beifahrer-Display erhältlich. Als Betriebssystem kommt das fortschrittliche MB.OS zum Einsatz, das eine verbesserte Benutzerführung und Konnektivität verspricht. Besonders hervorzuheben ist die weiterentwickelte Sprachsteuerung, die den Zugang zu Fahrzeugfunktionen deutlich erleichtern soll.
Ein weiteres Highlight ist das serienmäßige große Glasdach, das für ein helles und offenes Raumgefühl sorgt. Im Gegensatz zu früheren Modellen lässt es sich jedoch nicht mehr öffnen. Dies mag für manche ein kleiner Wermutstropfen sein, unterstreicht aber den Fokus auf Design und feste Dachstrukturen.
"Die Sprachsteuerung wurde nochmals verbessert. Es sei allen empfohlen, ihr zumindest eine Chance zu geben, denn sie erleichtert den Zugang wirklich deutlich."
Antriebsvielfalt: Elektro im Fokus, Mild-Hybrid als Option
Obwohl der Fokus klar auf den vollelektrischen Antrieben liegt, wird der GLB EQ auch mit Mild-Hybrid-Optionen erhältlich sein. Ursprünglich sollte der Verbrennungsmotor mit dieser Modellgeneration komplett entfallen, doch Mercedes hat während der Entwicklung umgesteuert. Geplant sind drei Mild-Hybrid-Varianten, deren genaue Leistungsdaten jedoch erst im kommenden Jahr bekannt gegeben werden. Es ist wahrscheinlich, dass diese Antriebe ähnlich den im CLA angebotenen Versionen mit 100, 120 und 140 kW Leistung sein werden.
Die Mild-Hybride werden primär über Frontantrieb verfügen, wobei die Hinterachse bei Bedarf zugeschaltet wird (Allradmodell). Ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe ist hier Standard. Die Pufferbatterie der Mild-Hybride kann bis zu 1,3 kWh speichern und ermöglicht unter sehr geringer Last sogar rein elektrisches Fahren. Das Hauptziel dieser Technologie ist jedoch die variable Lastpunktverschiebung, um den Verbrennungsmotor möglichst effizient zu betreiben und den Verbrauch zu optimieren.
Zwei leistungsstarke Elektroantriebe zum Marktstart
Zum Verkaufsstart stehen zwei rein elektrische Antriebsvarianten zur Auswahl. Das Heckantriebsmodell, der GLB 250+ EQ, leistet 200 kW (272 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 335 Nm. Für Kunden, die Allradantrieb bevorzugen, gibt es den GLB 350 4Matic. Dieser kombiniert den Heckmotor mit einem zusätzlichen 80 kW starken Elektromotor an der Vorderachse, was eine Systemleistung von 260 kW (354 PS) und ein Drehmoment von 515 Nm ergibt.
Mercedes setzt bei beiden Modellen auf zwei Synchronmotoren und betont, den Anteil seltener Erden in der Produktion massiv reduziert zu haben. Beide Varianten sind mit einer NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Cobalt) ausgestattet, die eine nutzbare Kapazität von 85 kWh bietet.
Hintergrund zur Elektromotoren-Technologie
Viele Hersteller nutzen für den sekundären Antrieb in Allrad-Elektrofahrzeugen Asynchronmotoren, da diese im lastfreien Zustand energieeffizienter mitlaufen können. Mercedes hingegen verbaut in beiden Achsen Synchronmotoren. Dies ermöglicht eine präzisere Steuerung und oft eine höhere Leistungsdichte, kann aber konstruktive Herausforderungen mit sich bringen, um die Effizienz über alle Betriebspunkte hinweg zu gewährleisten.
Reichweite und Ladeperformance: Fortschritte, die überzeugen
Die Reichweite ist bei Elektroautos ein entscheidendes Kriterium. Der GLB 250+ EQ überzeugt hier mit einer WLTP-Reichweite zwischen 542 und 631 Kilometern. Der leistungsstärkere GLB 350 4Matic erreicht Werte zwischen 521 und 614 Kilometern nach WLTP-Standard. Diese Werte positionieren den GLB EQ im oberen Bereich seiner Klasse und machen ihn auch für längere Fahrten attraktiv.
Ein besonderer Fortschritt zeigt sich beim Laden: Der GLB EQ kann an DC-Schnellladestationen mit bis zu 320 kW laden. Das bedeutet, dass in nur 10 Minuten bis zu 260 Kilometer WLTP-Reichweite nachgeladen werden können. Eine vollständige Aufladung von 10 auf 80 Prozent soll voraussichtlich nur 22 Minuten dauern, was einer durchschnittlichen Netto-Ladeleistung von rund 162 kW entspricht. Diese schnellen Ladezeiten sind ein Game-Changer für die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen.
Eine spekulative Beispielrechnung für eine längere Autobahnfahrt zeigt das Potenzial: Startet man mit 100 Prozent und fährt auf der Autobahn bis auf 10 Prozent herunter, sind etwa 350 Kilometer realistisch. Nach einer 22-minütigen Ladepause auf 80 Prozent könnten weitere 270 Kilometer zurückgelegt werden. Das ergibt eine Gesamtdistanz von rund 620 Kilometern mit nur einem kurzen Stopp. Auch wenn dies noch keine 1000 Kilometer ohne Unterbrechung sind, spricht es einen Großteil der Interessenten an.
Wichtige Hinweise zum Laden
- DC-Laden mit 400 Volt erfordert eine Zusatzausstattung. Kunden sollten dies bei der Konfiguration beachten, um die volle Schnellladefähigkeit nutzen zu können.
- Serienmäßig ist nur ein 11-kW-AC-Lader verbaut. Wer an Wechselstrom mit 22 kW laden möchte, muss dies ebenfalls ab Werk ordern.
Preise und Wettbewerb: Ein selbstbewusstes Statement
Der Mercedes GLB EQ positioniert sich preislich selbstbewusst. Das vorläufige Basismodell, der GLB 250+ EQ, startet bei 59.048 Euro. Der stärkere GLB 350 4Matic wird ab 62.178 Euro angeboten. Diese Preise liegen deutlich über denen von Konkurrenten wie dem Skoda Enyaq, BMW iX1 oder dem Smart #5. Ein günstigeres Einstiegsmodell soll zwar noch folgen, doch Mercedes macht klar, dass ein gut ausgestatteter GLB EQ kaum unter 60.000 Euro kosten wird.
Mercedes-Benz setzt mit dem GLB EQ auf eine Premium-Strategie und versucht, sich durch Technologie, Reichweite und Ladeperformance von der Konkurrenz abzuheben. Die mutige Preisgestaltung zeigt, dass der Hersteller von der Qualität und den Innovationen des neuen Modells überzeugt ist. Ob dieser zweite Anlauf in der Elektromobilität für Mercedes erfolgreicher sein wird als der erste, bleibt abzuwarten, doch die technischen Daten sind vielversprechend.





