Der chinesische Automobilhersteller Xpeng hat seinen humanoiden Roboter "Iron" erstmals öffentlich in einem Einkaufszentrum in Shenzhen vorgestellt. Die Präsentation umfasste einen choreografierten Lauf und Interaktionen mit Passanten. Dies ist ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das die Massenproduktion seiner bionischen Plattform bis 2026 plant.
Wichtige Punkte
- Xpengs humanoider Roboter "Iron" wurde öffentlich in Shenzhen vorgestellt.
- Der Roboter zeigte einen flüssigen, menschenähnlichen Gang und interagierte mit der Öffentlichkeit.
- Ziel ist die Massenproduktion bis 2026 für den Einsatz als Einzelhandelsassistent und Tourenführer.
- Das Design integriert eine "Faszienschicht" für natürlichere Bewegungen und ein "wärmeres" Erscheinungsbild.
- Derzeit werden Hybrid-Prototypen für öffentliche Präsentationen genutzt.
Erster Auftritt in der Öffentlichkeit
Der Auftritt des "Iron"-Roboters in Shenzhen markiert einen bedeutenden Meilenstein für Xpeng. Das Unternehmen möchte seine Technologie für künstliche Intelligenz, die physische Interaktionen ermöglicht, der breiten Öffentlichkeit näherbringen. Im Fokus stand die Demonstration der Bewegungsfähigkeit des Roboters.
Zuschauer konnten beobachten, wie der Roboter einen "modellhaften" Gang zeigte. Diese Bewegung wird durch eine Wirbelsäule mit fünf Freiheitsgraden und eine komplexe Hüftkonstruktion ermöglicht. Xpeng hat diese Merkmale bereits auf dem AI Day 2025 vorgestellt. Die öffentliche Präsentation ermöglicht es dem Unternehmen, wichtige Daten zur Mensch-Roboter-Interaktion zu sammeln.
Faktencheck
- Xpeng plant die Massenproduktion von "Iron" bis 2026.
- Das langfristige Ziel ist eine Produktion von einer Million Einheiten bis 2030.
- Der Roboter nutzt eine "menschenähnliche Wirbelsäule" mit fünf Freiheitsgraden.
Technologie hinter dem bionischen Design
Das Design von Xpeng Iron zielt darauf ab, die "unheimliche Talsohle" zu überbrücken. Das bedeutet, Maschinen sollen menschlicher wirken, um die Akzeptanz zu erhöhen. Die bionische Ästhetik soll den Roboter zugänglicher machen als herkömmliche Industrieroboter. Ein wichtiger Bestandteil dieses Designs ist die sogenannte "Faszienschicht".
Diese Schicht ist eine 3D-gedruckte Gitterstruktur, die unter der äußeren Hülle des Roboters liegt. Sie ist so konzipiert, dass sie die menschliche Muskulatur nachahmt. Diese Konstruktion trägt dazu bei, Vibrationen zu dämpfen und die ruckartigen Bewegungen, die oft bei zweibeinigen Robotern auftreten, zu glätten. Dadurch erscheinen die Bewegungen des Roboters fließender und natürlicher.
"Unsere Designphilosophie zielt darauf ab, eine 'wärmere' Maschine zu schaffen, mit der sich Menschen in Einzelhandelsumgebungen und später auch zu Hause wohlfühlen", so ein Sprecher von Xpeng.
Hybrid-Prototypen im Einsatz
Obwohl die Bewegungen des Roboters flüssig waren, deuten Beobachtungen darauf hin, dass Xpeng für öffentliche Vorführungen weiterhin Hybrid-Prototypen verwendet. Nahaufnahmen der Roboterhände lassen vermuten, dass es sich um Hardware der älteren Generation handelt. Die 22-DoF (Freiheitsgrade) geschickten Hände, die für das "Gen 8"-Massenproduktionsmodell entwickelt werden, sind demnach noch nicht in diesen Einheiten verbaut.
Die spiegelglänzende Frontplatte des Roboters verdeckt die Sensorik, die das multimodale KI-Gehirn antreibt. Diese Sensoren sind entscheidend für die Wahrnehmung und Interaktion des Roboters mit seiner Umgebung. Die kontinuierliche Entwicklung der Hardware ist ein zentraler Aspekt für die geplanten zukünftigen Einsatzbereiche.
Vom Showroom zur Massenproduktion
Der öffentliche Auftritt von Iron passt zu Xpengs Ziel, den Roboter zunächst als Einzelhandelsassistenten und Tourenführer in eigenen Showrooms einzusetzen. Später sollen komplexere industrielle oder häusliche Aufgaben hinzukommen. Durch die Präsentation vor Publikum sammelt Xpeng wertvolle Daten über die Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen seine Markenbekanntheit in einem wachsenden Wettbewerbsumfeld.
Xpeng strebt an, bis zum zweiten Quartal 2026 eine "vollständige Fähigkeitsintegration" zu erreichen. Das langfristige Ziel ist eine Produktionssteigerung auf eine Million Einheiten bis zum Jahr 2030. Aktuell dient Iron jedoch noch als "aufwendiger Verkäufer", der seine Beweglichkeit unter Beweis stellt, bevor er seine Fähigkeiten in der Fabrik unter Beweis stellen soll.
Hintergrund: Der Markt für humanoide Roboter
Der Markt für humanoide Roboter wächst rasant, mit vielen Unternehmen, die an der Entwicklung von "Physical AI" arbeiten. Diese Roboter sollen nicht nur in Fabriken, sondern auch im Alltag und im Dienstleistungssektor eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, Roboter zu entwickeln, die sich natürlich bewegen, sicher interagieren und komplexe Aufgaben zuverlässig ausführen können.
Wettbewerber wie Tesla und Hyundai intensivieren ebenfalls ihre Bemühungen in diesem Bereich. Xpeng positioniert sich als wichtiger Akteur in diesem Zukunftsmarkt, indem es frühzeitig Prototypen der Öffentlichkeit präsentiert und Feedback sammelt.
Die Fortschritte in der Robotik und Künstlichen Intelligenz sind entscheidend für die Realisierung dieser Vision. Die Integration von Sensorik, ausgefeilter Mechanik und intelligenten Algorithmen ermöglicht es Robotern wie Iron, immer komplexere Aufgaben zu übernehmen und sich nahtlos in menschliche Umgebungen einzufügen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie schnell humanoide Roboter Einzug in unseren Alltag halten werden.





