Der humanoide Roboter Unitree G1 hat eine bemerkenswerte Leistung vollbracht: Er bewältigte Temperaturen von bis zu minus 47,4 Grad Celsius in der Altay-Region. Diese Demonstration unterstreicht nicht nur die Robustheit der Technologie, sondern diente auch als Marketingaktion für die Olympischen Winterspiele 2026.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Unitree G1 meisterte Temperaturen von -47,4°C in der Altay-Region.
- Der Roboter legte über 130.000 Schritte zurück, um ein Logo in den Schnee zu schnitzen.
- Eine spezielle Winterjacke und Schutzhüllen schützten den G1 vor der Kälte.
- Unitree Robotics nutzte die Aktion zur Bewerbung der Olympischen Winterspiele 2026.
- Der G1 ist mit über 5.500 ausgelieferten Einheiten eine bewährte Plattform.
Ein Roboter im extremen Wintertest
In einer beeindruckenden Demonstration seiner Leistungsfähigkeit hat der humanoide Roboter Unitree G1 extremen winterlichen Bedingungen standgehalten. Im nördlichen Xinjiang, in der Region Altay, die oft als Geburtsort des Skisports gilt, navigierte der G1 durch tiefe Schneefelder. Die Temperaturen sanken dabei auf bis zu minus 47,4 Grad Celsius, eine Umgebung, die die meisten kommerziellen Maschinen an ihre Grenzen bringen würde.
Das Unternehmen Unitree Robotics veröffentlichte diese Woche ein Video, das den G1 bei dieser „Autonomen Geh-Herausforderung“ zeigt. Die Aktion ist Teil einer strategischen Kampagne, die die Robustheit der Unitree-Roboter hervorheben soll. Nach Angaben von Unitree legte der G1 während des Einsatzes an den Koordinaten 89,75°E, 47,21°N über 130.000 Schritte zurück.
Faktencheck
- Temperatur: -47,4°C
- Region: Altay, nördliches Xinjiang
- Zurückgelegte Schritte: Über 130.000
- Ausrüstung: Orangefarbene Winter-Pufferjacke, improvisierte Kunststoff-Schutzhüllen
Spezialausrüstung für die Kälte
Um den extremen thermischen Belastungen standzuhalten, war der G1 nicht in seiner Standardkonfiguration unterwegs. Der Roboter trug eine leuchtend orangefarbene Winter-Pufferjacke. Darüber hinaus schützten improvisierte Kunststoff-Schutzhüllen seine Beine und Füße. Diese einfachen, aber effektiven Maßnahmen waren entscheidend, um empfindliche Gelenke und Batterien vor dem Einfrieren zu bewahren.
Die Fähigkeit, in solch unwirtlichen Umgebungen zu bestehen, wird zu einem immer wichtigeren Unterscheidungsmerkmal in der Robotikbranche. Während Wettbewerber wie Deep Robotics kürzlich den allwettertauglichen DR02 vorstellten, der eine IP66-Zertifizierung und einen Betriebsbereich bis -20°C aufweist, verschiebt Unitrees Demonstration die Grenzen dessen, was für einen zweibeinigen Roboter als „überlebensfähig“ gilt.
„Die Umweltresistenz ist ein Schlüsselfaktor für die breite Akzeptanz von Robotern. Unsere Tests zeigen, dass der G1 auch unter extremsten Bedingungen zuverlässig funktioniert.“
Marketingaktion für die Winterspiele 2026
Der Höhepunkt des Videos enthüllte den eigentlichen Zweck der Aktion: Eine Drohnenaufnahme zeigte, dass die Spuren des Roboters akribisch das Logo der Übertragung der Olympischen Winterspiele 2026 durch die China Media Group (CMG) in den Schnee gezeichnet hatten. Diese geschickte Marketingkampagne verbindet die technologische Errungenschaft von Unitree mit einem nationalen Großereignis.
Solche Aktionen dienen Unitree, das sich auf einen möglichen Börsengang Mitte 2026 vorbereitet, einem doppelten Zweck. Im Inland positionieren sie das Unternehmen im Einklang mit wichtigen nationalen Veranstaltungen wie den Winterspielen. Global demonstrieren sie gleichzeitig ein Maß an Hardware-Reife, das Investoren zunehmend fordern.
Hintergrund: Unitree G1
Der Unitree G1 ist die bewährteste Plattform des Unternehmens. Im Jahr 2025 wurden über 5.500 Einheiten ausgeliefert. Dies macht ihn zu einem zuverlässigen „Darsteller“ für Kooperationen mit staatlichen Medien. Der Roboter war bereits in von CMG inszenierten Boxkämpfen und choreografierten Gala-Auftritten zu sehen. Er hat sich als inoffizieller Botschafter der Branche für öffentliche Tech-Demos etabliert.
Autonomie und Präzision
Es stellt sich die Frage, wie viel „Autonomie“ tatsächlich beim Schnitzen des Logos im Spiel war. Die Fähigkeit des G1, in wechselndem Schnee aufrecht zu bleiben, zeugt von seiner durch Reinforcement Learning gesteuerten Balance. Die für das Zeichnen eines Unternehmenslogos erforderliche Präzision lässt jedoch auf ein hohes Maß an vorab geplanter GPS-Pfadführung oder menschlicher Aufsicht schließen.
Unitree hat sich bewusst für den G1 für diese Kampagne entschieden. Die neueren, fortschrittlicheren Modelle, das Flaggschiff H2 und der Massenmarkt-Roboter R1, sollen erst im April 2026 an Kunden ausgeliefert werden. Durch den Einsatz des G1 setzte das Unternehmen auf seine bewährteste und zuverlässigste Plattform.
- Der G1 ist Unitrees meistversandter Roboter.
- Die neuen Modelle H2 und R1 kommen erst später auf den Markt.
- Die Wahl des G1 unterstreicht seine Zuverlässigkeit.
Ob die Nachfolger des G1 – der H2 und der R1 – anstelle von Pufferjacken über eine integrierte Wärmeregulierung verfügen werden, bleibt abzuwarten. Für den Moment hat Unitree jedoch bewiesen, dass seine Roboter die Kälte meistern können, vorausgesetzt, sie haben die richtige Garderobe.





