Mercedes-Benz bereitet einen umfassenden Neustart seiner Elektroauto-Strategie vor. Im Fokus steht der kommende GLB EQ, der den aktuellen EQB in vielen Bereichen übertreffen soll. Erste Einblicke in frostiger Umgebung deuten auf eine Kombination aus vertrauter Mercedes-Designsprache und wegweisender Elektrotechnologie hin. Das Modell verspricht nicht nur mehr Platz und Variabilität, sondern auch deutlich verbesserte Ladeleistungen und Reichweiten.
Wichtige Punkte
- Der GLB EQ ist länger als der aktuelle EQB und bietet optional sieben Sitze.
- Das Interieur zeigt das bekannte Armaturenbrett des CLA EQ mit MB.OS.
- Die Basisversion startet mit 200 kW Leistung und 85 kWh Batteriekapazität.
- Maximale Ladeleistung von 320 kW ermöglicht schnelles Laden (10-80% in 22 Minuten).
- Reichweite von bis zu 700 km (WLTP) wird erwartet.
- Markteinführung ist für Frühjahr 2026 geplant.
Ein frischer Wind in der Elektrostrategie
Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz hat in den letzten Jahren seine Elektroauto-Strategie neu ausgerichtet. Nach einigen Herausforderungen, wie der Anpassung von Energiegehalt und Ladeleistung bei bestimmten EQA- und EQB-Modellen im Sommer 2025, signalisiert der Konzern nun eine grundlegende Wende. Die Einführung neuer Modelle wie dem CLA EQ und dem GLC EQ markiert den Beginn dieser neuen Ära. Der kommende GLB EQ soll diese positive Entwicklung fortsetzen und neue Maßstäbe setzen.
Erste Vorserienmodelle des GLB EQ wurden bereits unter strenger Geheimhaltung und dicker Eisschicht getestet. Obwohl die offizielle Premiere noch aussteht, lassen sich bereits wichtige Details erkennen. Mercedes setzt auf eine evolutionäre Designsprache, die keine radikalen Brüche mit der bekannten Ästhetik des Unternehmens zeigt. Dies unterstreicht den Ansatz, den Neustart konservativ und vertraut zu gestalten, um die Kundenbindung zu stärken.
Fakten zum GLB EQ
- Länge: Rund 4,8 Meter (aktueller EQB: 4,68 Meter)
- Sitzplätze: Optional als Siebensitzer erhältlich
- Batteriekapazität (Basis): 85 kWh
- Motorleistung (Basis): 200 kW
- Ladeleistung (Max.): 320 kW
Design und Innenraum: Evolution statt Revolution
Das Außendesign des GLB EQ bleibt vorerst unter Verschluss, doch Insiderberichte deuten darauf hin, dass es sich nahtlos in die aktuelle Formensprache von Mercedes-Benz einfügen wird. Ähnlich wie beim GLC EQ wird es keine revolutionären Veränderungen geben. Stattdessen wird der GLB EQ die robusten und zugleich eleganten Linien fortführen, die Kunden von der Marke erwarten. Eine wichtige Neuerung ist die erhöhte Fahrzeuglänge: Mit etwa 4,8 Metern übertrifft der GLB EQ seinen Vorgänger, den aktuellen EQB, deutlich. Dies verspricht mehr Innenraum und Komfort für alle Passagiere.
Besonders die Variabilität und das Platzangebot sollen weiterhin zu den Stärken des GLB gehören. Wie schon beim Vorgänger, wird der neue GLB EQ optional als Siebensitzer angeboten. Diese Option, die bisher mit einem Aufpreis verbunden war, macht das Fahrzeug besonders attraktiv für Familien oder Nutzer, die flexiblen Raum benötigen.
"Die Stärken des Mercedes GLB, seine Variabilität und das gute Platzangebot, sollen auch im neuen Modell erhalten bleiben", so ein Sprecher von Mercedes-Benz. Dies unterstreicht das Engagement des Unternehmens, praktische Aspekte mit moderner Elektromobilität zu verbinden.
Das Interieur: Vertraut und Technologisch
Auch im Innenraum wird Mercedes-Benz keine großen Überraschungen liefern, sondern auf bewährte Elemente setzen. Das Armaturenbrett wird dem des bereits bekannten CLA EQ ähneln. Es zeichnet sich durch eine imposant große Instrumenteneinheit aus, die sich über die gesamte Breite erstreckt. Obwohl auf den ersten Pressebildern eine Vielzahl von Displays zu sehen ist, wird die volle Ausstattung voraussichtlich nur gegen Aufpreis erhältlich sein.
Ein zentrales Element im Inneren ist das Betriebssystem MB.OS. Dieses System wird sukzessive in der gesamten Modellpalette ausgerollt und verspricht eine intuitive Bedienung sowie umfassende Konnektivitätsfunktionen. Auch ein Glasdach wird im GLB EQ wohl serienmäßig sein. Ob dieses sich öffnen lässt oder nur über eine elektronische Verschattung und Sternchen-Illuminierung verfügt, ist noch nicht endgültig geklärt, könnte aber dem Vorbild des GLC EQ folgen.
Antrieb und Ladeleistung: Ein Quantensprung
Der größte Fortschritt des neuen GLB EQ liegt im Bereich Antrieb und Ladeleistung. Mercedes-Benz hat hier einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, um den Anforderungen moderner Elektromobilität gerecht zu werden. Das vorläufige Basismodell wird mit einer Leistung von 200 kW (ca. 272 PS) und einer Traktionsbatterie mit 85 kWh ausgestattet sein. Diese Batteriekapazität ist auch im Allradmodell mit 260 kW (ca. 354 PS) Motorleistung Standard.
Besonders beeindruckend ist die maximale Ladeleistung von 320 kW. Damit soll das Fahrzeug in nur 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand aufgeladen werden können. Dies entspricht einer durchschnittlichen Nettoladeleistung von rund 162 kW und stellt einen erheblichen Vorteil im Alltag dar. Die von Mercedes angegebene maximale Reichweite im WLTP-Zyklus liegt bei "bis zu 700 km", was den GLB EQ zu einem attraktiven Begleiter für Langstrecken macht.
Hintergrund: MB.OS
MB.OS ist das neue, von Mercedes-Benz entwickelte Betriebssystem. Es integriert alle Fahrzeugfunktionen, von Infotainment über Fahrerassistenzsysteme bis hin zu Antriebsstrangmanagement, in einer zentralen Softwarearchitektur. Dies ermöglicht eine nahtlose Vernetzung und zukünftige Over-the-Air-Updates, die das Fahrzeug auf dem neuesten Stand halten.
Weitere Antriebsoptionen und Hybridvarianten
Es wird erwartet, dass Mercedes später auch den kleineren E-Antriebsstrang des CLA EQ 200 in den GLB EQ integriert. Dieser bietet 165 kW (ca. 224 PS) Leistung und eine Batterie mit 58 kWh Energiegehalt. Die maximale Ladeleistung beträgt hier 200 kW, wodurch eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten möglich ist, bei einer durchschnittlichen Nettoladeleistung von knapp 122 kW.
An Wechselstrom können beide Modelle gegen Aufpreis mit bis zu 22 kW geladen werden; serienmäßig sind 11 kW. Zusätzlich zu den vollelektrischen Varianten wird Mercedes den nächsten GLB auch mit 48-Volt-Hybridantrieben anbieten. Geplant sind drei Leistungsstufen mit 100, 120 und 140 kW, ergänzt durch einen Startergenerator mit 22 kW. Diese Hybridlösungen bieten eine Brücke für Kunden, die noch nicht vollständig auf Elektromobilität umsteigen möchten.
Markteinführung und Preisgestaltung
Die offizielle Vorstellung des neuen GLB EQ ist noch für Dezember dieses Jahres angesetzt. Die Auslieferungen an die Kunden sollen dann im Frühjahr 2026 beginnen. Zu den Preisen gibt es noch keine konkreten Angaben, jedoch lassen sich erste Schätzungen ableiten. Der aktuelle Mercedes GLB mit Verbrennungsmotor startet bei rund 44.000 Euro, während der elektrische EQB bei knapp 48.000 Euro beginnt.
Es ist unwahrscheinlich, dass der Nachfolger unter diesen Preisen liegen wird. Gleichzeitig wird die Preisgestaltung nach oben durch den GLC EQ begrenzt, dessen Startmodell GLC 400 EQ ab 71.281 Euro erhältlich ist. Da der GLB EQ in der Modellhierarchie etwas unterhalb des GLC EQ positioniert ist, wird er voraussichtlich günstiger, aber keineswegs preiswert sein. Dies entspricht den Erwartungen an ein Premium-Fahrzeug von Mercedes-Benz.
- Offizielle Vorstellung: Dezember 2024
- Auslieferungsstart: Frühjahr 2026
- Preisprognose: Oberhalb des aktuellen EQB (ca. 48.000 Euro) und unterhalb des GLC EQ (ca. 71.000 Euro)
Der Mercedes GLB EQ verspricht eine spannende Ergänzung der elektrischen Modellpalette zu werden. Mit mehr Platz, verbesserter Technologie und beeindruckenden Ladefähigkeiten könnte er eine wichtige Rolle im Segment der kompakten Elektro-SUVs spielen und die Elektrostrategie von Mercedes-Benz entscheidend vorantreiben.





