Millionen von Instagram-Nutzerprofilen sind von einem massiven Datenleck betroffen. Unbekannte haben automatisierte Programme genutzt, um öffentlich zugängliche Informationen wie Nutzernamen und E-Mail-Adressen zu sammeln. Diese Daten kursieren nun in Untergrundforen.
Wichtige Erkenntnisse
- Millionen Instagram-Profildaten wurden durch Scraping gesammelt.
- Passwörter sind nicht betroffen, aber Namen und E-Mail-Adressen.
- Es besteht die Gefahr von glaubwürdigen Phishing-Angriffen und Identitätsdiebstahl.
- Nutzer sollten Passwörter ändern und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
Was genau ist passiert?
Anfang Januar 2026 tauchte in einem Hackerforum ein großer Datensatz auf. Dieser enthält Informationen zu mehreren Millionen Instagram-Profilen. Die Daten wurden nicht durch einen direkten Hack der Instagram-Server erbeutet, sondern durch ein Verfahren namens Scraping.
Beim Scraping werden öffentlich zugängliche Informationen von Websites oder über Programmierschnittstellen (APIs) automatisiert ausgelesen. Kriminelle haben diese Methode genutzt, um Profilnamen, angezeigte Namen und in einigen Fällen auch Standortangaben zu sammeln.
Faktencheck: Betroffene Daten
- Profilnamen: Ja
- Angezeigte Namen: Ja
- E-Mail-Adressen: Ja (in vielen Fällen)
- Standortangaben: Ja (manchmal)
- Passwörter: Nein (nach aktuellem Kenntnisstand)
Es ist wichtig zu betonen, dass nach derzeitigem Wissenstand keine Passwörter oder andere kritische Zugangsdaten in diesem Datensatz enthalten sind. Dennoch birgt der Verlust dieser öffentlich zugänglichen Informationen erhebliche Risiken für die betroffenen Nutzer.
Welche Gefahren drohen Ihnen jetzt?
Obwohl Passwörter nicht direkt betroffen sind, können die geleakten Daten für verschiedene betrügerische Aktivitäten missbraucht werden. Die Hauptgefahr liegt in der Personalisierung von Cyberangriffen.
Phishing-Angriffe werden glaubwürdiger
Kriminelle können die gesammelten Nutzernamen und E-Mail-Adressen verwenden, um täuschend echte Phishing-Nachrichten zu versenden. Diese Nachrichten können per E-Mail, SMS oder über Messenger-Dienste kommen und den Anschein erwecken, von Instagram selbst zu stammen.
Da die Nachrichten Ihren echten Nutzernamen und weitere persönliche Details enthalten, wirken sie besonders glaubwürdig. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer auf schädliche Links klicken oder weitere sensible Informationen preisgeben. Solche Links könnten zu gefälschten Anmeldeseiten führen, die darauf abzielen, Ihre Passwörter zu stehlen.
„Die Personalisierung macht den entscheidenden Unterschied. Wenn eine Phishing-Mail Ihren echten Namen und Ihre E-Mail-Adresse enthält, sinkt die Skepsis erheblich.“
Risiko des Identitätsdiebstahls
Betrüger könnten die gestohlenen Informationen auch nutzen, um Fake-Profile zu erstellen. Diese gefälschten Konten ahmen Ihr echtes Instagram-Profil nach. Anschließend könnten diese betrügerischen Profile dazu verwendet werden, Ihre Kontakte anzuschreiben und in Ihrem Namen Betrugsmaschen durchzuführen oder Fehlinformationen zu verbreiten.
Hintergrund: Daten-Scraping
Daten-Scraping ist nicht illegal, wenn es sich um öffentlich zugängliche Daten handelt. Unternehmen wie Instagram verbieten es jedoch oft in ihren Nutzungsbedingungen. Die Grauzone entsteht, wenn große Mengen solcher Daten gesammelt und weiterverbreitet werden, was die Privatsphäre der Nutzer gefährdet.
So schützen Sie Ihr Instagram-Konto
Es gibt mehrere Schritte, die Sie sofort unternehmen können, um Ihr Konto zu schützen und die Risiken des Datenlecks zu minimieren. Prävention ist hier der beste Schutz.
1. Passwörter erneuern
Auch wenn Passwörter nicht direkt betroffen sind, ist es ratsam, Ihr Instagram-Passwort vorsorglich zu ändern. Wählen Sie ein individuelles, starkes Passwort, das Sie nirgendwo sonst verwenden. Ein starkes Passwort enthält eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
2. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung fügt eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu. Selbst wenn Angreifer Ihr Passwort kennen sollten, benötigen sie einen zweiten Code, um sich anzumelden. Verwenden Sie dafür am besten eine Authenticator-App (wie Google Authenticator oder Authy) statt SMS, da SMS-Codes abgefangen werden können.
3. Login-Aktivität kontrollieren
Überprüfen Sie regelmäßig die Login-Aktivität in Ihren Instagram-Einstellungen unter „Sicherheit“. Achten Sie auf unbekannte Geräte oder ungewöhnliche Login-Orte. Im Meta Accounts-Center können Sie zudem sehen, welche Geräte bei allen Meta-Diensten angemeldet sind.
4. Zurücksetzungs-Mails ignorieren
Sollten Sie eine E-Mail zur Passwortrücksetzung erhalten, die Sie nicht angefordert haben, ignorieren Sie diese. Klicken Sie keinesfalls auf Links in solchen E-Mails. Instagram rät dazu, in diesem Fall einfach nichts zu unternehmen.
5. Links in E-Mails meiden
Nehmen Sie Änderungen an Ihrem Profil oder Ihren Einstellungen ausschließlich direkt in der Instagram-App oder auf der offiziellen Webseite vor. Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails, die angeblich von Instagram stammen, da diese Phishing-Versuche sein könnten.
6. Betroffenheit prüfen
Dienste wie Have I Been Pwned oder der Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts bieten kostenlose Überprüfungen an. Hier können Sie sehen, ob Ihre E-Mail-Adresse in bekannten Datenlecks auftaucht. Dies gibt Ihnen einen Hinweis, ob Sie direkt betroffen sind.
7. Passwort-Manager verwenden
Ein Passwort-Manager hilft Ihnen, starke und einzigartige Passwörter für all Ihre Online-Konten zu erstellen und sicher zu speichern. Dies erhöht die allgemeine Sicherheit Ihrer digitalen Identität erheblich. Alternativ bieten Passkeys eine noch modernere und sicherere Anmeldemethode ohne Passwörter.
8. Schutzsoftware aktualisieren
Stellen Sie sicher, dass Ihre Antiviren-Software und Ihr Betriebssystem stets auf dem neuesten Stand sind. Aktuelle Schutzsoftware kann Schadsoftware erkennen und blockieren, die versuchen könnte, Zugangsdaten auf Ihrem Gerät abzufangen.
Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie Ihr Instagram-Konto und Ihre persönlichen Daten besser vor den Folgen dieses Datenlecks schützen.





