In Kalifornien wurde die Tumbleweed Energy Storage Anlage offiziell in Betrieb genommen. Sie ist das erste Batteriespeichersystem (BESS) des Bundesstaates, das eine Speicherdauer von acht Stunden bietet. Das Projekt, das von REV Renewables und LS Power entwickelt wurde, markiert einen wichtigen Schritt für die Energieversorgung in der Region.
Wichtige Fakten
- Tumbleweed ist Kaliforniens erstes 8-Stunden-Batteriespeichersystem.
- Die Anlage wurde in Kern County in Betrieb genommen.
- Die Kapazität beträgt 69 MW / 552 MWh, mit geplanter Erweiterung auf 125 MW / 1.000 MWh.
- Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit mehreren kalifornischen CCAs.
- Es trägt zur Erfüllung der Zuverlässigkeitsanforderungen der CPUC bei.
Ein Meilenstein für die Energiespeicherung in Kalifornien
Die Tumbleweed Energy Storage Anlage in Kern County, Kalifornien, hat ihren Betrieb aufgenommen. Dies wurde am 18. Juni mit einer feierlichen Zeremonie begangen. Lokalpolitiker, Gemeindevertreter und Industriepartner waren anwesend. Die Anlage ist das erste Batteriespeichersystem in Kalifornien, das eine Entladedauer von acht Stunden ermöglicht. Dies stellt einen Fortschritt bei der Integration erneuerbarer Energien dar.
Entwickelt wurde das Projekt von REV Renewables und dessen Muttergesellschaft LS Power. Sie arbeiteten eng mit kalifornischen Gemeinschaftsenergieversorgern (CCAs) zusammen, darunter Ava Community Energy und California Community Power (CC Power). Weitere beteiligte CCAs sind CleanPowerSF, Peninsula Clean Energy, Redwood Coast Energy Authority, San José Clean Energy, Silicon Valley Clean Energy, Sonoma Clean Power und Valley Clean Energy.
Anlagenkapazität im Detail
Die anfängliche Kapazität der Tumbleweed-Anlage beträgt 69 Megawatt (MW) bei einer Speicherkapazität von 552 Megawattstunden (MWh). Es gibt jedoch Pläne für eine erhebliche Erweiterung. Der EPC-Auftragnehmer Mortenson arbeitet an zwei Phasen des Projekts. Die finale Ausbaustufe soll eine Kapazität von 125 MW / 1.000 MWh erreichen.
Erfüllung der Zuverlässigkeitsanforderungen
Die Inbetriebnahme der Tumbleweed-Anlage erfolgte vor den Fristen der California Public Utilities Commission (CPUC). Die CPUC hatte zuvor ein Mandat erlassen. Es verpflichtet Energieversorger, innerhalb von fünf Jahren 11,5 Gigawatt (GW) an Energieressourcen bereitzustellen. Fast alle davon sollen emissionsarm oder emissionsfrei sein. Dies dient der Sicherstellung der sogenannten „Mid-Term Reliability“.
Diese Maßnahmen sind notwendig, um den Ausgleich von Stilllegungen von Erdgaskraftwerken und der geplanten Schließung des Kernkraftwerks Diablo Canyon zu gewährleisten. Die CPUC wies Kaliforniens Versorgungsunternehmen (IOUs) und CCAs an, unterschiedliche Kapazitäten zu beschaffen. Schon im Juni 2020 suchten elf CCAs nach Anbietern für Langzeitenergiespeicher (LDES) mit einer Mindestentladedauer von acht Stunden.
Ein Vertreter von Silicon Valley Clean Energy erklärte: "Das Tumbleweed BESS-Projekt war die erste große Beschaffung für Langzeitenergiespeicher durch CC Power."
Die Rolle von CC Power
Im Jahr 2022 stimmte CC Power einem Energiespeicher-Dienstleistungsvertrag für das Tumbleweed BESS-Projekt zu. Die Joint Powers Agency von CC Power wurde nach der Ausschreibung gegründet. Sie gibt an, dass ihre Vereinbarung mit REV Renewables' Tumbleweed-Projekt 55 Prozent der "Mid-Term Reliability"-Anforderung für die Beschaffung von mindestens acht Stunden Speicher erfüllt.
Hintergrund: Langzeitenergiespeicher (LDES)
Langzeitenergiespeicher sind entscheidend für die Energiewende. Sie ermöglichen es, Strom aus erneuerbaren Quellen über längere Zeiträume zu speichern und bei Bedarf abzugeben. Dies stabilisiert das Netz und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Marktforschungsunternehmen wie Wood Mackenzie prognostizieren, dass Netto-Null-Szenarien eine globale durchschnittliche Speicherdauer von 2,5 Stunden heute auf etwa 20 Stunden erhöhen müssen, um bis 2030 mehr als 50 % erneuerbare Energien zu integrieren.
Herausforderungen und Entwicklungen im LDES-Markt
Trotz des steigenden Bedarfs an Langzeitenergiespeichern gibt es auch Herausforderungen. Der Bericht "Long Duration Energy Storage Trends" von Wood Mackenzie zeigt, dass die weltweite LDES-Finanzierung im Jahr 2025 um 30 Prozent zurückging. Die Risikokapitalfinanzierung (VC) sank sogar um 72 Prozent. Obwohl es im Jahr 2025 einen Anstieg der Bereitstellung gab, war dieser deutlich geringer als der 806-prozentige Sprung zwischen 2023 und 2024.
Priya Shrivastava, Managerin für Energiespeicher-Lieferkettenforschung bei Wood Mackenzie, merkte an, dass es neuen LDES-Technologien schwerfallen wird, ähnliche dramatische Kostensenkungen zu erzielen, wie sie Lithium-Ionen-Batterien im letzten Jahrzehnt erlebt haben. Datenzentren werden zwar als potenzieller Weg zur Kommerzialisierung von Nicht-Lithium-LDES-Technologien genannt.
Dennoch machen Lithium-Ionen-Batterien (Stand Juli 2025) die Hälfte der globalen Langzeitprojektpipeline für inter-tägliche (8-70 Stunden) LDES aus. Sie dominieren auch die meisten Projekte, die bis 2030 in Betrieb gehen, so das Marktforschungsunternehmen Sightline Climate.
Hintergrund: Frühere Herausforderungen und Umweltauflagen
Die Branche der Energiespeicherung ist nicht frei von Schwierigkeiten. Im Jahr 2024 schlossen REV Renewables und Tochtergesellschaften von NextEra Energy Vergleichsvereinbarungen mit der US Federal Energy Regulatory Commission (FERC) ab. Diese betrugen insgesamt über 3,1 Millionen US-Dollar. Es ging um mutmaßliche Verstöße auf Kaliforniens Energiemarkt.
REV wurde vorgeworfen, ungenaue "State-of-Charge" (SOC)-Prognosen für sein Vista-Batterieprojekt geliefert zu haben. Dies führte zwischen 2022 und 2023 zu unzulässigen Regulierungsprämien und Zahlungen in Höhe von 1,64 Millionen US-Dollar. NextEras Verstöße betrafen Solaranlagen mit Batteriespeichern. Diese wichen von den Dispatch-Anweisungen ab, während sie Zusatzleistungen erbrachten. Dies lag an einer Programmierlogik, die die Solarleistung priorisierte. Dadurch wurden Einnahmen von etwa 381.724 US-Dollar erzielt, die gemäß den im Dezember 2021 erlassenen Regeln hätten gekürzt werden müssen.
Umweltauflagen nach Brandereignissen
Im Juli 2025 schloss die US Environmental Protection Agency (EPA) eine Vergleichsvereinbarung mit LS Power ab. Dies betrifft die Anweisung zur Sanierung nach einem Lithium-Ionen-Batteriebrand in der Gateway-Energiespeicheranlage des Unternehmens in San Diego, Kalifornien. Gateway, das bei seiner Inbetriebnahme als das weltweit größte Einzelstandort-Batterieprojekt galt, geriet am 15. Mai 2024 in Brand.
Gemäß der Vergleichsvereinbarung muss das Unternehmen Umweltüberwachung während aller Batteriehandhabungsaktivitäten durchführen. Es muss auch alle betroffenen Akkupacks sicher entfernen, verpacken und entsorgen. Detaillierte Arbeitspläne und Fortschrittsberichte sind der EPA vorzulegen. Diese Vorfälle unterstreichen die Bedeutung strenger Sicherheits- und Umweltstandards in der schnell wachsenden Energiespeicherbranche.
Engagement für die Gemeinschaft
Im Rahmen der Inbetriebnahme der Tumbleweed-Anlage kündigte REV Renewables auch soziale Investitionen an. Eine Spende von 5.000 US-Dollar geht an das Kern County Economic Development Women in STEM Scholarship-Programm. Eine weitere Investition von 2.500 US-Dollar kommt der Rosamond Little League zugute. Diese Initiativen unterstützen Bildungschancen, Jugendentwicklung und die langfristige Vitalität der Gemeinschaft in der Region.
Solche Investitionen zeigen das Bestreben, nicht nur die Energieinfrastruktur zu verbessern, sondern auch einen positiven Einfluss auf die lokalen Gemeinschaften auszuüben. Das Tumbleweed-Projekt ist somit ein Beispiel für die Verbindung von technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Verantwortung.





