Südaustralien hat einen wichtigen Schritt zur Sicherung seiner Energieversorgung gemacht. Im Rahmen des ersten Firm Energy Reliability Mechanism (FERM) Tender wurden sechs Batteriespeicherprojekte mit einer Kapazität von insgesamt 1.334 MW und einer Speicherkapazität von 5.336 MWh beauftragt. Dieses Ergebnis ist bemerkenswert, da es die aktuelle Wettbewerbsfähigkeit von Batteriespeichern im Land unterstreicht.
Wichtige Erkenntnisse
- Sechs Batteriespeicherprojekte mit 1.334 MW Gesamtleistung beauftragt.
- Technologieoffener Tender bevorzugte Batteriesysteme gegenüber Gas und Pumpspeicher.
- Verträge sichern 517 MW gesicherte 8-Stunden-Leistung bis November 2029.
- 15-jährige FERMA-Verträge bieten finanzielle Planungssicherheit.
- Weitere Tenderrunden sind geplant, um das Gesamtziel von 2.300 MW zu erreichen.
Batterien dominieren technologieoffenen Tender
Der FERM-Tender war ausdrücklich technologieoffen konzipiert. Das bedeutet, dass neben Batteriespeichern auch Gaskraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke teilnehmen konnten. Überraschenderweise erhielten jedoch alle sechs Zuschläge Batteriespeicherprojekte. Dies zeigt die derzeitige Wettbewerbsfähigkeit dieser Technologie in Australien.
Laut ASL, der Agentur, die den Tender durchführte, spiegeln die Ergebnisse die relative Wettbewerbsfähigkeit der Batterieprojekte wider. Es gab keine Präferenz im Tenderdesign selbst. Ein ASL-Sprecher erklärte:
„Dies war ein technologieoffener Tender, und das Ergebnis spiegelt die Wettbewerbsfähigkeit der Batterieprojekte in dieser Tenderrunde wider und nicht irgendeine Präferenz im Tenderdesign.“
Batterien können in der Regel schneller entwickelt, finanziert und geliefert werden als einige alternative Technologien. Dies verschafft ihnen unter den aktuellen Marktbedingungen einen Vorteil.
Faktencheck: Tender-Ergebnisse
- Gesamtkapazität der Projekte: 1.334 MW
- Gesamtspeicherkapazität: 5.336 MWh
- Anzahl der Projekte: 6
- Vertragslaufzeit: 15 Jahre (FERMA-Verträge)
- Gesicherte Leistung (8 Stunden): 517 MW
Unterschied zwischen Nennleistung und gesicherter Leistung
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Zahlen des Tenders. Das ursprüngliche Ziel lag bei 700 MW, während die vergebene Nennleistung 1.334 MW beträgt. ASL stellt klar, dass diese Zahlen nicht direkt vergleichbar sind, da sie unterschiedliche Dinge messen.
Die 700 MW bezogen sich auf die gesicherte Ausgangsleistung. Dies ist die Menge an Strom, die jedes beauftragte Projekt kontinuierlich für mindestens 8 Stunden während sogenannter „Forecast Lack of Reserve“-Ereignisse liefern muss. Dies sind Perioden, in denen das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am kritischsten ist.
Die 1.334 MW hingegen repräsentieren die Nennleistung der Projekte. Dies ist die gesamte installierte Leistung der Anlagen, die in der Praxis die vertraglich garantierte gesicherte Leistung übersteigt.
Konkrete Ziele und Ergebnisse
Im Detail wurden für die Kategorien November 2028 und November 2029 bis zu 600 MW gesicherte Ausgangsleistung angestrebt. Letztendlich wurden 517 MW vergeben. Eine dritte Kategorie, die bis November 2031 bis zu 100 MW gesicherte Leistung vorsah, erhielt zwar Angebote, diese erfüllten jedoch die Bewertungskriterien nicht ausreichend.
Dies bedeutet, Südaustralien hat 517 MW gesicherte 8-Stunden-Leistung vertraglich festgelegt. Die 1.334 MW Nennleistung beschreiben die physische Infrastruktur, die zur Erbringung dieser garantierten Leistung gebaut wird.
Hintergrund: FERM Finanzierungsmechanismus
Das FERM Financial Vehicle dient als Vertragspartner für alle FERMA-Verträge. Es wird durch einen gesetzlich verankerten Kostenwiederherstellungsrahmen gestützt, der unter den „National Electricity (South Australia) Firm Energy Reliability and Orderly Exit Management Regulations 2025“ etabliert wurde.
Die australische Energieregulierungsbehörde (AER) legt die zurückzufordernden Beträge fest. Diese Kosten werden über den südaustralischen Übertragungsnetzbetreiber ElectraNet wieder eingezogen. Der SA FERM Trust hat von Moody’s ein A2-Rating mit stabilem Ausblick erhalten, was die Stärke des regulatorischen Rahmens und die Zuverlässigkeit der Cashflows widerspiegelt.
Herausforderungen bei der Projektumsetzung
Die Vergabe von Energievertragsprojekten ist nur der erste Schritt. Eine große Herausforderung in ganz Australien ist die Umwandlung dieser Vertragsgewinne in tatsächliche Bauprojekte und Final Investment Decisions (FIDs). Planungsverzögerungen, Netzanschlussbeschränkungen und Finanzierungsschwierigkeiten bremsen oft die Umsetzung.
Der FERM-Vertrag wurde speziell entwickelt, um finanzielle Risiken zu mindern und Projekte mit Einnahmeunterstützung zu versorgen. Ein ASL-Sprecher betonte:
„Das FERM-Abkommen wurde von der südaustralischen Regierung entwickelt, um Herausforderungen im Zusammenhang mit dem finanziellen Risiko zu begegnen und Projekte mit Einnahmeunterstützung zu versorgen.“
ASL bietet kommerzielle Beratung an, die auf kontinuierlichem Marktdialog basiert. Dies umfasst die Risikoverteilung und die Frage, ob das Abkommen die Investitionsrisiken adressiert, die Projektentwickler managen müssen. Diese Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche langfristige Umsetzung.
Dennoch gibt es Grenzen. Das Abkommen kann nicht alle Entwicklungsrisiken beseitigen. Planung, Finanzierung und Netzanschluss bleiben entscheidende Faktoren, die außerhalb der direkten Kontrolle des Vertrags liegen. Diese Risiken haben an anderen Stellen im australischen Markt bereits zu Engpässen geführt.
Zukünftige Tender und Technologieentwicklung
Das FERM-Schema ist als mehrstufiges Programm konzipiert. Das Gesamtziel liegt bei 2.300 MW Langzeitspeicherkapazität für die Finanzjahre 2026/27 bis 2030/31. Die 517 MW aus dem ersten Tender sind somit nur ein erster Teil des Gesamtplans.
Weitere Tenderrunden sind geplant. Die Erfahrungen aus dem ersten Tender, einschließlich der Wettbewerbsdynamik und der Kriterien, die erfolgreiche von nicht erfolgreichen Angeboten unterschieden, werden die Struktur zukünftiger Runden beeinflussen.
Das Fehlen erfolgreicher Angebote in der Kategorie November 2031 könnte auf eine geringere Anzahl von Projekten hindeuten, die bereit waren, sich zu einem späteren Liefertermin an die erforderlichen Leistungsstandards zu binden. Es könnte aber auch eine kommerzielle Entscheidung von Entwicklern sein, die lieber in den früheren Kategorien konkurrierten.
ASL erwartet, dass in zukünftigen Tendern auch andere Technologien erfolgreich sein werden, sobald Langzeitspeicherprojekte in Südaustralien weiterentwickelt werden. Gas und Pumpspeicher haben diese Runde aufgrund ihrer Angebote verloren. Ob die nächste Runde ein anderes Ergebnis liefert, hängt davon ab, wie weit diese konkurrierenden Technologien bis dahin fortgeschritten sind.
Für den Moment ist die Position von ASL klar: Batteriespeicher haben diese Runde gewonnen, weil sie über alle Bewertungskriterien hinweg wettbewerbsfähiger waren. Der regulatorische und finanzielle Rahmen der Verträge ist auf eine langfristige Lieferung ausgelegt, und die Bedingungen, die zu diesem Ergebnis führten, müssen nicht dauerhaft sein. Die Energieversorgung Südaustraliens bleibt ein dynamisches Feld, in dem Innovation und Wettbewerb eine zentrale Rolle spielen.





