Das Puerto Rico Energy Bureau (PREB) hat die Puerto Rico Electric Power Authority (PREPA) angewiesen, das Beschleunigte Batteriespeicher-Zusatzprogramm (ASAP) dringend abzuschließen. Diese Anordnung soll die Netzstabilität auf der Insel verbessern und die Energieversorgung sichern. Die Behörde fordert PREPA auf, die ausstehenden Genehmigungen für vier entscheidende Projektvereinbarungen mit dem Financial Oversight and Management Board (FOMB) schnellstmöglich einzuholen.
Wichtige Erkenntnisse
- PREB fordert PREPA auf, ASAP-Verträge mit FOMB abzuschließen.
- Vier Batteriespeicherprojekte sind entscheidend für Puerto Ricos Netzstabilität.
- Verzögerungen bei der Umsetzung der Projekte haben das PREB alarmiert.
- Die 1.500 MW Speicherkapazität sind eine Richtlinie, keine feste Obergrenze.
- Vertragsdetails bleiben vertraulich, um kritische Infrastruktur zu schützen.
Beschleunigtes Programm zur Netzstabilisierung
Das ASAP-Programm ist von zentraler Bedeutung für Puerto Ricos Energiesicherheit. Es sieht die Installation von Batteriespeichersystemen (BESS) im Versorgungsmaßstab an bestehenden Kraftwerksstandorten vor. Unabhängige Stromerzeuger (IPPs) mit laufenden Stromabnahme- und Betriebsverträgen (PPOAs) mit PREPA sollen diese Systeme zügig implementieren.
Die Notwendigkeit dieser Maßnahme ist groß, da Puerto Rico immer wieder mit Stromausfällen und einer unzureichenden Energieerzeugung zu kämpfen hat. Das PREB hat betont, dass die BESS-Projekte entscheidend sind, um das derzeitige Defizit in der Stromerzeugung zu beheben und die Resilienz des Netzes zu stärken.
Faktencheck
- Programmname: Accelerated Battery Energy Storage Addition Programme (ASAP)
- Ziel: Verbesserung der Netzstabilität und Energieversorgung auf Puerto Rico.
- Technologie: Batteriespeichersysteme (BESS) im Versorgungsmaßstab.
- Beteiligte: PREPA, Luma Energy, unabhängige Stromerzeuger (IPPs).
Verzögerungen und deren Konsequenzen
Im April 2024 identifizierte Luma Energy, der private Betreiber der Stromerzeugungs-, Übertragungs- und Verteilungsanlagen, Phase-1-Projekte. Diese Projekte sollten sofort und mit minimalen Kosten starten, ohne dass Netzaufrüstungen erforderlich wären. Einige Entwickler gaben an, innerhalb von weniger als 12 Monaten betriebsbereit sein zu können. Die Vertragsunterzeichnung wurde für April 2025 erwartet.
Doch im August 2025 stagnierten die Projekte. Lediglich ein Entwickler, Ecoeléctrica, reagierte auf PREPAs Kommunikationsversuche und versprach, die Dokumentation bis September fertigzustellen. Drei weitere Entwickler – San Fermín, Horizon und Oriana – blieben komplett untätig.
„Die Verzögerungen sind äußerst besorgniserregend. Diese Projekte sind entscheidend, um Puerto Ricos Defizit in der Stromerzeugung zu beheben.“
Das PREB forderte daraufhin alle vier Entwickler auf, detaillierte Erklärungen für ihre mangelnde Kooperationsbereitschaft abzugeben. Es drohte mit Geldstrafen, sollten die Informationen nicht fristgerecht eingereicht werden. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, mit der das PREB die Umsetzung dieser Projekte betrachtet.
Hintergrund: Die Rolle der Akteure
PREPA (Puerto Rico Electric Power Authority): Die staatliche Stromversorgungsbehörde, die für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung zuständig ist.
Luma Energy: Ein privates Unternehmen, das im Auftrag von PREPA die Stromerzeugungs-, Übertragungs- und Verteilungsanlagen betreibt.
PREB (Puerto Rico Energy Bureau): Die Regulierungsbehörde, die sowohl PREPA als auch Luma Energy beaufsichtigt und die Einhaltung der Energiepolitik sicherstellt.
FOMB (Financial Oversight and Management Board): Ein US-amerikanisches Aufsichtsgremium, das die Finanzen Puerto Ricos überwacht und wichtige Verträge genehmigen muss.
Vertragsgenehmigungen und Vertraulichkeit
Das PREB hat Lummas vier endgültige Vertragsbedingungen für ASAP als konform mit der Energiepolitik der Insel und dem Integrierten Ressourcenplan (IRP) befunden. Daraufhin genehmigte das Bureau die vier Entwürfe und wies Luma an, die Verträge abzuschließen und PREPAs Aufsichtsrat zur Genehmigung vorzulegen. Ein Nachweis dieses Prozesses wurde ebenfalls gefordert.
Zusätzlich erhielt PREPA die Anweisung, die Genehmigung des FOMB einzuholen. Am 20. November reichte Luma die endgültigen Vereinbarungen bei PREPAs Board ein. Das private Unternehmen bat um Vertraulichkeit dieser Dokumente, da sie kritische Infrastruktur, sensible Daten und persönliche Informationen enthalten.
Das PREB bestätigte Lummas Einhaltung der Vorschriften und gewährte die Vertraulichkeit. Dies bedeutet, dass die genauen Details der Vereinbarungen und die beteiligten Parteien der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben werden. Dies erschwert die Nachvollziehbarkeit für Außenstehende.
Speicherkapazität: Flexibilität statt strikte Obergrenze
Ein wichtiger Punkt, den das PREB klargestellt hat, betrifft die im IRP genannte Speicherkapazität von 1.500 MW. Diese Zahl ist lediglich eine Richtlinie und keine feste Obergrenze. Die Behörde bestätigte, dass dieser Wert überschritten werden kann. Batterieprojekte in der Entwicklung werden unabhängig davon bewertet, ob sie mehr als 1.500 MW Speicherkapazität vorschlagen.
Jede Entscheidung zur Erhöhung oder Verringerung dieser Grenze liegt allein im Ermessen des PREB. Dies bietet Flexibilität bei der Anpassung an den tatsächlichen Energiebedarf und die technologische Entwicklung auf der Insel.
- 1.500 MW: Richtwert für Batteriespeicherkapazität im IRP.
- Flexibilität: Der Wert ist nicht fest und kann überschritten werden.
- Bewertung: Projekte werden unabhängig von der vorgeschlagenen Kapazität geprüft.
- Entscheidungsbefugnis: PREB hat die alleinige Befugnis zur Anpassung der Grenze.
Ausblick und Herausforderungen
Die Vertraulichkeit der Verträge macht es unklar, welche spezifischen Teilnehmer ihre Vereinbarungen eingereicht haben. Obwohl Ecoeléctrica, San Fermín, Horizon und Oriana in früheren Phasen mit Luma kommuniziert hatten, zeigten San Fermín, Horizon und Oriana eine mangelnde Reaktionsbereitschaft gegenüber PREPA.
Im August reichte Polaris Renewable Energy zudem einen Standardvertragsentwurf (SO1) für BESS im Namen von PREPA beim PREB ein. Dieser SO1-Vertrag ist ebenfalls Teil des ASAP-Programms. Polaris hob sich damit von den anderen Entwicklern ab, die ihre BESS-Projekte auf der Insel noch nicht umgesetzt hatten.
„Ich stimme den in den Verträgen des ASAP-Programms enthaltenen Durchleitungs-Konzepten nicht zu und lehne diesen Aspekt ab. Ich stimme jedoch der Festlegung des Energy Bureau bezüglich der Integration von Batteriespeicherressourcen zu.“
Kommissar Mateo Santos äußerte in der Resolution und Anordnung seinen Teildissens. Er stimmte den Durchleitungskonzepten in den ASAP-Verträgen nicht zu, befürwortete jedoch die Integration von Batteriespeicherressourcen. Seine Stellungnahme unterstreicht die Komplexität der finanziellen und technischen Aspekte dieser Großprojekte.
Die schnelle Umsetzung der Batteriespeicherprojekte bleibt für Puerto Rico von entscheidender Bedeutung, um die Energieversorgung zu stabilisieren und eine zuverlässige Stromversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Das PREB wird weiterhin Druck auf alle beteiligten Parteien ausüben, um die gesteckten Ziele zu erreichen.





