Puerto Rico macht einen bedeutenden Schritt zur Stärkung seiner Energieinfrastruktur. Genera PR, der Betreiber der meisten Energieerzeugungsanlagen der Insel, hat mit dem Bau eines 52-Megawatt (MW) Batteriespeichersystems (BESS) am Kraftwerk Cambalache in Arecibo begonnen. Dieses Projekt ist Teil einer umfassenderen Initiative, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und das Stromnetz zu stabilisieren.
Wichtige Fakten
- Genera PR startet Bau eines 52-MW-Batteriespeichers in Cambalache.
- Projektvolumen von 109,5 Millionen US-Dollar aus Bundesmitteln.
- Installation von 68 Tesla Megapacks ab Frühjahr 2026.
- Gesamtes System von 430 MW/1.720 MWh soll bis 2027 in Betrieb gehen.
- Ziel ist die Reduzierung von Lastabwürfen und Integration erneuerbarer Energien.
Massive Investition in die Zukunft der Energieversorgung
Die Gesamtinvestition für das Batteriespeichersystem in Cambalache beläuft sich auf 109,5 Millionen US-Dollar. Diese Mittel stammen aus Bundesförderungen und unterstreichen die Dringlichkeit, Puerto Ricos Stromnetz zu modernisieren. Die Bauarbeiten beginnen mit dem Abriss und der Vorbereitung des Geländes. Ab Frühjahr 2026 werden dann 68 Tesla Megapacks installiert, die das Herzstück der Anlage bilden werden.
Die Inbetriebnahme des Speichersystems in Cambalache ist für Ende 2026 geplant. Dies ist ein entscheidender Meilenstein für die Insel, die in den letzten Jahren immer wieder mit Stromausfällen und Instabilitäten zu kämpfen hatte. Die Integration solcher Systeme soll die Widerstandsfähigkeit des Netzes erheblich verbessern.
„Die Batterien werden es uns ermöglichen, effizienter auf Nachfrageschwankungen zu reagieren, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Integration neuer Erzeugungstechnologien zu unterstützen.“
Faktencheck
- 109,5 Mio. USD: Investitionssumme für das Cambalache-Projekt.
- 52 MW: Leistung des Batteriespeichersystems in Cambalache.
- 68: Anzahl der Tesla Megapacks, die installiert werden.
- Ende 2026: Geplante Betriebsaufnahme des Cambalache-Systems.
Strategische Partnerschaft mit Tesla
Im Jahr 2024 wählte Genera PR Tesla als Technologiepartner für eine Reihe von Batteriespeicherprojekten auf der Insel aus. Der Vertrag wurde im Februar dieses Jahres finalisiert und umfasst eine Kapazität von insgesamt 430 MW / 1.720 MWh, verteilt auf sechs Kraftwerksstandorte. Neben Cambalache gehören dazu Vega Baja, Palo Seco, Yabucoa, Aguirre und Costa Sur.
Das gesamte System soll bis 2027 voll funktionsfähig sein. Die Gesamtinvestition für dieses umfassende Tesla-Projekt wird voraussichtlich 767 Millionen US-Dollar erreichen. Diese Summe deckt den Kaufpreis der Megapacks, die Baukosten und die Arbeitskosten ab. Die Zusammenarbeit mit einem global führenden Unternehmen wie Tesla unterstreicht den Anspruch Puerto Ricos, eine moderne und zuverlässige Energieversorgung aufzubauen.
Hintergrund
Die Gemeinde Yabucoa ist bereits ein wichtiger Standort für Energietechnologien. Dort befindet sich ein 15 MW großes BESS, das mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt ist und von FlexGen, Arclight und dessen Tochtergesellschaft Infigen Renewables betrieben wird. Dies zeigt das wachsende Engagement der Insel für erneuerbare Energien und Speicherlösungen.
Herausforderungen und Fortschritte im Stromnetz
Puerto Ricos Stromnetz ist seit Langem anfällig. Laut Berichten an das Puerto Rico Energy Bureau gab es im Jahr 2024 mehr als 100 Lastabwurfsereignisse. Diese treten auf, wenn die Stromnachfrage das Angebot übersteigt, was zu geplanten Abschaltungen führt, um das System zu schützen. Oft sind unzureichende Erzeugungskapazitäten oder plötzliche Generatorausfälle die Ursache.
Luma Energy, das US-kanadische Joint Venture, das die Stromverteilung auf Puerto Rico verwaltet, hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Im August kündigte Luma Pläne an, neun Energieverbindungspunkte mit Linxon US LLC und AtkinsRéalis Caribe zu entwickeln. Diese sollen die Integration von Projekten für erneuerbare Energien erleichtern.
Verzögerungen und Kritik
Luma Energy stand in der Vergangenheit unter Beobachtung, da die Modernisierung der Energieinfrastruktur nach der Übernahme im Jahr 2021 als zu langsam empfunden wurde. Die elektrische Versorgung hatte sich nach dem Wechsel verschlechtert, was zu öffentlichen Debatten führte. Im selben Jahr musste Luma vor dem Ausschuss für natürliche Ressourcen des US-Repräsentantenhauses über seine Bemühungen zur Infrastrukturverbesserung aussagen.
Mehrere Entwickler haben es zudem versäumt, BESS-Projekte im Rahmen des Puerto Rico Accelerated Storage Addition Programme (ASAP) umzusetzen. Dieses Programm zielt darauf ab, die Netzstabilität durch die Integration von Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab zu verbessern.
Hoffnung auf ein stabileres Netz
Trotz dieser Herausforderungen gibt es positive Entwicklungen. Im August reichte Polaris Renewable Energy im Namen der Puerto Rico Electric Power Authority (PREPA) einen Standardvertragsentwurf (SO1) für ein BESS beim Puerto Rico Energy Bureau (PREB) ein. Der SO1-Vertrag ist Teil des ASAP-Programms und zeigte Polaris als einen der Entwickler, die ihre Verpflichtungen ernst nehmen.
Die Projekte von Genera PR mit Tesla und Polaris Renewable Energy könnten maßgeblich dazu beitragen, das Stromnetz Puerto Ricos langfristig zu stärken. Die Insel setzt auf eine Kombination aus erneuerbaren Energien und modernen Speicherlösungen, um eine zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung für ihre Bewohner zu gewährleisten.
- Reduzierung von Lastabwürfen: Das Hauptziel der neuen Speichersysteme.
- Integration erneuerbarer Energien: Wichtig für eine nachhaltige Zukunft.
- Wirtschaftliche Vorteile: Langfristige Einsparungen durch geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.





