Mercedes-Benz hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Das Konzernergebnis sank um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies steht im Einklang mit den zuvor veröffentlichten Prognosen des Unternehmens.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Gewinn von Mercedes-Benz fiel in den ersten neun Monaten um 50,3 Prozent auf 3,87 Milliarden Euro.
- Im dritten Quartal sank der Gewinn um fast 31 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro.
- Ein Sparprogramm soll die Produktions- und Fixkosten bis 2027 um zehn Prozent senken.
- Absatzzahlen für Pkw und Vans gingen im dritten Quartal um zwölf Prozent zurück.
- Personalabbau in Deutschland und Sparmaßnahmen im Ausland tragen zu Sondereffekten bei.
Deutlicher Gewinnrückgang bei Mercedes-Benz
Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz musste in den ersten neun Monaten des Jahres einen erheblichen Rückgang seines Konzernergebnisses hinnehmen. Der Gewinn sank um 50,3 Prozent und erreichte 3,87 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu lag der Gewinn im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch bei 7,80 Milliarden Euro.
Dieser Rückgang ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Dazu gehören unter anderem höhere Zölle, geringere Absatzzahlen und erhöhte Aufwendungen für interne Effizienzmaßnahmen. Die Ergebnisse spiegeln die Herausforderungen wider, denen sich die globale Automobilindustrie gegenübersieht.
Faktencheck
- Gewinnrückgang: 50,3 Prozent in den ersten neun Monaten.
- Konzernergebnis Q3: 1,19 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,71 Milliarden Euro).
- Umsatz Q3: Rückgang um 6,9 Prozent auf 32,14 Milliarden Euro.
Quartalsergebnisse und Prognosen
Auch im dritten Quartal des Jahres zeigte sich der Abwärtstrend deutlich. Das Konzernergebnis sank in diesem Zeitraum um fast 31 Prozent von 1,71 Milliarden Euro auf 1,19 Milliarden Euro. Der Umsatz ging ebenfalls zurück, nämlich um 6,9 Prozent auf 32,14 Milliarden Euro.
Vorstandschef Ola Källenius äußerte sich zu den Zahlen und betonte, dass die Quartalsergebnisse mit der Prognose für das Gesamtjahr übereinstimmen. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen die schwierige Entwicklung bereits antizipiert hatte und Maßnahmen ergreift, um gegenzusteuern.
„Die Quartalsergebnisse stehen im Einklang mit unserer Prognose für das Gesamtjahr“, so Ola Källenius.
Umfassendes Sparprogramm zur Steigerung der Profitabilität
Um die Profitabilität wieder zu erhöhen, hat der Vorstand von Mercedes-Benz bereits im Februar ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Ziel ist es, die Produktionskosten sowie die Fixkosten bis zum Jahr 2027 um jeweils zehn Prozent zu senken. Auch die Materialkosten sollen reduziert werden.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Programms ist ein Abfindungspaket, das mit dem Gesamtbetriebsrat für Beschäftigte in indirekten Bereichen vereinbart wurde. Die Geschäftsführung beziffert den Umfang des Sparprogramms auf rund 5 Milliarden Euro im Vergleich zu früheren internen Planungen.
Hintergrund der Sparmaßnahmen
Die Automobilindustrie durchläuft eine Phase des Umbruchs, geprägt von der Transformation zur Elektromobilität, steigenden Rohstoffpreisen und geopolitischen Spannungen. Unternehmen wie Mercedes-Benz passen ihre Strategien an, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die Profitabilität zu sichern.
Absatzrückgänge und Personalmaßnahmen
Die Absatzzahlen von Mercedes-Benz waren ebenfalls rückläufig. Im dritten Quartal wurden 525.300 Pkw und Vans abgesetzt, ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des Jahres liegt der Absatz für Pkw und Vans insgesamt bei rund 1,6 Millionen Fahrzeugen, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht.
Besonders die schwachen Geschäfte in Schlüsselmärkten wie China und den USA trugen zu diesem Absatzminus bei. Bereits im Jahr 2024 sank der Absatz der Marke um vier Prozent auf knapp 2,4 Millionen Fahrzeuge, was die anhaltende Krise in der Automobilindustrie widerspiegelt.
Sondereffekte durch Personalabbau
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns lag im dritten Quartal bei 2 Milliarden Euro, nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Dieses Konzern-EBIT wurde um Sondereffekte in Höhe von insgesamt 1,34 Milliarden Euro bereinigt.
Ein Großteil dieser Sondereffekte, nämlich 876 Millionen Euro, entfällt auf Personalabbau in Deutschland sowie Sparbemühungen im Ausland. Die genaue Anzahl der Mitarbeiter, die das Unternehmen in Deutschland verlassen haben, wurde nicht bekannt gegeben. Diese Maßnahmen sind Teil der umfassenden Strategie zur Steigerung der Effizienz und Senkung der Kostenstrukturen innerhalb des Unternehmens.
Ausblick und zukünftige Herausforderungen
Mercedes-Benz steht vor der Aufgabe, die Profitabilität in einem herausfordernden Marktumfeld wiederherzustellen. Die angekündigten Sparmaßnahmen und Effizienzprogramme sind entscheidend, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Umstellung auf Elektromobilität und die Notwendigkeit, in neue Technologien zu investieren, erfordern weiterhin eine straffe Kostenkontrolle und eine optimierte Produktionsstrategie.
Die Entwicklung in den kommenden Quartalen wird zeigen, inwieweit die eingeleiteten Maßnahmen greifen und Mercedes-Benz seine Ziele erreichen kann. Die Automobilbranche bleibt dynamisch und erfordert von den Herstellern schnelle Anpassungsfähigkeit an veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse.





