Die Spannungen um den Chiphersteller Nexperia und die damit verbundenen Lieferengpässe könnten eine neue Wendung nehmen. Peking deutet an, dass es unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen vom Exportstopp für Nexperia-Produkte zulassen könnte. Dies könnte die deutsche Autoindustrie entlasten, die von den bisherigen Maßnahmen stark betroffen ist.
Wichtige Punkte
- China wirft den Niederlanden unzulässige Einmischung vor.
- Nexperia stoppte zuvor die Lieferung von Wafern an sein chinesisches Werk.
- Peking erwägt nun Ausnahmen für betroffene Unternehmen.
- Die deutsche Autoindustrie ist stark von Nexperia-Chips abhängig.
Hintergrund des Konflikts
Der Konflikt entstand, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia übernommen hatte. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Nimwegen und gehört einer chinesischen Konzernmutter. Die Niederlande nutzten ein selten angewandtes Gesetz, um den Abfluss von technologischem Wissen und geistigem Eigentum nach China zu verhindern.
Als Reaktion darauf verhängte China einen Exportstopp für Nexperia-Produkte, darunter wichtige Chips für die Automobilindustrie. Diese Maßnahme führte zu erheblichen Lieferproblemen.
Faktencheck
- Nexperia-Hauptsitz: Nimwegen, Niederlande
- Eigentümerstruktur: Tochterunternehmen einer chinesischen Konzernmutter
- Auslöser: Niederländische Regierung übernahm Kontrolle zur Verhinderung von Technologietransfer
- Chinesische Reaktion: Exportstopp für Nexperia-Produkte, inklusive Chips für die Autoindustrie
Chinas Vorwürfe und die Folgen
Das chinesische Handelsministerium äußerte sich deutlich. Es macht die niederländische Regierung für die aktuelle Situation verantwortlich. Die Behörde sprach von einer „unzulässigen Intervention der niederländischen Regierung in interne Unternehmensangelegenheiten“.
Diese Intervention habe zum „derzeitigen Chaos der globalen Produktions- und Lieferketten geführt“, so Peking. Die Wortwahl zeigt die vehemente Ablehnung der niederländischen Maßnahmen durch China.
„Die unzulässige Intervention der niederländischen Regierung in interne Unternehmensangelegenheiten hat zum derzeitigen Chaos der globalen Produktions- und Lieferketten geführt.“
– Chinesisches Handelsministerium
Lieferstopp bei Nexperia eskaliert
Erst kürzlich wurde bekannt, dass Nexperia selbst die Lieferung von Vorprodukten, sogenannten Wafern, an sein chinesisches Montagewerk eingestellt hat. Diese Entscheidung verschärfte die Lage zusätzlich. Das Unternehmen bestätigte, seine Kunden über diesen Schritt informiert zu haben, lehnte jedoch weitere Angaben ab.
Die Aussetzung der Wafer-Lieferungen betrifft insbesondere die Produktion von Chips, die in der Automobilindustrie dringend benötigt werden. Experten befürchten weitreichende Folgen für die globalen Lieferketten.
Hoffnung für betroffene Unternehmen?
Das chinesische Handelsministerium hat nun einen möglichen Weg zur Entspannung aufgezeigt. Es fordert Unternehmen mit Problemen auf, sich direkt an das Ministerium zu wenden. Die Behörde werde dann die Lage dieser Firmen prüfen.
Unternehmen, die die „entsprechenden Voraussetzungen“ erfüllten, könnten Exporte von Nexperia-Produkten wieder zulassen. Welche Voraussetzungen dies genau sind, teilte das Ministerium jedoch nicht mit. Diese Unklarheit lässt Raum für Spekulationen.
Kontext der Halbleiterindustrie
Die Halbleiterindustrie ist global stark vernetzt und anfällig für Störungen. Chips sind essenziell für moderne Technologien, von Autos über Smartphones bis hin zu Industriemaschinen. Lieferengpässe in diesem Bereich können weitreichende wirtschaftliche Folgen haben und ganze Wirtschaftszweige lahmlegen. Die Abhängigkeit der Automobilindustrie von Spezialchips ist besonders hoch.
Auswirkungen auf die deutsche Autoindustrie
Die deutsche Autoindustrie ist in hohem Maße von den Lieferungen der Nexperia-Chips betroffen. Viele Komponenten in modernen Fahrzeugen benötigen diese Halbleiter. Ein anhaltender Lieferstopp würde die Produktion deutscher Automobilhersteller weiter belasten.
Die mögliche Öffnung Chinas für Ausnahmen könnte daher eine wichtige Erleichterung darstellen. Es bleibt abzuwarten, welche Unternehmen diese Voraussetzungen erfüllen können und wie schnell Genehmigungen erteilt werden.
Zukunftsaussichten
Die Situation bleibt angespannt. Beide Seiten, China und die Niederlande, verfolgen eigene Interessen. Peking versucht, seine Souveränität in Handelsfragen zu betonen, während die Niederlande den Schutz von Schlüsseltechnologien priorisieren. Die globalen Lieferketten sind weiterhin unter Druck.
Die kommende Zeit wird zeigen, ob die angekündigten Ausnahmen tatsächlich zu einer Entspannung führen. Für die deutsche Automobilindustrie und andere betroffene Branchen ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung einer möglichen Normalisierung der Chip-Lieferungen.
- Politische Spannungen beeinflussen globale Lieferketten.
- Die Rolle von Nexperia als Chiphersteller ist kritisch.
- Transparenz bei den Voraussetzungen für Ausnahmen ist entscheidend.





