Eine Kinderinvaliditätsversicherung bietet finanziellen Schutz für den Fall, dass ein Kind aufgrund von Krankheit oder Unfall dauerhaft beeinträchtigt wird. Diese Art der Versicherung ist besonders wichtig, da Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, sollten sie erwerbsgemindert werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Kinder haben bei Erwerbsminderung keine gesetzlichen Rentenansprüche.
- Krankheiten sind häufiger Ursache für Invalidität als Unfälle.
- Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt bei dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.
- Verträge sind oft ab dem ersten Geburtstag bis zu einem bestimmten Höchstalter abschließbar.
- Ein umfassender Schutz mit wenigen Krankheitsausschlüssen ist entscheidend.
Warum eine Kinderinvaliditätsversicherung so wichtig ist
Eltern sichern sich oft mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Doch die finanzielle Absicherung der Kinder wird dabei manchmal übersehen. Wenn ein Kind invalide wird, hat es naturgemäß noch ein langes Leben vor sich. Ohne eigenes Einkommen oder Vermögen kann dies zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Familie führen.
Die Kinderinvaliditätsversicherung schließt diese Lücke. Sie zahlt eine Rente, wenn das Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt ist. Dies stellt sicher, dass notwendige Therapien, Anpassungen des Wohnumfeldes oder andere Kosten gedeckt werden können.
Faktencheck: Invalidität bei Kindern
- Häufigste Ursache: Krankheiten führen deutlich häufiger zu Invalidität bei Kindern als Unfälle.
- Keine gesetzliche Absicherung: Kinder haben keine eigenen Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung bei Erwerbsminderung.
- Langfristige Folgen: Ein Verlust der Arbeitskraft im Kindesalter bedeutet finanzielle Belastungen über viele Jahrzehnte.
Unterschied zur Kinderunfallversicherung
Viele Eltern denken zuerst an eine Kinderunfallversicherung. Diese bietet jedoch einen wesentlich engeren Schutz. Sie leistet nur, wenn die Invalidität des Kindes durch einen Unfall verursacht wurde. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Eine Kinderinvaliditätsversicherung hingegen leistet auch dann, wenn eine Krankheit zu dauerhaften Beeinträchtigungen führt. Da Krankheiten statistisch gesehen die weitaus häufigere Ursache für Invalidität sind, bietet die Kinderinvaliditätsversicherung einen umfassenderen Schutz.
„Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass der Nachwuchs etwa durch Krankheiten invalide wird als durch einen Unfall.“
Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, über den reinen Unfallschutz hinauszudenken. Ein breiter Versicherungsschutz ist hier von entscheidender Bedeutung, um das Kind umfassend abzusichern.
Wann eine Versicherung leistet
Versicherungen zahlen bei Invalidität üblicherweise, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:
- Die dauerhafte Beeinträchtigung des Kindes weicht mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate vom altersgerechten Normalzustand ab.
- Der Grad der Behinderung (GdB) gemäß Sozialgesetzbuch IX liegt bei mindestens 50 Prozent.
Diese Kriterien stellen sicher, dass es sich um eine ernsthafte und langfristige Beeinträchtigung handelt, bevor Leistungen gezahlt werden.
Hintergrund: Altersgrenzen und Laufzeiten
Kinderinvaliditätsversicherungen können oft schon ab sechs Wochen nach der Geburt oder ab dem ersten Geburtstag abgeschlossen werden. Die Altersgrenze für den Abschluss liegt meist zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr. Bestehende Verträge laufen je nach Gesellschaft bis zum 18. oder 21. Lebensjahr, manchmal auch länger. Danach ist es ratsam, über eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken, die teilweise schon ab dem 10. Lebensjahr angeboten wird.
Worauf beim Abschluss zu achten ist
Beim Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Der Versicherungsschutz kann sich stark unterscheiden. Es ist ratsam, Tarife mit möglichst wenigen Krankheitsausschlüssen zu wählen. Einige Policen bieten Schutz nur für bestimmte Krankheiten oder bei „Schulunfähigkeit“. Solche Angebote sind in der Regel keine vollwertige Alternative zur umfassenden Kinderinvaliditätsversicherung.
Die Leistungen einer Kinderinvaliditätsversicherung können in Form einer monatlichen Rente bis zum Tod des Kindes oder als einmalige Kapitalleistung erfolgen. Viele Policen beinhalten zudem eine kleine Risikolebensversicherung für den Fall, dass der Versicherungsnehmer stirbt. Dies sichert die Beitragsfreiheit der Kinderinvaliditätsversicherung bis zur Volljährigkeit des Kindes.
Eigenständiger Schutz versus Kombiprodukte
Kinderinvaliditätsversicherungen gibt es als eigenständige Verträge oder als Zusatzversicherung. Als Zusatzmodul zu einer Kinderunfallversicherung ist dies oft unproblematisch. Allerdings ist die Kombination mit Kapitallebens- oder Rentenversicherungen meist nicht empfehlenswert. Solche Produkte sind oft intransparent und der Anlageteil kann so hohe Kosten verursachen, dass die eigentliche Invaliditätsabsicherung darunter leidet.
Transparenz ist hier das A und O. Eltern sollten in der Lage sein, die Rendite des Anlageteils mit anderen Geldanlagen zu vergleichen. Bei kombinierten Produkten ist dies oft schwierig.
Korrekte Angaben sind entscheidend
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die korrekte Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, um alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten.
Eine sorgfältige Prüfung der Vertragsbedingungen und ein Vergleich verschiedener Anbieter sind unerlässlich, um den besten Schutz für Ihr Kind zu gewährleisten. Die Absicherung der Kinder ist eine langfristige Entscheidung, die gut durchdacht sein sollte.
Checkliste für Eltern
- Umfassender Schutz: Achten Sie auf eine Absicherung bei Krankheit und Unfall.
- Wenig Ausschlüsse: Bevorzugen Sie Tarife mit geringen Einschränkungen bei Krankheiten.
- Leistungsdauer: Prüfen Sie, ob die Rente lebenslang gezahlt wird.
- Transparenz: Vermeiden Sie undurchsichtige Kombiprodukte.
- Gesundheitsfragen: Füllen Sie den Antrag sorgfältig und wahrheitsgemäß aus.
- Frühzeitiger Abschluss: Je früher, desto besser, um Altersgrenzen zu vermeiden.





