Sauberes Trinkwasser ist ein Grundbedürfnis, doch in unseren eigenen vier Wänden lauern oft unsichtbare Gefahren. Von veralteten Bleirohren bis hin zu Legionellen in der Warmwasseranlage – Hausbesitzer und Mieter müssen aufmerksam sein. Regelmäßige Wartung und die Einhaltung aktueller Vorschriften sind entscheidend, um die Qualität des Wassers zu sichern, das täglich aus unseren Hähnen fließt.
Wichtige Punkte
- Bleirohre in Gebäuden vor 1973 erfordern besondere Aufmerksamkeit und müssen eventuell ausgetauscht werden.
- In Mehrfamilienhäusern sind regelmäßige Legionellenprüfungen für zentrale Warmwasseranlagen Pflicht.
- Partikelfilter am Hausanschluss schützen vor Verunreinigungen und sind seit 2012 vorgeschrieben.
- Arbeiten an Wasserleitungen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben durchgeführt werden.
- Regelmäßige Reinigung von Perlatoren und die Einhaltung von Wartungsintervallen für Filter sind essenziell.
Bleirohre: Eine Gefahr aus der Vergangenheit
In vielen älteren Gebäuden sind nach wie vor Bleirohre verbaut. Besonders betroffen sind Häuser, die vor 1973 errichtet wurden. Nach diesem Baujahr wurden Bleileitungen nur noch vereinzelt eingesetzt, was das Risiko in neueren Immobilien deutlich minimiert.
Der aktuelle Bleigrenzwert im Trinkwasser liegt bei 0,010 Milligramm pro Liter. Ab dem Jahr 2028 wird dieser Wert nochmals verschärft und auf 0,005 Milligramm pro Liter gesenkt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, bestehende Bleirohre zu identifizieren und gegebenenfalls zu ersetzen.
„Eigentümer sind verpflichtet, Rohre auszutauschen, wenn der aktuelle Bleigrenzwert überschritten wird. Mieter haben das Recht auf Information über vorhandene Bleirohre.“
Faktencheck Bleirohre
- Baujahr 1973: Häuser, die danach gebaut wurden, haben in der Regel keine Bleileitungen.
- Grenzwert: Aktuell 0,010 mg/L, ab 2028 nur noch 0,005 mg/L.
- Verantwortung: Hausbesitzer sind für den Austausch zuständig.
Legionellen im Warmwasser: Eine ernstzunehmende Bedrohung
Legionellen sind Bakterien, die in Warmwasseranlagen optimale Bedingungen finden, um sich zu vermehren. Sie können bei anfälligen Personen schwere Lungenentzündungen auslösen, die sogenannte Legionärskrankheit. Die Gefahr ist besonders in großen, zentralen Warmwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern gegeben.
Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentralen Warmwasseranlagen, die eine Speicherkapazität von mehr als 400 Litern aufweisen, müssen das Wasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen lassen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen müssen den Mietern mitgeteilt werden.
In Ein- und Zweifamilienhäusern oder Wohnungen mit eigenen Boilern ist die Gefahr von Legionellen eher gering. Eine Überprüfung ist hier meist nicht notwendig. Dennoch ist es ratsam, das Warmwasser auf mindestens 60 Grad Celsius zu erwärmen, um das Risiko zu minimieren.
Hintergrund: Legionellen
Legionellen sind Umweltkeime, die natürlicherweise in geringer Zahl in Gewässern vorkommen. Sie werden problematisch, wenn sie sich in technischen Wassersystemen wie Warmwasseranlagen, Kühltürmen oder Whirlpools stark vermehren und über feinste Wassertröpfchen (Aerosole) eingeatmet werden.
Partikelfilter und Perlatoren: Schutz vor Verunreinigungen
Unsichtbare Partikel wie Rost oder Sand können aus dem städtischen Rohrleitungsnetz in die Hausinstallation gelangen. Diese können nicht nur Armaturen verstopfen, sondern auch zu Korrosion und Lochfraß in den Wasserleitungen führen. Um solche Schäden zu verhindern, ist seit 2012 der Einbau von Partikelfiltern am Hausanschluss Pflicht.
Diese Filter sind keine Schadstofffilter, sondern dienen dem Schutz der Installation vor mechanischen Verunreinigungen. Ihre regelmäßige Wartung ist unerlässlich. Partikelfilter ohne automatische Rückspülung müssen gemäß den Herstellerangaben gespült werden.
Ein fehlender Partikelfilter kann im Falle eines Wasserrohrbruchs zu Problemen mit der Versicherung führen. Viele Versicherungen lehnen in solchen Fällen die Kostenübernahme ab. Auch die Siebaufsätze an den Wasserhähnen, die sogenannten Perlatoren, sollten regelmäßig abgeschraubt und mit einer milden Zitronensäurelösung gereinigt werden, um eine optimale Trinkwasserqualität zu gewährleisten.
Rohrwechsel: Nur durch den Fachbetrieb
Der Austausch von Wasserrohren im Haus ist keine Aufgabe für Heimwerker. Gemäß der Trinkwasserverordnung dürfen solche Arbeiten ausschließlich von sachkundigen Fachbetrieben durchgeführt werden. Dies stellt sicher, dass geeignete Materialien verwendet werden und teure Folgeschäden durch unsachgemäße Installation vermieden werden.
Ihr örtlicher Wasserversorger kann Ihnen Auskunft über zugelassene Betriebe in Ihrer Region geben. Eine professionelle Installation garantiert nicht nur die Einhaltung der Vorschriften, sondern auch die langfristige Sicherheit und Qualität Ihres Trinkwassers.
Es ist wichtig, sich nicht nur auf die Hauptleitungen zu konzentrieren, sondern auch die daran angeschlossenen Geräte wie Warmwasserbereiter regelmäßig warten zu lassen. Eine umfassende Pflege der gesamten Wasserinstallation ist der beste Schutz vor Problemen.
Trinkwasseranalyse: Wo und wie?
Wenn Sie Zweifel an der Qualität Ihres Trinkwassers haben oder einfach nur sichergehen möchten, können Sie eine Trinkwasseranalyse durchführen lassen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW bietet beispielsweise eine Liste von Laboren an, die seriöse Untersuchungen des Trinkwassers vornehmen.
Nicht alle Labore auf solchen Listen bieten Analysen für Endverbraucher an. Es empfiehlt sich daher, telefonisch Kontakt aufzunehmen und sich über die angebotenen Dienstleistungen und Preise zu informieren. Ein Preisvergleich kann sich lohnen, um das beste Angebot zu finden.
Eine professionelle Analyse kann Aufschluss über verschiedene Parameter geben, darunter Bleikonzentrationen, Legionellenbefall oder andere Verunreinigungen, und so zur Beruhigung beitragen oder notwendige Maßnahmen aufzeigen.
- Wo suchen: Listen von Landesämtern oder Wasserversorgern.
- Was fragen: Endverbraucher-Angebote und Kosten.
- Warum: Sicherheit und genaue Kenntnis der Wasserqualität.





