Im Internet lauern zahlreiche Fallstricke für Verbraucher. Eine besonders perfide Form des Betrugs sind Fakeshops. Diese gefälschten Online-Shops imitieren seriöse Anbieter, um Kunden zur Zahlung zu bewegen, ohne jemals Ware zu liefern oder minderwertige Produkte zu versenden. Es ist entscheidend, die Warnsignale zu kennen, um sich und sein Geld zu schützen.
Wichtige Erkenntnisse
- Fakeshops sind betrügerische Online-Shops, die keine Ware liefern oder mangelhafte Produkte senden.
- Merkmale sind fehlende Impressumsangaben, verdächtig niedrige Preise und Vorkasse als einzige Zahlungsoption.
- Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen bietet eine kostenlose Prüfung an.
- Bei Betrug sollte sofort die Bank kontaktiert und Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Was sind Fakeshops und wie funktionieren sie?
Ein Fakeshop ist eine speziell erstellte Website, die auf den ersten Blick wie ein echter Online-Shop aussieht. Das Ziel ist es, Verbraucher zu täuschen. Nach der Bezahlung der vermeintlichen Ware wird diese entweder nie versendet oder kommt in mangelhafter Qualität an.
Die Betrüger nutzen oft verlockend niedrige Preise, um Kunden anzulocken. Dies ist ein häufiges Merkmal, das sofort misstrauisch machen sollte. Ein weiteres Alarmzeichen ist ein fehlendes, unvollständiges oder sogar von anderen Websites kopiertes Impressum. Seriöse Online-Shops sind gesetzlich verpflichtet, vollständige Kontaktinformationen bereitzustellen.
Interessanter Fakt
Viele Fakeshops bestehen nur für kurze Zeit. Sie werden schnell erstellt, um so viele Kunden wie möglich zu betrügen, bevor sie wieder vom Netz genommen werden.
Konkrete Warnzeichen: So erkennen Sie Betrug
Es gibt mehrere klare Indikatoren, die auf einen Fakeshop hindeuten. Nehmen wir als Beispiel den Shop apollus24.com, der kürzlich in den Fokus geraten ist. Bei einer Überprüfung zeigen sich mehrere dieser Warnsignale:
- Fehlendes Impressum: Auf der Webseite befindet sich kein Impressum, das vom Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen ausgelesen werden kann. Dies ist ein gravierender Verstoß gegen die Impressumspflicht.
- Inkorrekte Umsatzsteuer-ID: Die angegebene Umsatzsteuer-ID ist nachweislich falsch. Eine korrekte ID ist für seriöse Unternehmen unerlässlich.
- Kurze Domain-Lebensdauer: Die Domain apollus24.com wurde erst kürzlich, am 22. August 2025, registriert. Dies ist ein starkes Indiz für einen schnell eingerichteten Betrugsshop.
- Warnungen von Drittseiten: Andere Verbraucherschutzportale, wie watchlist-internet.at, warnen bereits vor diesem Shop. Dies zeigt, dass die Betrugsmasche schon bekannt ist.
Neben diesen spezifischen Punkten gibt es allgemeine Kennzeichen, die auf einen Fakeshop hindeuten:
- Zahlung nur per Vorkasse möglich.
- Fehlende Widerrufsbelehrung.
- Mangelhafte oder fehlende Kontaktadresse.
„Ein seriöser Online-Shop bietet immer verschiedene Zahlungsmethoden an und ist transparent bei seinen Kontaktinformationen. Wenn nur Vorkasse möglich ist, sollten alle Alarmglocken läuten.“
Gefahren und Risiken von Fakeshops
Die größte Gefahr bei Fakeshops ist der finanzielle Verlust. Sie überweisen Geld, erhalten aber keine oder nur minderwertige Ware. Das Geld zurückzubekommen ist oft sehr schwierig oder sogar unmöglich, besonders bei Vorkasse-Zahlungen. Einmal überwiesenes Geld kann in der Regel nicht einfach zurückgebucht werden.
Eine weitere ernstzunehmende Gefahr ist der Datendiebstahl, auch Phishing genannt. Betrüger könnten Ihre persönlichen Daten, die Sie beim Kauf angeben, für weitere betrügerische Zwecke nutzen. Dazu gehören Ihre Adresse, E-Mail und möglicherweise sogar Bankdaten.
Hintergrundinformation
Fakeshops sind eine wachsende Bedrohung im E-Commerce. Die Betrüger werden immer professioneller in der Gestaltung ihrer Websites, was es schwieriger macht, sie auf den ersten Blick zu erkennen.
Was tun, wenn Sie Opfer eines Fakeshops geworden sind?
Sollten Sie auf einen Fakeshop hereingefallen sein, ist schnelles Handeln gefragt. Hier sind die wichtigsten Schritte:
1. Kontaktieren Sie Ihre Bank
Je nach Bezahlweise können Sie versuchen, Ihr Geld zurückzubekommen. Bei einer SEPA-Lastschrift oder Kreditkartenzahlungen können Sie die Zahlung in der Regel zurückbuchen lassen. Informieren Sie Ihre Bank umgehend über den Betrugsfall.
Bei einer Überweisung per Vorkasse ist eine Rückbuchung meist nicht möglich. Trotzdem sollten Sie Ihre Bank informieren. Manchmal können Banken den Zahlungsempfänger identifizieren oder weitere Schritte einleiten.
2. Nutzen Sie den Käuferschutz
Haben Sie über einen Bezahldienst wie PayPal gezahlt, greift eventuell der Käuferschutz. Melden Sie den Fall dort und folgen Sie den Anweisungen zur Geltendmachung Ihres Anspruchs.
3. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
Es ist entscheidend, den Betrug bei der Polizei anzuzeigen. Dies können Sie auch bequem online über das Portal portal.onlinewache.polizei.de tun. Eine Anzeige hilft nicht nur Ihnen, sondern auch den Behörden, die Betrüger zu fassen und andere potenzielle Opfer zu schützen.
Prävention ist der beste Schutz
Um gar nicht erst in die Falle zu tappen, sollten Sie vor jeder Bestellung bei einem unbekannten Online-Shop eine Prüfung durchführen. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen bietet einen kostenlosen URL-Check an. Geben Sie einfach die Webadresse ein und erhalten Sie eine Einschätzung zur Seriosität des Shops.
Achten Sie auf Bewertungen anderer Verbraucher. Viele Fakeshops haben keine oder nur sehr wenige, oft gefälschte, positive Bewertungen. Suchen Sie nach unabhängigen Rezensionen und Erfahrungen.
Seien Sie skeptisch bei Angeboten, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein. Ein Rabatt von 70% oder mehr auf Markenartikel sollte immer ein Warnsignal sein. Vergleichen Sie Preise mit anderen seriösen Anbietern. Wenn der Preisunterschied extrem groß ist, handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrug.
Wichtiger Tipp
Überprüfen Sie immer das SSL-Zertifikat der Webseite. Ein Schloss-Symbol in der Adressleiste und 'https://' vor der URL zeigen an, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Dies garantiert jedoch nicht die Seriosität des Anbieters, sondern lediglich die sichere Datenübertragung.
Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen. Die Verbraucherzentralen und andere Schutzorganisationen veröffentlichen regelmäßig Listen bekannter Fakeshops und geben Tipps zur Prävention. Bleiben Sie wachsam, um sicher im Internet einzukaufen.





